Mittwoch, 24.03.2010




Erstmalig Nierenplantation unterschiedlicher Blutgruppen gelungen
Im Beilinson Krankenhaus in Petah Tikva ist israelischen Ärzten erstmalig eine Nierentransplantation gelungen, bei der Spender und Empfänger unterschiedliche Blutgruppen haben. Diese Transplantation stellt einen Durchbruch dar, durch den der Anstieg von Lebendspenden um 40 Prozent zu erwarten ist.

Die Empfängerin der Niere war die 18-jährige Ortal Mahlev aus Herzliya. Sie hat Blutgruppe B und erhielt eine Niere von ihrem 51-jährigen Vater Shlomo Mahlev, der Blutgruppe A hat.

„Wenn Blutgruppen nicht kompatibel sind, greifen die Antikörper die fremden Blutkörperchen an“, sagt Dr. Alexander Yusmin, der Leiter der Nierentransplantionsabteilung sowie des Instituts für Nephrologie am Beilinson-Krankenhaus. Das Team von Dr. Yusmin führte die Transplantation durch, indem sie die Antikörper neutralisierten.

Diese Methode der Neutralisierung der Antikörper dauert mindestens zwei Wochen, was eine Transplantation für Patienten unmöglich macht, die umgehend eine neue Niere benötigen.

Diese Prozedur basiert auf einer Technologie, die vor 12 Jahren in Japan entwickelt wurde, da dort nur sehr selten Organe von Verstorbenen transplantiert werden. Das hängt mit religiösen Restriktionen des Shintoismus zusammen. Ärzte in der westlichen Welt nutzen diese Methode allerdings schon häufiger, insbesondere in den USA, Deutschland und Schweden.

Ungefähr 700 Israelis warten derzeit auf eine neue Niere. Israelische Mediziner glauben, dass 40 Prozent dieser Patienten bisher aufgrund unterschiedlicher Blutgruppen keine Niere von ihren Angehörigen erhalten konnten.

Im vergangenen Jahr wurden 83 Nieren von verstorbenen Spendern transplantiert; 69 Lebendspender gaben ihre Nieren weiter.

(Haaretz.com, 23.03.10)