Mittwoch, 17.08.2011




Renovierung des Damaskus-Tors steht vor Abschluss

Die Sanierung des Damaskus-Tores, des ältesten der Stadttore der Altstadt von Jerusalem, steht kurz vor ihrem Abschluss.

Das Tor, das 1538 vom Architekten des osmanischen Sultans Suleiman geplant worden war, hat sich seit seiner Errichtung nur wenig verändert. Doch die Zeit und mehre Kriege hatten ihre Spuren hinterlassen.

So wurde das Tor nun in zehnmonatiger mühevoller Kleinarbeit restauriert. Die Planer standen hierbei vor einem Grunddilemma: Sollten moderne Elemente genutzt werden, um das Tor wieder in den Zustand von vor 500 Jahren zu versetzen, oder sollten Elemente, die über die Jahrhunderte hinzugefügt worden waren, in die Restaurierung integriert werden?

So hatten beispielsweise die Briten bereits im letzten Jahrhundert Versuche unternommen, das Tor zu restaurieren, dabei jedoch Steine verwendet, die entweder nicht dem ursprünglichen Stil entsprachen oder an die falsche Stelle gesetzt wurden.


Renovierungsarbeiten am Tor (Foto: Haaretz)

Die Antikenbehörde hat sich letztlich dazu entschieden, das Erscheinungsbild von 1538 wieder herzustellen. Hierfür wurde lange nach dem richtigen Steinmetz gesucht, der die dem osmanischen Original am ähnlichsten sehenden Steinquader herstellen könnte. Die Wahl fiel schließlich auf einen palästinensischen Steinmetz aus einem Dorf in der Nähe von Jerusalem.

Damit zukünftige Generationen dennoch die originalen Steine von den nachträglich hinzugefügten unterscheiden könnten, sind die neuen Quader mit dem Logo der Antikenbehörde gekennzeichnet.

Hätte man aber den gesamten urbanen Schmutz, etwa Pflanzen und Vogelnester, entfernt, hätte dies dem Tor seinen Charme genommen. Aus diesem Grund und auch um das Tor nicht unnötig mit Chemie anzugreifen, wurde viel davon belassen und das Tor nur grob gereinigt.

(Haaretz, 17.08.11)