Dienstag, 15.11.2011
 
 
Leitende Krankenhausärzte reichen Kündigung ein
 

Notaufnahme im Rambam-Krankenhaus (Foto: Haaretz)
Heute Morgen haben etwa hundert Klinikärzte, darunter zahlreiche Chef- und Oberärzte, ihre Kündigung eingereicht.

Mit diesem Schritt protestieren die leitenden Klinikärzte gegen die Entscheidung des Nationalen Arbeitsgerichts, die kollektive Kündigung von Assistenzärzten nicht anzuerkennen.

Zuvor waren bereits hunderte Medizinstudenten in einen Solidaritätsstreik mit den Ärzten getreten.

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(Bank Israel, 15.11.11)



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Tel Aviv: 14/21°C
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Eilat: 13/24°C




[UEBERSCHRIFT]
 
 


Leitende Krankenhausärzte reichen Kündigung ein

Heute Morgen haben etwa hundert Klinikärzte, darunter zahlreiche Chef- und Oberärzte, ihre Kündigung eingereicht. Mit diesem Schritt protestieren die leitenden Klinikärzte gegen die Entscheidung des Nationalen Arbeitsgerichts, die kollektive Kündigung von Assistenzärzten nicht anzuerkennen.

Ein Arzt am Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv erklärte: "Wenn der Staat keine Lösung findet, bricht das Krankenhaus zusammen. Diese Ärzte könnten leicht Arbeit im privaten Gesundheitssystem finden. Nur blieben dann keine Ärzte mehr, um die Patienten des öffentlichen Gesundheitssystems zu behandeln."

Zuvor waren bereits hunderte Medizinstudenten in einen Solidaritätsstreik mit den Ärzten getreten. Die Studierenden absolvieren während ihres letzten Studienjahres ein Praktikum an einem Krankenhaus und hatten heute Morgen für eine Stunde die Arbeit niedergelegt. In einer Stellungnahme erklärten sie, sie seien nicht bereit, "die nächsten Sklaven des Gesundheitssystems" zu werden.

Das Gesundheitsministerium erklärte, es denke über disziplinarische Schritte gegen jene Praktikanten nach, die heute der Arbeit ferngeblieben sind.

Von dem seit gestern andauernden Streik sind Kliniken im ganzen Land betroffen. Im Rambam-Krankenhaus in Haifa waren gestern 87 Ärzte nicht zur Arbeit erschienen, im Ichilov-Krankenhaus 50.

(Haaretz, 15.11.11)

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"Mabul" in Thessaloniki zweifach ausgezeichnet

Der israelische Film "Mabul" (Flut) von Regisseur Guy Nattiv wurde im internationalen Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals von Thessaloniki mit zwei Preisen ausgezeichnet.

Der Film erhielt den mit 3.000 Euro dotierten Zuschauerpreis. Darüber hinaus wurden die Schauspielger Ronit Elkabetz, Michael Moshonov und Yoav Rotman mit dem Preis für besondere künstlerische Leistungen ausgezeichnet.


Szene aus "Mabul"

Die Jury erklärte zur Begründung: "Die Intensität, Leidenschaft und das Zusammenspiel der Darsteller machen die originelle Handlung einzigartig, relevant und besonders berührend."

"Mabul" erzählt die Geschichte einer Familie, deren autistischer Sohn nach mehreren Jahren in einer Wohneinrichtung plötzlich wieder bei der Familie wohnen muss. Er behandelt die Beziehung der Eltern untereinander sowie vor allem die Geschichte des jüngeren Sohnes und seine wachsende Nähe zu dem behinderten Bruder.

