Mittwoch, 18.05.2011




Gantz: Israelische Armee steht vor komplexer Realität
Der Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL), Generalleutnant Benny Gantz, hat auf der Jahreskonferenz der Organisation „The Israel Project“ einen allgemeinen Überblick über die aktuelle Sicherheitslage im Nahen Osten gegeben.


Foto: ZAHAL (Archiv)

„Wer sorgfältig beobachtet hat, was sich [am Sonntag] auf den Golan-Höhen ereignete, hat gesehen, dass die Eindringlinge in einigen Fällen mit Kameras vor sich dastanden, und was sie interessierte, war die Bildübertragung“, so Gantz. „Die Realität ist heute in operationeller Hinsicht komplexer, aber sie ist ebenso komplex, was den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit angeht. Es ist sehr kompliziert, die moralische Spannung zu vermitteln, die zwischen der moralischen Pflicht, die wir hinsichtlich der Art und Weise, in der wir Gewalt ausüben auf uns nehmen, und unserem moralischen Zwang, unser Land zu verteidigen, besteht – und all das läuft vor den Augen von Kameras ab, online.“

Zu den Umbrüchen in der arabischen Welt bemerkte der Generalstabschef: „Die Ereignisse im Nahen Osten gehen sehr sehr schnell vonstatten, und die Realität verändert sich. Wir befinden uns in einer Situation, die den Staat Israel zukünftig in vieler Hinsicht vor schwere Herausforderungen stellen könnte.“

Dabei Gantz verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Menschenrechte und die Stellung der Frau im Nahen Osten weiter gestärkt würden: „Wenn dies passiert, werden wir uns auf dem Weg in eine bessere Zukunft befinden.“

„Wir müssen uns auf die Möglichkeit einstellen, dass dies nicht passiert und stattdessen die radikalen und fundamentalistischen Kräfte das politische Chaos in der Region ausnutzen“, meinte Gantz weiter. „In gewisser Weise erinnert mich das an die Lage im Jahr 1967, und darauf müssen wir uns in jeder operationellen Hinsicht vorbereiten.“

(Israelische Verteidigungsstreitkräfte, 18.05.11)