Dienstag, 28.08.2007




Stellungnahme zur türkisch-armenischen Angelegenheit

Nachdem sich die US-amerikanische Organisation Anti-Defamation League (ADL) vergangene Woche dazu entschieden hat, die Ermordung von Armeniern im Ersten Weltkrieg als „Völkermord“ zu klassifizieren, ist Israel dazu gedrängt worden, sich zu der Angelegenheit zu äußern. Im Folgenden eine Stellungnahme aus dem israelischen Außenministerium, die den Standpunkt des Staates Israel in dieser Frage zum Ausdruck bringt:

„Als Juden und Israelis sind wir besonders sensibel und moralisch dazu verpflichtet, menschlicher Tragödien zu gedenken, darunter auch das Morden, das während des Ersten Weltkrieges in den Jahren 1915-1916 im untergehenden Osmanischen Reich vor sich ging.

Der Staat Israel hat diese fürchterlichen Ereignisse nie geleugnet; im Gegenteil – wir verstehen angesichts der großen Zahl von Opfern und des schrecklichen Leides das Ausmaß an Emotionen, das mit der Angelegenheit auf beiden Seiten verbunden ist.

Das Thema ist jedoch leider über die Jahre zu einer aufgeladenen politischen Angelegenheit zwischen Armeniern und Türken geworden, und jede Seite hat versucht, die Berechtigung ihrer Ansprüche zu beweisen.

Der Staat Israel bittet daher darum, nicht die eine oder andere Position einzunehmen und noch keine endgültigen Erklärungen über das, was geschah, abzugeben. Wir hoffen, dass beide Seite in einen offenen Dialog eintreten werden, der ihnen jene Wunden heilen hilft, die über die Jahrzehnte offen geblieben sind.“

(Israelisches Außenministerium, 23.08.07)