Donnerstag, 10.12.2009




Amnesty alarmiert über Menschenrechtsverstöße im Iran
Die Menschenrechtssituation im Iran ist gegenwärtig so schlimm wie seit 20 Jahren nicht mehr. Diese erschreckende Entwicklung konstatiert ein neuer Bericht der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

„Die iranische Führung muss dafür sorgen, dass die unzähligen Vorwürfe von Folter, Vergewaltigung, illegalen Tötungen und anderem Missbrauch vollständig und unabhängig überprüft werden“, sagte Hassiba Hadj Sahroui, die stellvertretende Direktorin von Amnesty Internationals Nahost- und Nordafrikaprogramm.

Der 80 Seiten starke Bericht dokumentiert die Methoden der Verhaftung und Verfolgung von Oppositionellen im Anschluss an die Massenproteste nach den Präsidentschaftswahlen vom 12. Juni dieses Jahres. Er enthält zahlreiche Zeugenaussagen von während der Proteste Verhafteten. Einer von ihnen wurde für knapp zwei Monate mit mehr als 70 anderen in einem Container gefangen gehalten.

Offiziellen Angaben zufolge wurden während der Auseinandersetzungen nach den Wahlen 36 Menschen getötet; die Opposition spricht hingegen von 70 Toten. Mindestens 4000 Menschen wurden verhaftet.

Die iranischen Behörden verweigern Beobachtern von Amnesty seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 die Einreise.

Den Bericht gibt es unter dem folgenden Link: http://www.amnesty.org/en/library/asset/MDE13/123/2009/en/1e69a8fb-dcf1-4165-a7fc-a94369e364bf/mde131232009en.pdf

(Amnesty International, 10.12.09)