Mittwoch, 18.07.2007




Kabinett beschließt Schulpflicht bis 18

Die Knesset hat gestern entschieden, dass israelische Jugendliche in Zukunft bis zum Alter von 18 Jahren in die Schule gehen müssen. Bisher bestand Schulpflicht bis zum 16. Lebensjahr. Das neue Gesetz, das im Laufe der nächsten drei Jahre in dies Praxis umgesetzt werden soll, stärkt den Kampf gegen Schulabbrecher, indem es von den lokalen Behörden und Schulen fordert, alternative Rahmenbedingungen für Schüler zu schaffen, die von ihren Schulen verwiesen werden.

„Israel übernimmt die Verantwortung für alle seine Schüler“, sagt die Generaldirektorin des Erziehungsministeriums und Knesset-Abgeordnete Ronit Tirosh (Kadima), die das Gesetz gemeinsam mit dem Knesset-Abgeordneten und Vorsitzenden des Erziehungsausschusses Michael Melchior (Avoda) initiiert hat. „12 Jahre Schulausbildung sind eine Grundvoraussetzung dafür, einen Beruf zu erlangen.“ Yitzhak Kadman, Vorsitzender des Rates für das Kind, bezeichnete die Verabschiedung des Gesetzes als eine „historische Revolution“, die die Verwirklichung des Grundrechts auf Bildung ermögliche.

Bis zum letzten Moment war es unklar, ob das Gesetz verabschiedet werden würde, da Erziehungsministerin Yuli Tamir und die Koalitionsmehrheit aus finanziellen Erwägungen dagegen opponierten. Das Erziehungsministerium schätzt, dass die Kosten zur Umsetzung der neuen Bestimmungen etwa 770 Millionen NIS im Jahr betragen werden. Das Finanzministerium geht dagegen von der Hälfte der Kosten aus. „Es ist unmöglich, ein Erziehungsgesetz ohne Budget zu verabschieden“, sagte Tamit, fügte jedoch gleichzeitig hinzu, dass sie das Gesetz im Grundsatz unterstütze.

Das Zentralamt für Statistik schätzt die Zahl der Schulabbrecher auf 30 000 pro Jahr. Dabei weist die jüdische Bevölkerungsmehrheit eine Abbruchrate von 4.7 Prozent auf, während der arabische Sektor auf ganze 8.3 Prozent kommt. Am höchsten ist die Abbruchrate bei den Beduinen (9.8%).

(Ha’aretz, 18.08.07)