Freitag, 08.02.2013
 
 
„Immer Optimist“ – Gespräch mit Gabriel Bach
 

Gabriel Bach während des Eichmann-Prozesses (Foto: Flash90)

Gabriel Bach (85), der stellvertretende Ankläger im Prozess gegen Adolf Eichmann, hat der Zeitung Maariv ein langes Interview gegeben. Darin schildert er unter anderem seine Kindheit im Deutschland der 1930er Jahre, seine Einwanderung ins damalige Britische Mandatsgebiet Palästina und wie er den Prozess gegen Eichmann erlebt hat.


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Wochenende: Mit dem Kaiser in Jerusalem

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(Bank Israel, 08.02.13)


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Israel bei der Berlinale 2013

Gestern wurde die diesjährige Berlinale feierlich in Berlin eröffnet. Israel ist mit mehreren Filmen vertreten.

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[UEBERSCHRIFT]
 
 


Wochenende: Mit dem Kaiser in Jerusalem

Noch bis Ende März ist im Museum im David-Turm eine Ausstellung zum Besuch Kaiser Wilhelm II. in Jerusalem zu besichtigen.

Die Welt meint: „Die Schau ist ein kleines Wunder“. Also: nicht verpassen.

Den Ausstellungsbericht in der Welt finden Sie unter: http://bit.ly/WeltKaiserJM

Zur Seite des David-Turms geht es unter http://bit.ly/TowerDavidKaiser

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Israel bei der Berlinale 2013

Gestern wurde die diesjährige Berlinale feierlich in Berlin eröffnet. Israel ist mit mehreren Filmen vertreten. Den Auftakt macht heute Abend in der Sektion Panorama „Rock the Casbah“  von Yariv Horowitz über Soldaten, die 1989 Dienst im Gazastreifen ableisten, als einer von ihnen getötet wird.


Szene aus dem Film "Rock the Casbah"

Weltpremiere hat am Sonntag der Film „Youth“ von Tom Shoval, ebenfalls im Panorama. Der Film erzählt die Geschichte der beiden Brüder Yaki und Shaul. Die Teenager verbindet eine sehr starke, fast telepathische Verbindung. Als die Familie unter einer Schuldenlast fast auseinanderzubrechen droht, beschließen sie etwas zu unternehmen.

Die Berlinale dauert noch bis zum 17. Februar an. Alle Filme mit israelischer Beteiligung finden Sie unter: http://bit.ly/BerlinaleIsrael
 

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„Immer Optimist“ – Gespräch mit Gabriel Bach

Gabriel Bach (85), der stellvertretende Ankläger im Prozess gegen Adolf Eichmann, hat der Zeitung Maariv ein langes Interview gegeben. Darin schildert er unter anderem seine Kindheit im Deutschland der 1930er Jahre, seine Einwanderung ins damalige Britische Mandatsgebiet Palästina und wie er den Prozess gegen Eichmann erlebt hat.

Wir geben das Interview in Auszügen in deutscher Übersetzung wieder.

„Ich bin in Deutschland in der Kleinstadt Halberstadt geboren. Mein Vater hat in einer großen Kupferfabrik in der Umgebung gearbeitet, und als ich zwei Monate alt war, ist die Fabrik nach Berlin umgezogen und wir alle mit. An der Theodor-Herzl-Schule, die ironischer Weise in der Nähe des Adolf-Hitler-Platzes [heutiger Theodor-Heuss-Platz] lag, bekamen wir eine zionistische Erziehung. Man sagt häufig, die deutschen Juden hätten nicht gewusst, aber wir haben in Berlin in einer zentralen Straße [Konstanzer Straße in Charlottenburg] gelebt, und daneben lag ein Park mit grünen und roten Bänken für die Deutschen und gelben Bänken, die nur für die Juden da waren.

