Dienstag, 09.06.2009




Sderotplatz in Zehlendorf
Zur Benennung des Platzes rund um den Märchenbrunnen im Berliner Stadtteil Zehlendorf in „Sderotplatz“ hat sich gestern eine große Schar von offiziellen Repräsentanten aus Israel und Berlin sowie anderen Gästen eingefunden.

Eigens aus Israel angereist waren die Bürgermeister der beiden israelischen Partnerstädte Kiriat Bialik und Sderot, Eli Dukorsky und David Bouskila; letzterer in Begleitung seines Stellvertreters, Moshe Shaoubi, sowie mehrerer Gemeinderatsmitglieder.

Auch die Gastgeber und Initiatoren waren zahlreich vertreten, u. a. durch Bezirksbürgermeister Norbert Kopp und den Bundestagsabgeordneten Karl Georg Wellmann. Umrahmt wurde die Zeremonie durch Darbietungen des Shalom-Chors.

In seiner Begrüßungsrede betonte Bürgermeister Kopp die große Bedeutung der Städtepartnerschaften mit Sderot, Kiryat Bialik und dem Kibbutz Bror Chail, deren erste Kontakte auf das Jahr 1968 zurückgehen. Die Benennung des Platzes sei ein weiteres Zeichen der Freundschaft und Solidarität sowie „ein Zeichen gegen die verbrecherischen Raketen von palästinensischen Terroristen aus dem Gazastreifen, die die Bürger unserer Partnerstädte seit 2001 tausendfach ertragen müssen“.


Von links: Dukorsky, Sultan-Dadon, Bouskila, Kopp

Anat Sultan-Dadon, die Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft des Staates Israel in Berlin, drückte die besondere Anerkennung der Botschaft für diese beispielhafte Städtepartnerschaft aus. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf habe in Zeiten der Not die israelischen Freunde in der von ständigem Raketenbeschuss heimgesuchten Region in Südisrael mit einer Vielzahl von Solidaritätsprojekten unterstützt. Sultan-Dadon betonte darüber hinaus die Hoffnung auf einen baldigen Frieden, von dem nicht nur die Kinder Sderots, sondern ganz Israel und seine Nachbarn nachhaltig profitieren würden.

Der Bürgermeister von Sderot, David Bouskila, berichtete von der beklagenswerten Situation vor Ort: „Eine ganze Generation Kinder hat in Sderot gelernt, wie man überlebt, aber nicht, wie man lebt!“ man habe nur 15 Sekunden Zeit, sich von der Schule, dem Kindergarten oder unterwegs in einen Bunker zu begeben, und das oft mehrmals am Tag. Es sei für ihn von großer Bedeutung gewesen, den Shalom-Chor am Sderotplatz singen zu hören und die Freunde aus Berlin zu treffen. Die Freundschaft müsse auch an die kommenden Generationen weitergegeben werden.


Shalom-Chor