Donnerstag, 10.09.2009




Israelis stehen Deutschland freundlich gegenüber
70 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs begegnen die Israelis Deutschland mehrheitlich mit Sympathie. Nur noch 5% achten darauf, keine deutschen Produkte zu kaufen. Das ergibt eine neue Umfrage, die die Hebräische Universität und die Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam durchgeführt haben.

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Gefühle der israelischen Öffentlichkeit, und insbesondere der jüdischen Öffentlichkeit gegenüber Deutschland entgegen der offiziellen Position und der Haltung der Medien nicht nur neutral, sondern sogar von Sympathie getragen sind“, erklärte Professor Moshe Zimmerman vom Richard Koebner Minerva Centre for German History an der Hebräischen Universität Jerusalem. „Die Vergangenheit hat keine Schatten auf denEinstellungen gegenüber Deutschland in der Gegenwart hinterlassen, und die israelische Öffentlichkeit hat das Gefühl, dass es angemessen mit seiner Vergangenheit umgeht.“

Die Umfrage wurde bei einem repräsentativen Sample von 1200 Juden und 500 Arabern durchgeführt. Tatsächlich erweisen sich die jüdischen Befragten deutschfreundlicher als die arabischen. So sehen 52% der israelischen Juden das Engagement Deutschlands im Nahen Osten positiv, während nur 27% der Araber dies tun. Zimmerman führt dies auf den Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit zurück. So habe sich die deutsche Gesellschaft auf die Beziehungen mit Juden konzentriert.

Religiöse und politische Orientierung spielen in Israel auch im Verhältnis zu Deutschland eine Rolle. Generell gilt: Je weniger religiös und rechts gerichtet die Israelis sind, desto positiver ist ihr Bild von Deutschland und den Deutschen.

(Yedioth Ahronot, 10.09.09)