Freitag, 08.01.2010




Blair: Netanyahu bereit zum Frieden
Der Sondergesandte des Nahostquartetts, Tony Blair, hat sich in der Haaretz zum Stand des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses geäußert. Dabei hob er die positiven Entwicklungen vor Ort im Westjordanland hervor.

„Wenn Sie nur um zwei Jahre zurückgehen – damals sagte man mir, Sie wissen, die Israelis werden nie irgendwelche dieser Kontrollpunkte räumen; sie werden Ihnen nie die Genehmigung erteilen für irgendeines dieser wirtschaftlichen Dinge; die Palästinenser wollen es nicht tun, es ist hoffnungslos. Wenn ich zwei Jahre später durch Jenin und Ramallah fahre – morgen werde ich Jericho besuchen, und kürzlich war ich in Nablus und anderswo, Hebron -, ja, da gibt es noch große Herausforderungen, selbstverständlich gibt es die, aber man kann auch die wirtschaftliche Entwicklung sehen, die sich vollzieht. Und ich sage den Leuten nur: ‚Verliert nie die Hoffnung.’“

Auf die Absichterklärungen von Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyhu angesprochen, meinte Blair:

„Meine Meinung ist immer gewesen, dass der Ministerpräsident bereit dazu ist, Frieden zu schließen, vorausgesetzt, dass dies unter Bedingungen geschieht, die Israels Sicherheit garantieren und gerecht für die Israelis sind. Was ich Außenstehenden immer sage, wenn ich versuche ihnen die ganze Problematik zu erklären, ist zuallererst; Sehen Sie sich die Landkarte an, wissen Sie, sehen Sie sich eine Landkarte der Region an, und dann sehen Sie, was für ein kleines Stück Land das ist, Israel und das palästinensische Gebiet. Wenn man nicht mit den Vor-Ort-Sorgen der Israelis in Bezug auf die Sicherheit umgehen kann, ist es unmöglich Frieden zu machen.“

(Haaretz, 08.01.10)