Montag, 27.06.2011




Netanyahu bei Kabinettssitzung: Hamas hält sich nicht an internationale Standards
Bei der Kabinettssitzung am Sonntag erklärte Ministerpräsident Binyamin Netanyahu:

„Gestern war der fünfte Jahrestag der Entführung Gilad Shalits. Er wird von einem brutalen Feind, der Hamas, festgehalten, der sich weigert, auch nur die minimalen Anforderungen der internationalen Vereinbarungen und humanitären Bedingungen einzuhalten. Die Hamas hat bisher nicht einen einzigen Besuch des Roten Kreuzes gestattet. Shalit wird unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten, und wir alle kennen das Leid seiner Familie. Ich denke, dass die gesamte Nation und jeder gerechte Mensch auf der Welt über die Handlungen der Hamas empört ist.

Der Staat Israel ist bereit, für die Freilassung Gilads sehr weit zu gehen, weiter als jedes andere Land, jedoch liegt es in meiner Verantwortung, auch die Sicherheit und das Leben des israelischen Volkes zu bedenken.

Wir haben einen Vorschlag vom deutschen Vermittler erhalten. Dieser Vorschlag ist für den israelischen Staat hart, er ist nicht einfach. Dennoch haben wir zugestimmt, ihn anzunehmen, im Glauben, dass er einen Mittelweg darstellt zwischen unserem Wunsch, Gilads Freilassung zu erreichen und möglichen Schaden am Leben und der Sicherheit des israelischen Volkes zu verhindern. Im Moment erwarten wir noch die offizielle Antwort der Hamas auf den Vorschlag des deutschen Vermittlers.“

(Amt des Ministerpräsidenten, 26.06.11)

In Paris demonstrierten derweil am Sonntag 400 Menschen vor dem Rathaus für die Freilassung Gilad Shalits, der neben der israelischen auch die französische Staatsbürgerschaft innehat.

„Nirgendwo auf der Welt ist jemals so viel Zeit vergangen, bis man Nachricht von einem Gefangenen erhalten hat. Seine Eltern haben seit zweieinhalb Jahren keine Nachricht mehr von ihm. Sie wissen noch nicht einmal, ob er überhaupt noch lebt“, so Pierre Aidenbaum, Bürgermeister des Dritten Arrondissements.

Gil Tayeb, Präsident der Allianz für Israel (ASI) erklärte: „Wir rufen die französische Regierung und die Medien dazu auf, sich für Frieden einzusetzen. Wir wollen, dass sie Hamas dazu zwingen, internationales Recht zu achten und den Staat Israel anzuerkennen.“

Auch in Deutschland gedachten die Menschen der Entführung Shalits. Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte:„Seit über 1.800 Tagen wird Gilad Shalit festgehalten. Seit 2009 gibt es kein offizielles Lebenszeichen mehr von ihm. Gilad Shalits Schicksal bewegt unsere israelischen Freunde, und es bewegt auch uns. Sein Martyrium muss endlich aufhören, seine Freilassung ist ein Gebot der Menschlichkeit. Das fordern wir von denjenigen, die ihn festhalten. Wir tun weiterhin das uns Mögliche, damit Gilad Shalit endlich freikommt.“

(Auswärtiges Amt, 24.06.11)

Die Jugendlichen des Jugendzentrums Neshama der Israelitischen Kultusgemeinde München wollten nicht länger untätig sein und beschlossen eine Aktion, um die deutsche Bevölkerung auf das Schicksal Gilad Shalits und auf die Illegalität seiner Gefangenschaft aufmerksam zu machen. Sie informierten tausende Menschen auf dem Münchner Marienplatz am Tag vor diesem traurigen Jubiläum, verteilten einen Flyer mit der Geschichte Gilads, Infomaterialien, Aufkleber und sammelten hunderte von Unterschriften für eine Petition an das Internationale Komitee des roten Kreuzes, die Vereinten Nationen und Amnesty International mit der Aufforderung, sich stärker für die Freilassung Gilads einzusetzen. Auch viele Luftballons die an die Passanten verteilt wurden, trugen diese Botschaft durch die ganze Stadt.


Foto: Marina Maisel

Aufgrund des großen Erfolges dieser Aktion, die auch von anderen Jugendzentren in der gesamten Bundesrepublik unterstützt wurde, haben sich die Veranstalter vorgenommen. die Aktion zu wiederholen. Sie hoffen allerdings, dass dies nicht nötig sein wird, da Gilad hoffentlich bald wieder in Freiheit bei seiner Familie ist.

(Marat Schlafstein/Neshama)


Foto: Marina Maisel