Montag, 14.06.2010




Vierzig Länder bei Shoah-Konferenz in Jerusalem
Fast 200 Entscheidungsträger aus dem Bildungsbereich aus 40 Ländern nahmen an der 7. Internationalen Konferenz für die Bildung über und Erinnerung an den Holocaust teil, die am Wochenende in Yad Vashem im Jerusalem stattfand.

Die neuen Herausforderungen, denen Pädagogen gegenüberstehen, die über den Holocaust unterrichten, bildeten den Schwerpunkt der Konferenz.

Eine davon ist die steigende Tendenz, die Erinnerung an den Holocaust mit Kritik an Israel zu verbinden – anschaulich verdeutlicht an der Entscheidung der türkischen Delegation, ihre Teilnahme in Folge des jüngsten Zwischenfalls auf der Gaza-Flottille abzusagen.

Die von der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem durchgeführte Veranstaltung wurde von Philosophen, Historikern, Menschenrechtlern, Pädagogen, Politikern und Botschaftern besucht. Sie nahmen an Vorlesungen und Diskussionen zu verschiedenen Themen teil wie dem Umgang mit Holocaust-Leugnung, der Frage, wie ein „Wettbewerb“ zwischen dem Leid unter verschiedenen totalitären Regimen verhindert und die Beschränkung der Darstellung des jüdischen Volks auf seine Opferrolle vermieden werden kann.

„Die Tendenz, den Holocaust zu verharmlosen und neu zu interpretieren, führt zu einer veränderten Situation und neuen Problemen, mit denen die Pädagogen umgehen müssen,“ sagte der Vorsitzende von Yad Vashem, Avner Shalev, in Hinblick auf Entwicklungen, den Holocaust mit anderen europäischen Tragödien zu verbinden und die Probleme, die  bei der Bildung über den Holocaust gegenüber Muslimen aufkommen können, die einige wegen ihrer Ablehnung Israels beanstanden.

„Es ist wichtig, offen für neue Fragen zu sein und systematisch zu denken.“, so Shalev.

(jpost.com, 14.06.10)