Dienstag, 14.07.2009




Arabische Reaktionen auf einen atomaren Iran
Am Washington Institute for Near East Policy ist eine ausführliche Analyse zu den Folgen erarbeitet worden, die eine atomare Bewaffnung des Iran auf die arabischen Staaten in der Region haben würde. Das Ergebnis ist alles andere als beruhigend.

„Eine iranische Atombombe würde gewaltige Auswirkungen auf die Zukunft der arabischen Staaten haben. Es wurde als Instrument zur Erniedrigung der arabischen Regimes dienen und sie in die iranische Einflusssphäre ziehen. Der Iran würde einen gewaltigen Schritt in Richtung seiner Etablierung als Regionalmacht gehen, und er würde mit mehr Nachdruck in die inneren arabischen Angelegenheiten eingreifen können, insbesondere im Irak, in Syrien, im Libanon und in den palästinensischen Gebieten. Der Iran würde als militärische Atommacht auch Popularität auf der arabischen Straße bekommen, was den arabischen Regimes nicht gelungen ist.

Die Politik eines atomaren Iran gegenüber den arabischen Regimes würde beinahe sicher aggressiver werden. Der Iran könnte danach trachten, bspw. die Ölpolitik zu diktieren (um die Preise hoch zu halten), während er selbst bei voller Kapazität weiter produzieren würde. Der Aufstieg es Iran könnte auch extremistischen Gruppierungen wie Hamas und Hisbollah Auftrieb verleihen und zum Stolz des radikalen Islam in aller Welt werden.“

„Irans Atomwaffen könnten einen gewaltigen Einfluss auf den Stand der Nonproliferation im Nahen Osten haben. Die arabischen Regimes sind bereits jetzt unzufrieden mit dem Nonproliferationssystem aufgrund von Israels nuklearen Fähigkeiten, und ein iranischer nuklearer Fortschritt würde die Unzufriedenheit dieser Staaten nur verstärken; sie könnten sich dann überlegen, in Irans Fußstapfen zu treten, zumindest mit der Entwicklung ihrer Atomenergiesektoren und durch Druck auf nukleare Anbieter, die Lieferung von Nukleartechnologie zu beschleunigen. Es ist auch möglich, dass die arabischen Regimes ihre Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) einschränken und dadurch die Effektivität der Organisation mindern würden, welche ohnehin in Frage steht. Schließlich existiert das kleine Risiko, dass einige arabischen Regimes ihre Haltung zu chemischen und biologischen Waffen überdenken würden, sei es durch einen Rückzug von der Chemiewaffenkonvention und der Biowaffenkonvention, sei es – im Fall Ägyptens und Syriens -  durch die Publikmachung ihrer Waffenprogramme.“

Die vollständige Analyse gibt es unter dem folgenden Link: http://www.washingtoninstitute.org/pubPDFs/PolicyFocus94.pdf

(The Washington Institute for Near East Policy, Juni 2009)