Freitag, 13.08.2010




Bild des Friedens: Ramallah am Ramadan
Wer derzeit Ramallah besucht, erlebt etwas, was es lange nicht gegeben hat im Westjordanland – eine Atmosphäre entspannter Normalität. Nicht wenige Einwohner werden sich die Augen gerieben haben, als sie am ersten Abend des Ramadan Generäle der israelischen Armee sahen, die gemeinsam mit Kollegen der palästinensischen Sicherheitskräfte durch die Stadt spazierten.

Die Visite des Kommandanten der israelischen Armee in Judäa und Samaria, Brigadegeneral Nizan Alon, und des Leiters der Zivilverwaltung, Brigadegeneral Yoav Mordechai, sowie die Koordinierungstreffen, die sie in diesem Rahmen mit Vertretern der palästinensischen Sicherheitsbehörden just zu dieser Zeit abhielten, sind ein Zeichen für die enge Kooperation, die seit drei Jahren zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde herrscht.

Bei der Ankunft in der Innenstadt von Ramallah fallen die neuen Parkvorschriften auf, die auch strikt durchgesetzt werden. Ordnung ist eingekehrt im Westjordanland – das ist der bleibende Eindruck.

„Die Sicherheitssituation könnte besser nicht sein“, sagt ein Möbelhändler. „Die Lage ist stabil, ruhig und geordnet, und Gott sei dank hat die Regierung die Kontrolle über das, was in der Stadt passiert.“ Der neu aus Nablus Hinzugezogene fügt noch hinzu, dass die Erleichterungsmaßnahmen von Seiten Israels den Grad an Feindseligkeit erheblich gesenkt hätten.

Eine andere Sache, die auffällt, ist dass im Gespräch mit den Einwohnern das Wort „Besatzung“ – anders als früher - überhaupt nicht mehr fällt. Worüber die Menschen sich Gedanken machen, sind in erster Linie die Geschäfte.

(Haaretz, 13.08.10)