Donnerstag, 11.02.2010




Jerusalemer Hauptstraße aus byzantinischer Zeit freigelegt
Die Madaba-Karte, eine antike Mosaikkarte in einer jordanischen Kirche aus dem 6. bis. 7. Jahr. N. Chr., zeigt es deutlich: Der Eingang nach Jerusalem von Westen verlief in der byzantinischen Zeit durch ein sehr großes Tor, das zu einer einzelnen zentralen Durchgangsstraße führte.

Zahlreiche Hinweise auf bedeutende Gebäude in Jerusalem, die auf der Karte zu erkennen sind, wurden über die Jahre offenbar oder haben sich – wie bspw. die Grabeskirche - bis heute erhalten. Die breite Geschäftsstraße aus der Zeit, da Jerusalem zu einer christlichen Stadt wurde, war jedoch bislang nicht entdeckt worden. Grund hierfür ist, dass aufgrund der Bedingungen vor Ort keine archäologischen Ausgrabungen durchgeführt wurden.


Fotos: IAA

Wegen der Notwendigkeit eines gründlichen infrastrukturellen Eingriffs hat die Jerusalemer Stadtentwicklungsbehörde nun Renovierungstätigkeiten in dem Areal und insbesondere am Anfang der David-Straße eingeleitet. In diesem Zuge ist es sowohl Archäologen als auch der Öffentlichkeit ermöglicht worden, einen seltenen Einblick darauf zu erhaschen, was unter der bekannten Steinplattenpflasterung vor sich geht.



Auf Grundlage seiner Kenntnisse von der Madaba-Karte vermutete Dr. Ofer Sion, Ausgrabungsleiter von Seiten der Israelischen Altertumsbehörde (IAA), dass sich die alte, eben von jener Karte her bekannte Hauptstraße an dem von den Infrastrukturmaßnahmen betroffenen Ort befindet. „Und tatsächlich – nachdem einige archäologischen Schichten abgetragen worden waren, fanden wir in einer Tiefe von 4.5 Metern unter dem heutigen Straßenniveau zu unserer großen Begeisterung die großen Pflastersteine, die die Straße bedeckten.“

„Es ist wundervoll zu sehen, dass die David-Straße, die heute von so viel Leben wimmelt, den Verlauf der lärmenden Straße von vor 1500 Jahren bewahrt hat“, so Sion.

(Außenministerium des Staates Israel, 10.02.10)