Donnerstag, 30.06.2011




Wissenschaftsminister Hershkovitz auf Deutschland-Besuch
Der israelische Minister für Wissenschaft und Technologie, Prof. Dr. Daniel Hershkovitz, kam diese Woche zu einem mehrtägigen und vielseitigen Besuch nach Deutschland. Neben dem Wissenschaftsminister und seiner Gattin Shimona gehörten der Delegation Menachem Greenblum (Generaldirektor des Ministeriums für Wissenschaft), dessen Ehefrau, Ilana Löwi (Abt. Intern. Relations im Ministerium für Wissenschaft) und Liron Zaslansky (Erste Sekretärin für Energie, Umwelt und Wirtschaft an der Botschaft des Staates Israel) an.

Stationen seines Besuches waren Lindau, Worms, Aachen, Köln und Jülich.

In Lindau nahm die Delegation auf Einladung von Bundeswissenschaftsministerin Prof. Dr. Annette Schavan am 61. Lindau Nobel Laureate Meeting Physiology/Medicine teil. In ihrer Begrüßungsrede erwähne Schavan insbesondere die guten deutsch-israelischen Beziehungen auf wissenschaftlichem Gebiet.

Der Besuch in Worms war Minister Hershkovitz vor allem aus persönlichen Gründen ein Anliegen, da seine Familie aus dieser Stadt stammt.

In der Pressemitteilung der Stadt Worms heißt es dazu: „Wie er beim Empfang im Raschi-Haus gegenüber Oberbürgermeister Michael Kissel offenbarte, reiche sein Stammbaum zurück bis in die Zeit Raschis. Und noch mehr als dies: Mit dem bekannten Talmudkommentator und Gelehrten Rabbi Salomon ben Isaak ist der Minister sogar verwandt.  Für ihn sei es einer der größten Momente in seinem Leben, sagte Hershkovitz sichtlich emotional bewegt, den Ort seiner Urahnen besuchen und berühren zu können. Als Sohn zweier Überlebender des Holocaust erinnerte er an die dunkle Vergangenheit und die von den Nationalsozialisten belastete Geschichte beider Nationen, die in den Jahren nach dem Naziregime wieder zueinander gefunden und sich versöhnt hätten. Heute bestehe eine Freundschaft, die Deutsche und Juden verbinde, so Hershkovitz.“


Foto: Stadt Worms/Presseabteilung

In Aachen traf Hershkovitz bei der Eröffnung des Ersten Deutsch-Israelischen Forums zur Forschungskooperation erneut auf Bundeswissenschaftsministerin Schavan. Die Minister betonten bei ihren Grußworten zum Auftakt der Veranstaltung in der RWTH Aachen am Dienstagvormittag die hervorragend funktionierenden wissenschaftlichen Beziehung beider Länder, aber auch die zwischen ihnen persönlich bestehende enge menschliche Verbindung.

Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Perspektiven der Deutsch-Israelischen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung“ führte in das „Erste Deutsch-Israelische Forum zur Forschungskooperation“ (DIFF) ein. Wissenschaftler deutscher und israelischer Hochschulen waren der Einladung der beiden Wissenschaftsministerien nach Aachen gefolgt.


Foto: Botschaft des Staates Israel

Das erste Deutsch-israelische Forschungsforum wurde von beiden Wissenschaftsministern im Februar 2010 aus Anlass des 25. Jubiläums der Umbrella-Symposien (wissenschaftliche Kooperation zwischen dem Technion, der RWTH Aachen und dem FZ Jülich) bei einem Israelbesuch von Ministerin Schavan angeregt. Als Plattform übergreifender Kooperationen sollte dieses Instrument nach Ansicht der Teilnehmer nicht nur beibehalten, sondern ausgebaut werden.

Am Dienstagnachmittag war der Minister zu einer Begegnung mit den Vorständen und Interessierten aus der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen sowie der Jüdischen Gemeinde Aachen in die Räume der Jüdischen Gemeinde eingeladen. Neben dem Vorsitzenden der DIG, Axel Holst, waren der gesamte Vorstand und Beirat, darunter Beiratsmitglied Bürgermeisterin Hilde Scheidt, sowie viele Mitglieder des Jugendforums anwesend. Der Gemeindevorsitzende Dr. Robert Neugröschel führte durch Synagoge und Gemeinde und stellte das Gemeindeleben sowie die Geschichte der Juden in Aachen vor. Nach einem anschließenden Einblick in die Aktivitäten der DIG kam es zu einem offenen Gespräch über wissenschaftliche Themen und aktuelle politische Fragen.

Am Morgen hatte der Minister am Shacharit-Gebet in der Gemeinde teilgenommen und nach der Begegnung das Mincha gesprochen.

Am Mittwoch besuchte Hershkovitz das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Der Minister traf den Vorsitzenden des DLR-Vorstands, Prof. Johann-Dietrich Wörner, und dessen Stellvertreter Klaus Hamacher, um sich über eine vertiefte deutsch-israelische Forschungszusammenarbeit und mögliche Kooperationsprojekte auszutauschen. Das DLR pflegt in den Bereichen Luftfahrt-, Raumfahrt- und Energieforschung seit Jahren einen engen Austausch mit Wissenschaftlern aus Israel. An mehreren DLR-Instituten und –Einrichtungen wurden bereits erfolgreiche Kooperationsprojekte mit Partnern, vor allem an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, durchgeführt.


Foto: Botschaft des Staates Israel

Am selben Tag reiste die Delegation nach Jülich ins Jülicher Supercomputing Centre (JSC) weiter. Zur Begrüßung wurde der Minister von dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Achim Bachem empfangen. Danach besichtigten Hershkowitz und der Generaldirektor des israelischen Ministeriums für Wissenschaft und Technologie, Menachem Greenblum, das JSC, das unter anderem Deutschlands schnellsten Rechner JUGENE betreibt. Anschließend informierte Prof. Ulrich Schurr die israelische Delegation am Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG) über aktuelle Jülicher Projekte zur Pflanzenforschung.


Foto: Botschaft des Staates Israel

Nach Abreise der Delgation nach Israel zieht die Diplomatin Liron Zaslansky, Erste Sekretärin für Energie, Umwelt und Wirtschaft an der Botschaft des Staates Israel, ein äußerst positives Fazit:

„Die Wissenschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Israel waren schon vor Aufnahme der diplomatischen Beziehungen beider Staaten stark. Mit der Eröffnung des Ersten Deutsch-Israelischen Wissenschaftsforums erleben diese Beziehungen einen vorläufigen Höhepunkt. Es wurde zu einer Plattform für einen besonderen Austausch und Kontakt zur Stärkung der verschiedenen Kooperationen. Wunderbar war zu erleben, wie die Delegation an all ihren Stationen herzlichst empfangen und willkommen geheißen wurde, wobei an dieser Stelle allen Gastgebern und Organisatoren der Besuche vielmals gedankt sei. Auf persönlicher Ebene war der Besuch in Worms ein sehr emotionaler Höhepunkt für alle Beteiligten. Die Delegation flog mit großer Motivation, die sehr guten deutsch-israelischen Wissenschaftskooperationen weiter fortzuführen und auszubauen, zurück nach Israel“.

Einen ausführlichen Bericht über alle Stationen der Reise finden sie hier:
http://www.botschaftisrael.de/2011/06/30/wissenschaftsminister-hershkovitz-in-deutschland/