Montag, 22.11.2010




DIG-Erklärung gegen „Kairos-Palästina-Dokument“
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) hat erneut ihre Kritik an dem „Kairos-Palästina-Dokument“ bekräftigt, das in Teilen der evangelischen Kirchen Anklang findet. Im Folgenden eine aktuelle Pressemitteilung der DIG zum Thema:

„Nachdem das sogenannte „Kairos-Palästina-Dokument“ offensichtlich in
Teilen der protestantischen Kirchen Unterstützung findet, kritisiert der Präsident
der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Reinhold Robbe, dieses Dokument
‚aus theologischer und politischer Sicht als inakzeptabel‘.

Wie Robbe erklärte, habe sich die DIG bereits im Mai dieses Jahres gemeinsam
mit anderen Organisationen eindeutig von dem Kairos-Dokument distanziert. An
der Richtigkeit dieser Kritik habe sich überhaupt nichts geändert, betonte Robbe
in einer Pressemitteilung.

Dieses Papier, das im Dezember 2009 in Bethlehem von einer Reihe kirchlicher
Laien und überwiegend palästinensischer Theologen verfasst und dann vom
Weltkirchenrat (ÖRK) verbreitet wurde, befasst sich mit Situation der
Palästinenser in den Autonomiegebieten und spricht sich unter anderem für
wirtschaftliche Sanktionen gegen Israel und in der Konsequenz auch gegen das
Existenzrecht Israels aus.

In diesem Dokument, so DIG-Präsident Robbe, werde mit ‚scheintheologischen
Argumenten‘ Stimmungsmache gegen Israel betrieben, die nicht akzeptiert
werden könne. Statt im Geist des Evangeliums für Frieden, Versöhnung und
Vertrauensbildung einzutreten, würden die Verfasser des Dokuments den
jahrzehntelangen Terror der Hamas leugnen und den Staat Israel als alleinigen
Verursacher der Probleme darzustellen versuchen. Das Dokument würde
schließlich in der Forderung gipfeln, Israel wirtschaftlich zu boykottieren. Robbe
wörtlich: ‚In diesem pseudochristlichen Papier wird die Bergpredigt ins Gegenteil
verkehrt.‘

Der DIG-Präsident forderte die Kirchen in Deutschland auf, das Kairos-Palästina-
Dokument kritischer als bisher zu hinterfragen. Das Papier sei der Versuch,
billige Stimmung gegen Israel zu machen. Es müsse endlich durch kompetente
Stellen geprüft werden, durch welche kirchlichen Gremien dieses ‚Dokument‘
legitimiert worden sei und was den Weltkirchenrat veranlasst habe, dieses Papier
ohne eine unbedingt notwendige kritische Kommentierung an die internationalen
Gliedkirchen weiterzuleiten.”

(DIG, 22.11.10)