Mittwoch, 18.07.2007




Vermittelt die Türkei zwischen Israel und Syrien?

Israel hat heute Äußerungen des syrischen Staatspräsidenten Bashar Assad bestätigt, denen zufolge eine dritte Partei den Kontakt zwischen beiden Staaten vermittle. Assad hatte in seiner gestrigen Parlamentsansprache in Damaskus nicht bekannt gegeben, um wen es sich bei dieser dritten Partei handele. Man geht jedoch in Jerusalem davon aus, dass er sich auf die Türkei bezog.

Die Türkei hat in der Vergangenheit bereits mehrmals Botschaften zwischen Israel und Syrien übermittelt. Auch war sie es, die die informellen Gespräche zwischen dem Generaldirektor des israelischen Außenministeriums Alon Liel und dem syrischen-amerikanischen Unterhändler Ibrahim Suleiman initiiert hat.

Nun hat Mark Regev, der Sprecher des israelischen Außenministeriums, mitgeteilt, dass seit längerem Kontaktaufnahmen zwischen Israel und Syrien durch Dritte erfolgt sind, die Vermittler es jedoch nicht geschafft hätten, die beiden Seiten zu Friedensverhandlungen zu bewegen. Dabei betonte er, dass die Türkei, europäische Staaten und Nancy Pelosi, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Botschaften an Syrien übermittelt hätten, die Angebote Israels jedoch nicht ernsthaft behandelt, sondern lediglich zur Verbesserung der Beziehungen mit dem Westen instrumentalisiert worden seien. „Das Problem ist nicht der Mangel an Gutgesinnten, die ihre Hilfe anbieten. Das Problem liegt offensichtlich in den politischen Zielen des Regimes in Damaskus. Während es möglich ist, dass sie über Frieden reden, ist dies eben alles – reden“, so Regev. „Tatsächlich spielen sie die israelische Karte in zynischer Weise aus, um ihre diplomatischen Probleme mit Europa und Nordamerika zu lösen - ohne wirkliche Absichten, ihre Beziehung zu Israel zu verändern.“

(Ha’aretz, 18.07.07)