(Ynet, 13.11.11)

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Umstrittene Gesetze zur Richterberufung verabschiedet

Die Knesset hat am Montag mehrere umstrittene Gesetzesänderungen verabschiedet, die die Ernennung der Richter am Obersten Gerichtshof betreffen. So soll beispielsweise  das Gesetz nicht mehr gelten, nachdem ein Richter bei seiner Ernennung mindestens drei Jahre vom spätestmöglichen Renteneintrittsalter von 70 Jahren entfernt sein soll. Dies soll dem Richter Asher Grunis den Weg ins Oberste Gericht ebnen, der sonst fünf Wochen zu alt für eine Ernennung gewesen wäre.

Das sogenannte "Sohlberg-Gesetz" dagegen, das von Israel Beiteinu eingebracht und ebenfalls gestern verabschiedet worden war, ändert den Prozess zur Ernennung der beiden Mitglieder in der Berufungskommission für Richter, die aus der Anwaltsvereinigung stammen. Die Gesetzesänderung ist zugeschnitten auf den Richter Noam Sohlberg, der sonst keine Chance gehabt hätte, in das Gremium gewählt zu werden.

Am Sonntag hatte die Regierung zudem zwei Gesetzen ihre Zustimmung gegeben, die die Finanzierung von politisch agierenden Nichtregierungsorganisationen durch ausländische Spender einschränken sollen.

Auch Mitglieder der Regierungskoalition sprachen sich gegen die Gesetzesänderungen aus.


Meridor (Foto: J. Klinger)

So hat etwa Geheimdienstminister Dan Meridor, Mitglied des Likud, heute Morgen die Gesetzesinitiativen zur Berufung der Richter zum wiederholten Male scharf kritisiert. "Der Likud darf nicht zu einer radikal-nationalistischen Partei werden", so der Minister gegenüber dem Radiosender "Galei ZAHAL". Auf die Frage, warum er in der Regierung bleibe, wenn er mit ihrer Politik so wenig einverstanden sei, antwortete er:

"Ich und Benny Begin erfüllen weiter die Aufgaben des Likud, wie sie seit Jahren gelten: die Bewahrung der Werte des Rechtsstaates und der Demokratie. Der Weg, auf dem wir gehen, ist der historische Weg des Likud."

Auch der Knessetvorsitzende Reuven Rivlin, ebenfalls Likud, kritisierte die Gesetzesinitiativen. "Der neue Likud ist nicht mehr dem Ethos der Freiheit, Jabotinsky und Begin verpflichtet", so Rivlin.

(Haaretz, 15.11.11)

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Arabisch-Unterricht für alle

Von Moshe Arens

Der Vorschlag einiger Knessetabgeordneter, den Status des Arabischen als eine der beiden offiziellen Sprachen des Staates Israel abzuschaffen, ist ein dummer Schritt. Mehr als das, er ist Ausdruck eines Mangels an Respekt gegenüber den mehr als eine Million israelischer Staatsbürger, deren Muttersprache Arabisch ist.

Die wichtigste Herausforderung besteht heute darin, die arabischen Bürger  in die israelische Gesellschaft zu integrieren und dafür zu sorgen, dass sie sich in Israel zu Hause fühlen – warum ihnen also mit so einer Geringschätzung begegnen?

Die Ernennung der Sprache einer Minderheit zur offiziellen Landessprache ist in unserer Zeit durchaus nicht unüblich. Dieser Schritt bringt Sympathie zum Ausdruck, Rücksicht und Respekt von Seiten der Mehrheitsbevölkerung gegenüber der Minderheit. Viele Staaten erkennen Sprachen von Minderheiten als offizielle Sprache an, in Einzelfällen sogar die Sprachen sehr kleiner Minderheiten. In Finnland ist Schwedisch, die Sprache des großen Nachbarn, neben Finnisch offizielle Landessprache.

Araber sind in Israel keine kleine Minderheit. Warum sollte man also nach 63 Jahren, in denen Arabisch dem Hebräischen gleichgestellt war, diesen Status ändern?

