Dienstag, 08.09.2009




Iran verweigert Atomverhandlungen
Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat am Montag verkündet, dass die Islamische Republik weiter unbeirrt ihr umstrittenes Atomprogramm fortführen und niemals darüber verhandeln werde. Auf diese Weise reagierte er auf das grundsätzliche Gesprächsangebot des Westens.

US-Präsident Barack Obama hatte dem Iran bis September Zeit gegeben, auf das ihm unterbreitete Angebot einzugehen, bei Einstellung seiner Urananreicherung in den Genuss wirtschaftlicher Begünstigungen zu kommen; andernfalls würden verschärfte Sanktionen drohen. In der vergangenen Woche war das Regime in Teheran von den Weltmächten zu einer Antwort gedrängt worden, die bislang ausgeblieben war.

„Aus unserer Sicht ist unsere Atomstreit beendet“, sagte Ahmadinejad auf einer Pressekonferenz. „Wir werden unsere Arbeit im Rahmen der engen Kooperation mit der Internationalen Atomenergiebehörde fortsetzen. Wir werden nie über die eindeutigen Rechte der iranischen Nation verhandeln.“

Kurz darauf erklärte der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mahmoud ElBaradei, am Montag, dass die Kontakte seiner Organisation mit dem Iran in eine „Sackgasse“ gelangt seien.

Ebenfalls am Montag rief US-Vereidigungsminister Robert Gates die Verbündeten der USA in der arabischen Welt dazu auf, ihre militärische Schlagkraft und Zusammenarbeit mit Washington zu verstärken, um Druck auf den Iran auszuüben, sein Atomprogramm zu beenden. In einem Interview mit Al-Jazeera sagte Gates, die Vereinigten Staaten würden nach wie vor diplomatische und wirtschaftliche Ansätze vorziehen; allerdings müsse dem Iran klar gemacht werden, dass seine Sicherheit durch die Weiterverfolgung seines Atomprogramms nicht gestärkt, sondern gefährdet werde.

(Yedioth Ahronot, 07./08.09.09)