Montag, 17.05.2010




Lieberman kritisiert palästinensische Führung
Israels Außenminister Avigdor Lieberman hat sich gegenüber der Haaretz von Japan aus telefonisch zum gegenwärtigen Stand des Nahostfriedensprozesses geäußert. Dabei verlieh er seinem Unmut darüber Ausdruck, dass die palästinensische Führung nicht angemessen auf das Entgegenkommen von israelischer Seite reagiert habe.

„Ich denke, wir haben viele Gesten gemacht, und alles, was wir dafür bekommen haben, sind Schläge ins Gesicht. Wie Sie sich erinnern, sind wir den einseitigen Schritt gegangen, ein Moratorium zu beschließen, eine Einfrierung der Bautätigkeiten in Judäa und Samaria. Wir haben zwei Staaten für zwei Völker anerkannt. Wir haben eine dramatische Zahl von Straßensperren entfernt und der Fatah das Abhalten einer Konferenz in Bethlehem erlaubt.

Die Zusammenarbeit mit Tony Blair hat zu einem Wirtschaftswachstum von acht bis neun Prozent in Judäa und Samaria geführt, während sich der Rest der Welt in einer Krise befand. Ich denke, wir haben zahllose Gesten gemacht, und was haben wir als Gegenleistung bekommen? Die Verherrlichung des Terrors, Straßen, die nach [den Terroristen] Yihyeh Ayash und Dalal Mughrabi benannt wurden. Und sie versuchen auf jedem internationalen Forum gegen uns zu hetzen und uns schlecht zu machen.

An dem Tag vor Israels Aufnahme in die OECD wandte sich [der palästinensische Ministerpräsident] Salam Fayad an Dutzende von Staaten mit einem Gesuch, um diese Aufnahme zu sabotieren. Sie machen weiter mit ihren Geschichten über Kriegsverbrechen während der Operation Gegossenes Blei in Gaza. Schließlich hat uns [der palästinensische Präsident] Mahmoud Abbas selbst angerufen und darum gebeten, ja gedrängt, den Feldzug fortzusetzen und die Hamas zu stürzen. Und wie viele Tage später beschwerte er sich beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag? Und sie machen weiter damit.“

Das vollständige Interview gibt es unter dem folgenden Link: http://www.haaretz.com/misc/article-print-page/lieberman-israel-s-gestures-to-palestinians-met-with-slaps-in-the-face-1.290038?trailingPath=2.169%2C2.225%2C2.226%2C

(Haaretz, 13.05.10)