Mittwoch, 10.03.2010




Zum Fortschritt der iranischen Urananreicherung
Die New York Times hat angesichts des sich verschärfenden Konflikts mit der Islamischen Republik eine längere Evaluierung der Fortschritte und Implikationen des iranischen Urananreicherungsprogramms vorgenommen.

„Der Iran begann vor vier Jahren mit der Anreicherung von Uran im industriellen Maßstab mit Zentrifugen, Maschinen, die sich außergewöhnlich schnell drehen, um Uran 235 von der gewöhnlicheren Form des Elements, Uran 238, zu trennen. Uran 235 ist in der Natur eine Seltenheit; es spaltet sich leicht in zwei Teile oder Kernspaltungen, in Ausbrüchen von Atomenergie, in einem Reaktor oder einer Bombe. Reaktor-gradiger Treibstoff wird normalerweise als Uran 235 von etwa 4 bis 5 Prozent definiert und Bomben-gradiges als 90 Prozent oder mehr.

Der Wüstenkomplex, die Nuklearanlage von Natanz, hat den Grad von Uran 235 von seiner natürlichen Konzentration von 0.7 Prozent auf grob 4 Prozent erhöht. Über die Zeit hat die Anlage zwei Tonnen von konzentriertem Material produziert, genug um – bei weiterer Anreicherung – etwa zwei Atombomben herzustellen.

Am 7. Februar gab der Iran bekannt, er werde mit der Anreicherung seines Uranvorrats auf 20 Prozent beginnen – angeblich um Treibstoff für einen Forschungsreaktor in Teheran zu erzeugen. Atomexperten sagten, obgleich dies nach einem großen Sprung klinge, sei die Steigerung von 4 auf 20 Prozent ein recht leichter Schritt – in keiner Weise so anspruchsvoll und zeitraubend wie die Steigerung von 0.7 auf 4 Prozent. Und die Leichtigkeit weiterer Anreicherung von bereits angereichertem Uran hat die Welt aufhorchen lassen.

Die neuen Anreicherungsbemühungen setzten am 9. Februar ein. Drei Tage später kritisierten Frankreich, Russland und die USA Irans Schritt als eine „Eskalation“. In einem Brief an die Internationale Atomenergiebehörde, einem Zweig der Vereinten Nationen in Wien, schrieben die UN-Botschafter dieser Staaten, die gesteigerte Anstrengung habe „neue Sorgen in Bezug auf Irans atomare Absichten“ geweckt.

Ein hochrangiger Offizieller der Obama-Administration teilte Reportern – unter Wahrung seiner Anonymität – am 18. Februar mit, der Anreicherungsschritt und damit verbundene iranische Maßnahmen seien klare Provokationen. „Dieses Programm“, sagte der Offizielle, „bewegt sich mehr und mehr in Richtung des Strebens nach einem Waffenpotential.“

Den vollständigen Artikel gibt es unter dem folgenden Link: http://www.nytimes.com/2010/03/09/science/09enrich.html?ref=middleeast

(The New York Times, 08.03.10)