Mittwoch, 16.12.2009




Sagui: „Druck auch auf die Palästinenser“
Aaron Sagui, Pressesprecher der Botschaft des Staates Israel in Berlin, hat sich in einem Interview mit der Internetzeitung „Die Freie Welt“ einer Vielzahl von Fragen zur Lage im Nahen Osten gestellt.

Dabei bestärkte er Deutschland und Europa darin, beim Aufbau einer Infrastruktur in den palästinensischen Autonomiegebieten behilflich zu sein. Gleichzeitig mahnte er jedoch auch an, in Hinsicht auf den Friedensprozess nicht nur auf Israel Druck auszuüben. Schließlich habe Israel seine Bereitschaft zum Frieden jüngst erneut unter Beweis gestellt.

„Bisher hat die EU vor allem Druck auf Israel ausgeübt und Forderungen an Israel gestellt.
Wir in Israel haben das Gefühl, dass innerhalb der EU oftmals vergessen wird, dass es für den Prozess hilfreich sein kann, Druck auf beide Verhandlungsparteien – auch auf die Palästinenser – auszuüben, nicht nur auf eine Seite.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich öffentlich zur Zwei-Staaten-Lösung bekannt, und er hat die Siedlungsaktivitäten für elf Monate eingefroren. Wenn die EU im Nahen Osten wirklich helfen möchte, muss sie die Palästinenser überzeugen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und Druck auf sie ausüben, damit sie elementare Forderungen erfüllen:    

Die Anerkennung des Staates Israel als jüdischen Staat.
Die Anerkennung des Friedensvertrags als Endpunkt des Konflikts oder, anders formuliert, als Ende aller Forderungen. Dies ist der Schlüssel zum Frieden.”

Sagui versäumte auch nicht, auf das globale Ausmaß der iranischen Bedrohung hinzuweisen:

„Das Atomprogramm im Iran bedroht alle Staaten im Nahen Osten und womöglich  bald auch alle Länder der Welt. Ein atomar bewaffneter Iran torpediert jeden Friedensprozess in der Region. Ein atomar bewaffneter Iran fördert zudem die Radikalen in der Region: das derzeitige diktatorische Regime im Iran und die Terrororganisationen Hisbollah und Hamas. Es besteht die Gefahr eines atomaren Rüstungswettlaufs im Nahen Osten, denn ein atomar bewaffneter Iran wird Ägypten, die Türkei und Saudi-Arabien dazu bringen, nach Atomwaffen zu streben. Weiterhin ist der Iran dabei, Trägerraketensysteme zu entwickeln, die auch Europa erreichen können.

Wer jetzt noch Zweifel an der wahren Natur des iranischen Regimes hat, braucht nur zu beobachten, mit welcher Brutalität das Regime die Opposition im Land unterdrückt und die Jugend bedroht, die einen Wandel herbeiführen will. All dies verstärkt den Eindruck, dass dringendes Handeln erforderlich ist. Es muss im Interesse aller Länder und Völker der Region sein, eine Atommacht Iran zu verhindern.“

Den vollständigen Artikel gibt es unter dem folgenden Link: http://www.freiewelt.net/nachricht-2782/%22druck-auch-auf-pal%E4stinenser%22---interview-mit-aaron-sagui.html

(Die Freie Welt, 16.12.09)