Freitag, 02.09.2011




Protestierende bereiten sich auf „Marsch der Million“ vor

Die soziale Protestbewegung, die das Land seit Mitte Juni überrollt hat, steht am Samstagabend an einem Scheideweg, nachdem einige Aktivisten einen „Marsch der Million“ ausgerufen haben. Die Demonstration wird als Lackmustest für die Proteste angesehen, die mit einer Zeltstadt auf dem Rothschild-Boulevard in Tel Aviv begonnen und für die Rückkehr sozialökonomischer Themen auf die politische Tagesordnung gesorgt haben.

Itzik Shmuli, Vorsitzender der Nationalen Studentenvereinigung erklärte zur geplanten Demonstration: „An diesem Samstag werden wir unser sozioökonomisches Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Wenn wir nicht zu den Demonstrationen gehen, dann geben wir unser Schicksal für die nächsten 25 Jahre aus den Händen“.

Die Demonstration in Tel Aviv ist für 19.30 Uhr Ortszeit angesetzt. Traditionell treten bei den Demonstrationen auch prominente Sänger auf. Mit Eyal Golan ist morgen Abend zum ersten Mal ein Sänger dabei, der dem orientalischen Genre zugerechnet wird. Außerdem tritt die Hip Hop-Band "Hadag Nahash" auf, die eine Woche später bei einem Konzert in Berlin zu erleben ist. Auch der komplette Cast der beliebten Politsatire-Show „Eretz Nehederet“ (Ein wundervolles Land) nimmt im Rahmen einer Sondersendung zur Demonstration teil.

Mindestens in neun Städten, von Nahariya im Norden bis Mitzpe Ramon im Süden, sind für den Samstagabend Demonstrationen angemeldet.

Nach Medienberichten wollen die Organisatoren auf der morgigen Demonstration verkünden, die Zelte abzubauen und in eine neue Phase des Protests einzutreten. Die Menschen auf dem Rothschild-Boulevard bestreiten das.

„Natürlich sind die Zelte mit dem Ende der Sommerferien weniger geworden“, so einer der Protestierenden. „Die Zelte sind aber ohnehin nur ein Symbol, die Proteste gehen weiter, auch wenn die Zelte nicht mehr stehen.“

Um wirklich eine Million Teilnehmer für die Demonstration zu gewinnen, wurde eigens ein Lagezentrum eingerichtet, das alle Social-Media-Aktivitäten koordinieren soll. Von dort wurde auch die Initiative „Fünf gehen auf mich“ gestartet, in der sich in einer Art Kettenbrief-System jeder Teilnehmer verpflichten soll, fünf weitere Teilnehmer zur Demonstration mitzubringen.

(Jerusalem Post, 02.09.11)

Hadag Nahash bei den jüdischen Kulturtagen Berlin: www.juedische-kulturtage.org/veranstaltungen/0910_2100_astra_hadagnachasch.html

Die Kampagne „5 alay“ (Fünf gehen auf mich) bei Facebook (auf Hebräisch): www.facebook.com/event.php?eid=117973984970715