Dienstag, 21.07.2009




Israel beschwert sich über UNIFIL
Israels Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Gabriela Shalev, hat sich bei UN-Generalsekretär Ban Ki-moon darüber beschwert, dass die UN-Truppen im Libanon (UNIFIL) nichts unternommen haben, um das Eindringen von libanesischen Bürgern in israelisches Hoheitsgebiet zu verhindern.

Am Berg Dov unweit der umstrittenen Sheba-Farmen waren am Samstag zwölf libanesische Zivilsten mit dem Segen der Hisbollah einige Dutzend Meter über die israelische Grenze gelangt und hatten dort die libanesische Flagge gehisst. Kurz darauf kehrten sie über die Grenze in den Libanon zurück. Die israelische Armee ließ sie gewähren,  da sie unbewaffnet und ungefährlich gewesen seien.

Shalev beklagte in ihrem Brief an Ban, dass Zeugen gesehen hätten, wie vor Ort anwesende UNIFIL-Truppen mit den Eindringlingen kooperiert hätten. Diese Art von Aktion stelle eine Eskalation und ein Verhaltensmuster im Libanon dar, dem entgegengetreten werden müsse. Sie fügte hinzu, dass es sich um einen klaren Verstoß gegen die UN-Sicherheitsratsresolution 1701 gehandelt habe, die 2006 einen Waffenstillstand zwischen der Terrororganisation Hisbollah und Israel begründete.

Die Grenze zwischen Israel und dem Libanon ist in dem betreffenden Gebiet nicht abgezäunt. Späher der israelischen Armee berichten, dass die Gruppe auch eine Hisbollah-Flagge mit sich geführt, diese aber nicht gehisst haben. Man habe das UNIFIL-Kommando umgehend über die Grenzüberschreitung informiert; als die Blauhelmsoldaten am Tatort eintrafen, befanden sich die Libanesen jedoch bereits wieder auf dem Rückzug.

(Haaretz, 20.07.09)