Dienstag, 09.11.2010




WSJ: Hariri-Tribunal verdächtigt Hisbollah-Führung
Im Zusammenhang mit dem UN-Tribunal zum Mord an dem früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri steigen die Spannungen im Libanon. Wie das Wall Street Journal unter Berufung direkt unterrichtete Quellen berichtet, wird das Tribunal, das die Ermordung Hariris im Jahr 2005 untersucht, zwei bis sechs Mitglieder der Hisbollah anklagen.

Unter den Verdächtigen befinden sich auch Führungsmitglieder der schiitischen Terrororganisation. So sollen der einstige Hisbollah-Führer und international gesuchte Topterrorist Imad Mugniyah und sein Schwager, Mustafa Badreddine, auch er ein hochrangiger Militärkommandant der Organisation, an dem Autobombenanschlag beteiligt gewesen sein, der Hariri und 22 andere Menschen aus dem Leben riss.

Mugniyah wird für zahlreiche Terroranschläge auf amerikanische Ziele verantwortlich gemacht, einschließlich des Anschlags auf die Kaserne des U.S. Marine Corps in Beirut, bei dem 241 Soldaten getötet wurden. 2008 kam er in Damaskus selbst durch eine Autobombe ums Leben.

Von Seiten der Hisbollah hat man wiederholt mit Gewalt gedroht, falls Anklagen gegen Mitglieder erhoben werden sollten. Die Nr. 2 in der Hisbollah-Hierarchie, Naim Qassem, teilte der BBC mit: „Solch eine Anklage ist eine Warnglocke, die dem Entzünden der Zündschnur gleichkommt, dem Anzünden des Dochtes für eine Explosion, und sie ist gefährlich für den Libanon.“

Den Bericht gibt es unter dem folgenden Link: http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703665904575600374005892944.html

(The Wall Street Journal, 08.11.10)