Donnerstag, 07.07.2011




Mit dem Handy gegen Malaria
Ein israelischer Forscher hat eine günstige Technik entwickelt, um die Schwere einer Malaria-Erkrankung einzuschätzen. Der Clou: man benötigt dazu nur eine einfache Handy-Kamera.

Dr. Alberto Bilenca, Forscher an der Ben-Gurion Universität des Negev, hat von der "Bill und Melinda Gates Foundation" ein Forschungsstipendium von 100.000 Dollar erhalten, um seine Technologie weiterzuentwickeln.

Malaria ist nach HIV die Krankheit, an der in Afrika am meisten Menschen sterben. Etwa 85% aller Malaria-Fälle treten bei Kindern unter fünf Jahren auf.

Das besondere an der von Bilenca entwickelten Technologie ist, dass sie nicht nur die Krankheit diagnostizieren, sondern auch deren Schwere einschätzen kann, was für die Entscheidung für die geeignete Therapieform besonders wichtig ist.

Im Moment existiert nur ein Prototyp des Systems, im nächsten Jahr soll es in die Testphase in Afrika gehen. Die nächste Stufe sind dann Tests unter Laborbedingungen.


Alberto Bilenca Foto: MFA

Bestechend sind die Kosten des Apparats: Die Speziallinse für eine normale Handykamera kostet nur 15 Dollar. Und die damit aufgenommenen Bilder könnten vom Handy direkt zu Labors in Afrika oder auch in Übersee übermittelt werden, wo die Diagnose dann von Experten gestellt werden könnte.

Die Technik kann das Pigment Hämozoin auf der Haut erkennen, das ein wichtiger Indikator für Malaria ist. Der Malaria-Erreger attackiert die Roten Blutkörperchen und scheidet bei der Verdauung Hämozoin aus. Dieses Pigment verändert dann die Lichtreflektion auf dem Gewebe.

Die Schwere der Krankheit kann vor allem über den Blutfluss eingeschätzt werden, da das „Malaria-Pigment“ die Blutzirkulation in den Venen verlangsamt.

Kontakt zu Dr. Alberto Bilenca: bilenca@gmail.com

(Außenministerium des Staates Israel, 07.07.11)