Mittwoch, 24.03.2010




Gerechte unter den Völkern: Yad Vashem-Ehrungen in Berlin
Gerd Ramm, Otto Berger, Dr. Fritz und Auguste Fuchs sowie Frieda Mager-Brühl sind von der Nationalen Israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem posthum mit dem Ehrentitel „Gerechte/r unter den Völkern“ ausgezeichnet worden. Im Rahmen einer Gedenkstunde, die am 23. März 2010 in der Botschaft des Staates Israel in Berlin stattfand, nahmen Angehörige der Geehrten die Yad Vashem-Medaillen und –Urkunden vom Gesandten des Staates Israel in Berlin, Emmanuel Nahshon, entgegen.


(Gesandter Emmanuel Nahshon und Gisela Kuck vom Büro Yad Vashem der Botschaft)

Yad Vashem, die Behörde zur Verewigung des Andenkens an die Märtyrer und Helden, ist Erinnerungsstätte und zugleich Forschungszentrum, das sich mit dem Schicksal der europäischen Juden während der Zeit des Naziregimes beschäftigt. Es hat unter anderem auch die Aufgabe, derer in Dankbarkeit zu gedenken, die mit persönlichem Einsatz und unter Gefährdung des eigenen Lebens, oft auch dem ihrer Familien, versuchten, Juden zu retten.

Yad Vashem tut dies symbolisch mit dem Ehrentitel "Gerechte/r unter den Völkern". Die Geehrten – oder ihre Nachkommen - erhalten eine Medaille und Urkunde und der Name der „Gerechten“ wird auf der Memorial-Wall im "Garten der Gerechten" (s. Bild) in Yad Vashem verewigt. Dies ist die höchste Auszeichnung, die der Staat Israel an Nicht-Juden vergibt. Bis heute haben nahezu 23.000 Frauen und Männer aus allen Teilen Europas diesen Ehrentitel erhalten. Unter den Geehrten sind rund 500 Deutsche.

Die Geschehnisse, die zu den Ehrungen von Otto Berger und Gerd Ramm führten, fanden in Berlin statt. In Berlin überlebten in der Illegalität mit Wissen und Hilfe von Deutschen mehr Juden als anderswo die Verfolgung durch die Nazidiktatur. Die historische Forschung geht heute davon aus, dass – insbesondere ab Februar 1943 – zwischen 5.000 bis 10.000 Juden und Jüdinnen in den Untergrund gingen. Der jüdische Zahnarzt Dr. Fedor Bruck und andere verdanken ihr Leben dem Geehrten Otto Berger. Der Geehrte Gerd Ramm kam einer Vielzahl von Verfolgten lebensrettend zu Hilfe.
Das Rheinland war die Region der Ereignisse, die zu den Ehrungen von Dr. Fritz und Auguste Fuchs sowie Frieda Mager-Brühl führten. Es geht dabei um zwei Fälle, in denen deutsche Frauen jüdischer Herkunft im September 1944 deportiert werden sollten. Beide waren mit einem „Arier“ verheiratet. Sie lebten also – der Naziideologie zufolge – in so genannten „Mischehen“ und waren aus diesem Grund bis dahin von den Deportationen ausgenommen gewesen. Als nun das Naziregime auch gegen sie rigoros vorging, kamen die nun Geehrten den Verfolgten zu Hilfe und entzogen sie so dem Zugriff der Nazis.

Weitere Informationen zu den Gerechten unter den Völkern:
http://www.yadvashem.org/