Freitag, 26.06.2009




Ein neuer Blick auf Israel
Ganz im Zeichen des Themas Israel stand in dieser Woche das Jugendzentrum FEZ in der Berliner Wulheide: Mehr als 300 Oberstufenschüler aus ganz Berlin nutzten die Möglichkeit, während eines intensiven Seminartages das Land Israel und seine Bewohner anders und besser kennen zu lernen. Das Interesse an der Veranstaltung war so groß, dass leider nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten.



Die Schüler konnten aus fünf Workshops wählen, die jeweils eigene Aspekte des Lebens in Israel beleuchteten, die gar nicht oder sehr selten in deutschen Medien thematisiert werden: „Musik und Film aus Israel“, „Zahal – eine andere Perspektive“, „Von der Orange zur Hightech-Industrie“, „Heilige Stätten – von der Bedeutung Israels für Juden, Muslime und Christen“ und „Die Medienlandschaft in Israel“ lauteten die Titel der Seminare, in denen kompetente Referenten anschaulich in das jeweilige Thema einführten.

Dabei ergaben sich für die Schüler, von denen die meisten noch nicht in Israel gewesen waren, zahlreiche neue Einblicke in das Land und seine vielfältigen Bezüge und Beziehungen zu Deutschland. Im Seminar von Eldad Beck, Deutschlandkorrespondent der israelischen Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“, erfuhren die Schüler unter anderem welch wichtige Rolle deutsche Juden beim Aufbau des jungen Staates Israel gespielt haben und das viele der ersten Journalisten und Verleger Israels deutsche Wurzeln hatten.

Kapitän zur See David Hareli machte deutlich, dass die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (Zahal) nicht nur bei der Landesverteidigung eine wichtige Rolle spielen, sondern auch von zentraler Bedeutung für die Integration von Einwanderern sind. Darüber hinaus leistet Zahal Katastrophenhilfe in aller Welt und fördert u.a. auch Schüler mit Lernschwierigkeiten.

Der Kulturattaché des Staates Israel in Deutschland, Dan Golan, präsentierte in Ton und Bild Beispiele für die vielfältige Kulturlandschaft Israels, während Helmut Kell vom israelischen Verkehrsbüro die Schüler bei einer Diashow mit auf eine virtuelle Reise durch Israel nahm. Über Israels rasante Entwicklung zu einer führenden Nation im Bereich von Forschung, Entwicklung und Hochtechnologie berichtete Shmuel Hoffmann, Vertreter der israelischen Wirtschaftsabteilung der israelischen Botschaft in Deutschland, der den Schülern auch den „israelischen Geist“ näher brachte: „Israelis versuchen gerne das Unmögliche – weil auf dem Gebiet die Konkurrenz kleiner ist.“

Nach den Arbeitsgruppen nutzten die Schüler am Nachmittag die Gelegenheit, hochrangigen Vertretern des Staates Israel Fragen zu stellen: Anat Sultan-Dadon, Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, und der Gesandte Ilan Mor standen zu Diskussionsrunden zur Verfügung. Neben Ilan Mor saß auch Jochen Feilcke, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Potsdam, auf dem Podium. Feilcke verdeutlichte den Schülern noch einmal, was der Seminartag zuvor bereits gezeigt hatte: „Israel und Deutschland sind aufeinander angewiesen.“ Die enge Kooperation sei für beide Nationen ebenso unverzichtbar wie vorteilhaft.

In den Fragen der Schüler wurde auch deren Sorge um den Frieden im Nahen Osten offenbar. Ilan Mor bekannte sich im Sinne des israelischen Ministerpräsidenten Netanyahu zu einer Zweistaatenlösung und betonte, Israel werde auch in Zukunft nicht aufhören, nach Frieden mit seinen Nachbarn zu streben: „Unsere strategische Entscheidung heißt Frieden.“


(Foto: Der Gesandte Ilan Mor (r.) und Jochen Feilcke (l.))