Mittwoch, 24.02.2010




Gesetzliche Neuregelung von Eizellenspenden beschlossen
Nach zehnjähriger Beratungsphase hat die israelische Regierung am Montag beschlossen, die gesetzliche Neuregelung von Eizellenspenden in Israel zu unterstützen. Der revolutionäre Gesetzentwurf wird dem erzwungenen Eizellenspenden-Tourismus israelischer Frauen ein Ende setzen.

Der stellvertretende Gesundheitsminister, Yaacov Litzman, stimmte der Vorlage zu, nachdem sie auf das Drängen der führenden Rabbiner hin in der Weise ergänzt worden war, dass die Religionszugehörigkeit der Spenderin identifiziert werden kann und ein einer nichtjüdischen Eizelle entwachsenes Baby zum Judentum übertreten muss, um als jüdisch zu gelten.

Die Neuregelung bedeutet eine erhebliche Ausweitung des Kreises potentieller Spenderinnen und Empfängerinnen von Eizellen in Israel und legt das Spendenprozedere fest. Die gegenwärtige Gesetzeslage gestattet lediglich Eizellenspenden von Frauen, die sich in Befruchtungsbehandlungen befinden, oder wenn sie einer medizinischen Behandlung dienlich sind. Aus diesem Grund herrscht in Israel ein erheblicher Mangel an Eizellen, die Frauen zu Verfügung stehen, die ein Kind bekommen wollen.

Schätzungsweise fliegen monatlich etwa 250 Israelinnen ins Ausland, um für teures Geld Eizellenspenden zu erhalten. Dies geschieht etwa in der Ukraine, in Tschechien, Spanien, Indien und Südafrika.

(Haaretz, 22.02.10)