Mittwoch, 21.04.2010




Netanyahu zur Jerusalem-Frage
„Good Morning America“ - Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat sich in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC zum aktuellen Stand des Nahostfriedensprozesses geäußert. Gleich eingangs wies er dabei die palästinensische Forderung nach einem Baustopp in jüdischen Wohngegenden Jerusalems als inakzeptabel zurück.

„Die palästinensische Forderung besteht darin, dass wir Juden daran hindern, in jüdischen Vierteln in Jerusalem zu bauen. Das ist, wissen Sie, eine inakzeptable Forderung. Wenn wir dies in London oder in New York oder in Paris tun würden, wäre der Aufschrei groß.

Die Frage Jerusalems würde und wird in den Endstatusverhandlungen diskutiert werden.“

Netanyahu wies auch auf die Bereitschaft seiner Regierung zu einer Zwei-Staaten-Lösung, die Entfernung Hunderter von Straßensperren und Kontrollpunkte im Westjordanland sowie das von ihm verhängte einjährige Moratorium im Siedlungsbau hin.

„Und sie [die Palästinenser] häufen alle Arten von Forderungen und Anforderungen als Vorbedingungen an, die den Start von Verhandlungen unmöglich machen. Ich hoffe, sie werden es sich anders überlegen. Ich hoffe, sie werden in Verhandlungen eintreten. Und ich denke nicht, dass das so schwierig ist, sobald man all diese Vorbedingungen aufgibt, die wir nie aufgestellt haben. Ich denke, wir sollten direkt und ohne Vorbedingungen zu den Verhandlungen zurückkehren. Oder indirekt. Aber ohne Vorbedingungen. Das ist der Weg, Frieden zu bekommen.“

Das vollständige Interview gibt es unter dem folgenden Link: http://abcnews.go.com/GMA/transcript-george-stephanopoulos-interviews-israeli-prime-minister-benjamin/story?id=10409599

(ABC News, 19.04.10)