Natürlich sprechen die meisten Araber in Israel Hebräisch. Leider sprechen die meisten jüdischen Bürger des Landes kein Arabisch. Diese Asymmetrie ist es, die es zu korrigieren gilt. Schüler müssen Arabisch soweit lernen, dass sie die Sprache wirklich beherrschen. Die Tatsache, dass dies bis heute nicht geschehen ist, bedeutet ein Scheitern des Bildungssystems. Es ist nicht weniger schlimm als das relativ schlechte Abschneiden der israelischen Schüler bei internationalen Bildungsvergleichsstudien.

In Anbetracht der großen Erfahrung, die man in Israel über die Jahre im Unterrichten von Hebräisch für Einwanderer gesammelt hat, ist dieses Scheitern (trotz der Unterrichtsstunden, die für Arabisch zur Verfügung stehen) Ausdruck dessen, dass das Bildungsministerium diese Aufgabe nie wirklich ernst genommen hat.

Arabisch muss zum Pflichtfach an allen Schulen werden, und die Beherrschung des Arabischen muss eine Vorbedingung für den Erhalt des Abiturzeugnisses sein. Auch sollten Erwachsene ermutigt werden, Arabisch zu lernen, und Arabischkenntnisse sollten bei Beförderungsentscheidungen bei Beamten eine Rolle spielen.

Auch wenn fast alle Einwohner des Staates Israel, Araber wie Juden, Hebräisch sprechen, so sollten doch die jüdischen Schüler auch wirklich Arabisch lernen. Nicht nur, damit sie besser mit den arabischen Mitbürgern kommunizieren können, sondern auch und noch mehr als Ausdruck des Respekts und der Rücksicht Israels gegenüber der im Land lebenden arabischen Minderheit.

Es stellt sich die Frage, ob es die Motivation für diese Gesetzesinitiative einiger Knessetabgeordneter war, die Araber "auf ihren Platz" zu verweisen. Ob man sie daran erinnern wollte, dass sie nur eine Minderheit sind und nun sicherstellt, dass der untergeordnete Status ihrer Muttersprache in Israel eine immerwährende Erinnerung daran bleibt.

Ein solcher Schritt dient nicht nur nicht den Interessen der arabischen Minderheit, ebensowenig dient er den Interessen der jüdischen Mehrheit. Er erinnert an einen anderen Versuch, "jemanden auf seinen Platz zu verweisen" – wir alle erinnern uns, wie der türkische Botschafter in Israel im Außenministerium auf einen niedrigeren Stuhl gesetzt wurde. Das war peinlich, und heute bereuen es alle Beteiligten.

Es ist besser, solche arroganten und dummen Fehler nicht zu wiederholen.


Der Autor ist Mitglied des Likud, ehemaliger Außenminister und ehemaliger Verteidigungsminister des Staates Israel.

(Haaretz, 15.11.11)

Die im Newsletter veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wieder, sondern bieten einen Einblick in die politische Diskussion in Israel.

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Flashmob zum Weltdiabetestag

Um mehr Bewusstsein für Diabetes bei Kindern zu schaffen, hat zum Weltdiabetestag am Sonntag ein Paar aus Beit Shemesh einen Flashmob im Zentralen Busbahnhof in Jerusalem initiiert.

Miriam, selbst Mutter eines an Diabetes erkrankten Kindes, erklärte: "Die Krankheit ist ernst, aber dies ist eine Chance, Freunde zu treffen, Spaß zu haben und dabei noch etwas für eine gute Sache zu tun."


Gestern in Jerusalem (Foto: Y. Ruas)

Sie fügte hinzu: "Auf dem Gebiet der Diabetesforschung hat sich in den letzten Jahren viel getan, und es besteht eine berechtigte Hoffnung, dass die Krankheit in wenigen Jahren vielleicht heilbar sein kann."

Flashmobs sind größere Ansammlungen von Menschen, die vorher in Internetforen verabredet werden.

(Ynet, 15.11.11)

Ein Video von dem Flashmob gibt es hier: www.youtube.com/watch?v=CAVFxlTJBMc&NR=1

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