Donnerstag, 22.07.2010




Syriens Rückkehr in den Libanon – eine Analyse
Das Zentrum für Internationale Sicherheitsstudien (INSS) hat eine neue Studie zur politischen Lage im Libanon veröffentlicht. Darin werden der erneut wachsende Einfluss Syriens auf dem libanesischen Schauplatz und seine Auswirkungen auf die Position der Hisbollah untersucht.

„Es scheint, dass Syrien, nachdem es vor fünf Jahren zur Beendigung seiner dreißig Jahre währenden Militärpräsenz gezwungen wurde, seine Herrschaft über sein westliches Nachbarland wieder geltend macht. Damaskus gründete seine Kontrolle des Libanon in der Vergangenheit auf eine massive Militärpräsenz und seine alles durchdringende Involvierung in die Regie des Theaters. In den vergangenen Jahre hat es seine Kontrolle durch eine Kombination von politischen Allianzen,  politischen Morden und regionaler Diplomatie schrittweise ausgeweitet.“

„Da Syrien seine Hegemonie im Libanon kräftigt, wird wohl auch die Verpflichtung der Hisbollah  - welche offensichtlich Teil von Syriens Abschreckungssystem geworden ist -, Syrien und womöglich auch den Iran bei einem zukünftigen Konflikt aktiv zu unterstützen, wachsen. So werden auch andere libanesische Führer und möglicherweise auch die Armee sich voraussichtlich ihrem Moment der Wahrheit gegenübersehen. Die Hisbollah ist sich dessen bewusst. [Ihr Generalsekretär Hassan] Nasrallah hat wiederholt betont, dass sich das Erscheinungsbild der Region bei einem weiteren Krieg mit Israel ändern würde. Gegenwärtig scheint es, dass die Organisation auch innerhalb des Libanon ihre Abschreckung ausbaut: Quellen aus dem Umfeld der Organisation haben jüngst Drohungen gegen jeden Versuch ausgestoßen, den regionalen Konflikt zu einem Angriff auf die Hisbollah zu nutzen (wie es angeblich 2006 geschehen sei); dies würde zu einem Wandel im politischen System führen, das seit 1943 im Libanon in Kraft ist, zu etwas, was als ein „politischer 7. Mai beschrieben wird – ein Hinweis auf eine militärische Übernahme Beiruts durch die Organisation.“

Die vollständige Analyse gibt es unter dem folgenden Link: http://www.inss.org.il/upload/(FILE)1279454587.pdf

(INSS, Juli 2010)