Freitag, 22.10.2010




Ahmadinejad in Beirut – eine Analyse
Das Institut für nationale Sicherheitsstudien (INSS) hat eine Analyse zu dem Besuch des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad im Libanon von vergangener Woche veröffentlicht.

„Diese Reise, der erste offizielle Besuch des iranischen Präsidenten im Libanon seit 2005, bot der libanesischen und der iranischen Regierung den Anlass, siebzehn Abkommen zur bilateralen Zusammenarbeit, zur Stärkung der libanesisch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen in Bereichen wie Energie- Gas- und Ölpolitik, Handel und Landwirtschaft sowie zu gemeinsamen Investitionen zu unterzeichnen.

Obgleich Ahmadinejad seine Entscheidung zur Reise in den Libanon sehr bedacht als Ausdruck seiner Sehnsucht dargestellt hat, die „guten diplomatischen Beziehungen“ zwischen den beiden Ländern zu stärken, reichen die politischen und geostrategischen Implikationen seines Besuchs weit über den Bereich institutioneller zwischenstaatlicher Kooperation und Diplomatie hinaus.“

„Kurz gesagt: Trotz des konzilianten und diplomatischen Tons des iranischen Präsidenten während seiner Treffen mit Mitgliedern der libanesischen Regierung, offenbarten seine Stellungnahmen und seine Haltung, als er zu Irans lokalem Verbündeten, der Hisbollah, sprach, eine andere, sehr viel weniger nuancierte Agenda. So zielte Ahmadinejad bei der Zusicherung seiner Unterstützung der Hisbollah und gleichzeitigen Kritik an den andauernden UN-Untersuchungen, darauf ab, Druck auf die libanesische Regierung auszuüben, die Option eines Vorgehens gegen die libanesisch-schiitische Organisation aufzugeben. Durch seine Stützung der Hisbollah hat der Iran auch klar sein Interesse gemacht, weiterhin eine zentrale Rolle im Libanon zu spielen, und seine Hoffnung, seine Macht und seinen Einfluss in dem mediterranen Land noch zu steigern.“

Die vollständige Analyse gibt es unter dem folgenden Link: http://www.inss.org.il/publications.php?cat=21&incat=&read=4494

(INSS, 20.10.10)