Mittwoch, 21.10.2009




Peres eröffnet Präsidentenkonferenz
Israels Präsident Shimon Peres hat am Dienstag die zweite israelische Präsidentenkonferenz eröffnet. Die diesjährige Konferenz steht unter dem Motto „Facing Tomorrow“ und widmet sich der Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft für Israel, das jüdische Volk und die ganze Welt.



3500 Teilnehmer aus aller Welt sind zu diesem Zweck nach Jerusalem gereist, darunter der französische Philosoph Bernard-Henri Levy, Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, der indische Guru Sri Sri Ravi Shankar, der makedonische Präsident Gjorge Ivanov, der frühere spanische Ministerpräsident José Maria Alfredo Aznar López und der Sondergesandte des Nahostquartetts, Tony Blair.

In seiner Eröffnungsrede betonte Peres u.a.:

„Die Hindernisse, denen wir in der Zukunft begegnen, machen starke Anstrengungen erforderlich, lokal und global. Viren, Infektionen und der Klimawandel respektieren keine Grenzen. Es besteht die Notwendigkeit für globale Bemühungen, um die zu sanieren, die am meisten unter der jüngsten Wirtschaftskrise gelitten habe; um den ökologischen Niedergang zu überwinden; um Armut, Hunger und Terrorismus zu bekämpfen; um der Gefahr zu begegnen, die totalitäre Staaten wie der Iran darstellen, der mit der Beschaffung mit Atomwaffen droht.

Globale und lokale Anstrengungen werden sicherstellen, dass wir diesen Bedrohungen für unsere individuelle und kollektive Sicherheit entgegentreten. Doch diese Anstrengungen machen noch mehr Weisheit als Stärke erforderlich.

Israel ist ein kleines Land mit wenigen Bodenschätzen. Es hat feste Grenzen. Aber seine Intelligenz hat keine Grenzen. Seine Intelligenz rührt von einem historischen Vermächtnis her. Unsere intellektuelle Stärke wurzelt in den Zehn Geboten, die Moses vom Berg Sinai herab brachte, um unser Gewissen zu leiten. Aber sie setzt sich bis heute fort, durch Einsteins Relativitätstheorie, die uns und dem Rest der Welt unendliche wissenschaftliche Möglichkeiten eröffnet hat.

Unsere begrenzte Bevölkerung und Größe hindern uns daran, zu einem globalen Führer bei der Herstellung zu werden. Aber unser wissenschaftliches Potential gewährt uns die Gelegenheit, zu einem globalen Führer in der Wissenschaft zu werden.

Die Geschichte lehrt uns, dass mit Weisheit zu leben mit moralischer Achtsamkeit zu leben bedeutet. Wir weigern uns, uns von den Schwierigkeiten, die uns begegnen, zu Pessimismus verleiten zu lassen. Wir bauen auf unsere intellektuelle Tradition und unser wissenschaftliches Talent, um einen positiven Staat zu bilden. Einen Staat, der ‚Ja’ sagt; ja zum Frieden, ja zur Gerechtigkeit, ja zur Freiheit. Ein Staat, der ja sagt zur Verbesserung der Welt, in der wir leben.“

Die vollständige Rede gibt es unter dem folgenden Link: http://www.mfa.gov.il/MFA/Government/Speeches+by+Israeli+leaders/2009/Pres_Peres_addresses_Israeli_Presidential_Conference_20-Oct-2009.htm


Foto: GPO

Bereits am Montag erhielt Präsident Peres von seinem kroatischen Amtskollegen Stjepan Mesic die Auszeichnung „Mann des Jahres im Dialog“ für das Jahr 2008. Zu den früheren Preisträgern gehören der ehemalige tschechische Präsident Václav Havel und der Dalai Lama.

(Außenministerium des Staaten Israel, 19./20.10.09)