Donnerstag, 07.07.2011




IAEA beunruhigt über neue iranische Atompläne
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Yukiya Amano hat am Mittwoch seine Beunruhigung über die iranischen Pläne für eine Verdreifachung der Kapazitäten für die Urananreicherung geäußert. Er plane für nächste Woche ein Treffen mit dem iranischen Außenminister, so Amano.

„Die wichtigste Botschaft an den Iran ist, dass das Inspektionsabkommen und andere relevante Verpflichtungen voll implementiert werden muss. Wir benötigen weitere Kooperation ihrerseits, um das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft wieder herzustellen“.
 
Die IAEA habe einen „sehr einfachen“ Brief erhalten, in dem der Iran seine Absichten zur Verdreifachung der Uran-Anreicherung erklärt habe, so Amano weiter. „Wir sind darüber sehr beunruhigt“, erklärte der IAEA-Chef.

Der Iran hat letzten Monat angekündigt, er werde die Produktion von hochangereichertem Uran in einen unterirdischen Bunker verlegen und die Output-Kapazitäten verdreifachen.

Im Westen wird vermutet, dass der Iran eine Anlage zur Produktion von Atomwaffen errichten will.

Die iranische Weigerung, die Anreicherung einzustellen, hat bereits zu vier Runden von UN-Sanktionen geführt. Die Tatsache, dass der Iran sein Atomprogramm unbeirrt weiterverfolgt, verstärkt allerdings den Eindruck, dass die Sanktionen ihre Wirkung verfehlen.

Amano erklärte, er würde die Annahme einer Einladung in den Iran durchaus in Betracht ziehen, betonte jedoch, dass diese konkrete Ergebnisse zum Ziel haben müsse. „Im Moment sehe ich leider keine Fortschritte“, so Amado.

(Jerusalem Post, 07.07.11)

Derweil besteht Sorge wegen der neuerdings wieder sehr freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Iran und Nordkorea. Schon lange besteht der Verdacht, Nordkorea könnte dem Iran bei der Weiterentwicklung seines Atomprogramms behilflich sein.

Dies wäre auch eine weitere Bestätigung dafür, dass der Iran nicht, wie er selbst behauptet, nur eine zivile Nutzung von Atomwaffen anstrebt. Für eine Entwicklung ziviler Atomenergie hätte er die Hilfe der Russischen Föderation in Anspruch nehmen können.

(Haaretz, 07.07.11)