Mittwoch, 16.03.2011




50 Tonnen Waffen an Bord des Frachters Victoria
Erste Inspektionen der Fracht des Schiffes ‚Victoria‘, das die israelische Marine am Dienstag vor der israelischen Mittelmeerküste gestoppt hatte, haben ergeben, dass sich etwa 50 Tonnen Waffen an Bord befanden. Gleichzeitig erhärten sich die Hinweise darauf, dass die Waffen aus dem Iran stammen.

Die israelische Marine hat eine vorläufige Liste der Waffen und Waffensysteme an Bord zusammengestellt:

- 230 Mörsergranaten (120 mm)
- 2270 Mörsergranaten (60 mm)
- 6 C-704-Seezielflugkörper
- 2 Radarsysteme englischer Herstellung
- 2 Raketenwerfer
- 2 hydraulische Montagekräne für Radarsysteme
- 66 960 Patronen für Kalaschnikow-Gewehre (7.62 mm)

Bei den Seezielflugkörpern C-704 handelt es sich um mit Radar ausgestattete Raketen mit einer Reichweite von 35 Kilometern.


Foto: IDF

„Dies sind strategische Waffen. Wenn die Hamas sie in die Hand bekommt, würden sie der strategischen Infrastruktur zur See und an der Küste schweren Schaden zufügen“, erläutert Brigadegeneral Rani Ben-Yehuda. Ben-Yehuda weist zudem darauf hin, dass die Raketen nicht nur für Schiffe der israelischen Marine, sondern auch zivile Frachter gefährlich sind, die den Hafen von Ashdod anlaufen.

„Da die Raketen so programmiert werden können, dass sie automatisch funktionieren, stellen sie eine Bedrohung für alle möglichen Ziele innerhalb ihrer Reichweite dar. Sie sind leichter zu handhaben und zu bedienen als frühere Raketen“, so der Brigadegeneral.

Den Kenntnissen der israelischen Armee zufolge besitzt die Hamas im Gaza-Streifen derzeit nicht diese Raketen. Hingegen verfügt die Hisbollah im Libanon über vergleichbare Ressourcen.

Der Marinekommandant fügte hinzu, dass an Bord der Victoria neben Symbolen der iranischen Revolutionswächter auch Bedienungsanleitungen auf Farsi gefunden worden. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass der Waffenschmuggel einen Versuch des Irans darstellt, das Machtgefüge im Nahen Osten zu verschieben.


Foto: GPO

Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hatte bereits am Dienstagnachmittag bei einem Besuch des neuen Zauns an der Grenze Israels zu Ägypten betont: „Was ich sicher sagen kann, ist, dass die Waffen aus dem Iran stammen, der eine Relaisstation in Syrien unterhält. Dies ist die Hauptachse, die auch die terroristischen Kräfte im Libanon, die Hisbollah, und die terroristischen Kräfte in Gaza beliefert.“

(Außenministerium des Staates Israel, 15.03.11)