Montag, 09.08.2010




Verhandlungen mit dem Iran? Zehn Fragen
Vor dem Hintergrund der Möglichkeit erneuter Gespräche zwischen dem Iran und der „Wiener Gruppe“ (USA, Frankreich, Russland, IAEA) im Konflikt über das iranische Atomprogramm hat das Institut für nationale Sicherheitsstudien (INSS) an der Universität Tel Aviv eine kurze Analyse zu den Erfolgsaussichten eventueller Verhandlungen veröffentlicht. Sie enthält einen Katalog von zehn Fragen, an denen sich US-Unterhändler ggf. orientieren sollten.

„Die Dinge haben sich geändert seit Oktober 2009. Der Iran hat weiter Uran angereichert und die Anreicherung von 3.5% auf 20% erhöht, womit er einem militärisch anwendbaren Grad sehr nahe kommt. Der Sicherheitsrat hat schärfere Sanktionen verhängt, die gemeinsam mit den Sanktionen der USA, der EU und anderer Staaten beginnen, dem Iran weh zu tun, was der Grund dafür sein könnte, dass der Iran in die Wiederaufnahme von Gesprächen einwilligt. Während der ursprünglich geplante Deal  dem Iran jedoch die Menge von 3.5-prozentig angereichertem Uran entzogen hätte, die zum Bau einer Atombombe weiter angereichert werden könnte, würde ein ähnlicher Deal heute nichts Derartiges leisten. Der Iran hat mehr angesammelt, als er für zwei Atombomben bräuchte, und ihm die ursprüngliche Menge zu entziehen, würde diese Möglichkeit nicht beeinträchtigen.

Wenngleich der Iran sich zu Gesprächen bereit erklärt hat, sollte dies nicht als Zeichen dafür genommen werden, dass die Situation sich ändern wird.“

Die vollständige Analyse samt den zehn Fragen gibt es unter dem folgenden Link: http://www.inss.org.il/publications.php?cat=21&incat=&read=4287

(INSS, 08.08.10)