Montag, 27.07.2009




US-Experte warnt vor iranischem Atomprogramm
Die Erfolgsaussichten eines Dialogs mit dem Iran sind gering. Zu dieser pessimistischen Einschätzung gelangt zumindest der US-amerikanische Nonproliferationsexperte Mark Fitzpatrick in einem Interview mit dem Council on Foreign Relations. Darin äußert sich der langjährige Mitarbeiter des State Department auch zu der Möglichkeit einer rein zivilen Ausrichtung von Teherans Atomprogramm.

„Es gibt verschiedene Gründe, warum es unlogisch ist, dass der Iran darauf beharrt, ein Urananreicherungsprogramm zum Zwecke der Treibstoffproduktion für ein Kernenergieprogramm zu betreiben. Einer liegt darin, dass sein Insistieren auf Autarkie unmöglich zu realisieren ist, da er nicht über genügend Uranerz verfügt, das als Basis für das von ihm angestrebte Energieprogramm von zehn bis 20 Atomreaktoren dienen könnte. Er hat genug Uran für einen Reaktor oder für ein Atomwaffenprogramm, aber nicht für das Atomenergieprogramm, das er sich ausmalt. Eine noch dringlichere Angelegenheit ist, dass der Iran das angereicherte Uran, das er heute produziert, nicht in dem Reaktor in Bushehr verwenden kann, der Anfang nächsten Jahres in Betrieb geht, nachdem Russland in fertig gestellt haben wird. Die Brennelemente für Kernreaktoren sind sehr reaktorspezifisch, und nur Russland und vielleicht Westinghouse sind für die Treibstoffversorgung des Reaktor zertifiziert. Sollte der Iran seine eigenen Brennelemente zu bauen versuchen und sie in Bushehr installieren, wäre dies schrecklich unsicher und würde all die russischen Haftungsvorkehrungen für die Versorgung hinfällig machen. Der Iran weiß das und redet noch nicht einmal mehr davon, den Treibstoff für Bushehr zu liefern.“

Das vollständige Interview gibt es unter dem folgenden Link:
http://www.cfr.org/publication/19876/
negotiating_with_a_troubled_iran.html?breadcrumb=%2Fregion%
2F397%2Fmiddle_east


(Council on Foreign Relations, 20.07.09)