Wir Zionisten haben auf den gelben Bänken gesessen und hebräische Lieder gesungen, aber in Wirklichkeit war es eine Erniedrigung, dort sitzen zu müssen. An jeder Ecke in Berlin gab es den ‚Stürmer‘ mit seinen antisemitischen Karikaturen. […] Die Reden Hitlers auf den großen Plätzen haben uns sehr besorgt, aber wir haben gehofft, dass er nur redet. Ich habe sogar auf die Reden Hitlers gewartet, weil ich danach immer auf einen Stuhl gestiegen bin und ihn nachgemacht habe. […]

Eines Tages kam die Schuldirektorin in die Klasse, zeigte uns Bilder von Kibbutzim in Eretz Israel und bat uns, Spenden für den Jüdischen Nationalfonds zu sammeln. Sie sagte, das Kind, das am meisten Spenden sammle, würde in das goldene Buch der Jewish Agency eingetragen.

Ich wollte schrecklich gerne in diesem Buch stehen und wusste, dass ich von der Familie niemals genug Geld bekommen würde. Ich bin dann einfach durch die Straßen gegangen und habe irgendwo bei einem typischen nicht-jüdischen Namen wie Müller oder Schulze geklingelt. Wenn jemand aufgemacht hat, habe ich gefragt: ‚Wo sind hier im Haus die Juden?‘ Die Leute sind erschrocken und haben mir gesagt, wo die jüdischen Familien im Haus wohnen. Bei denen habe ich dann die Spenden gesammelt.

Eines Tages war ich in einem Café zum Spendensammeln, in dem fast nur jüdische Gäste waren. Ich ging von Tisch zu Tisch und war ziemlich erfolgreich. Ein Mann, der allein saß, sagte mir nur: ‚Auf keinen Fall‘. [...] Er hob seinen Mantelaufschlag an und zeigte mir, dass er darunter ein Hakenkreuz trug.

Er war wohl von der Gestapo […]. Er sagte: ‚Da du so anständig zu mir gesprochen hast, nimm 50 Pfennig.‘ Ich floh von dort, so schnell ich konnte, aber der Gedanke, dass es mir gelungen ist, von einem Gestapo-Mann 50 Pfennig für den Zionismus zu bekommen, ist mir für immer ins Gedächtnis eingebrannt.“

1938 floh die Familie Bach aus Berlin nach Holland.

„In Holland [..] ging ich in eine gemischte Schule, wo aber viele jüdische Schüler waren. Mein bester Freund war nicht jüdisch. Er wurde später Vertreter der Niederlande bei den Vereinten Nationen. 20 Jahre, nachdem ich Holland verlassen hatte, hat er mich bei der Übertragung des Eichmanns-Prozesses im Fernsehen gesehen. […] Er hat mir erzählt, dass ich von all den jüdischen Kindern aus meiner Schule einer der wenigen bin, der am Leben geblieben ist.“ […]

Bach erzählt in dem Gespräch auch von seinen anfänglichen Schwierigkeiten mit Sprache und Kultur in Eretz Israel. Noch während seiner Schulzeit schloss er sich der Hagana an, dem Vorgänger der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL).

Zu Beginn des Eichmann-Prozesses war Bach bereits ein hochrangiger israelischer Jurist. Nachdem Eichmann nach Israel gebracht worden war, rief man ihn an, und bat ihn, sich in die Akten einzuarbeiten.

„Die Deutschen kooperierten sehr gut und haben alle Dokumente geschickt. Die Polizei ist sie alle durchgegangen und hat die relevanten an mich weitergeleitet, damit ich entscheide, welche in die Anklage aufgenommen werden. Ich war die einzige Verbindung Eichmanns zur Außenwelt, bis die israelische Regierung den deutschen Anwälten erlaubt hat zu kommen. […]

In den ersten Tagen meiner Arbeit dort habe ich in meinem Büro im Gefängnis gesessen und die Autobiographie von Rudolf Hess gelesen, des Kommandanten von Auschwitz. Ich habe das Kapitel gelesen, in dem er erzählt, wie sie Tausend jüdische Kinder am Tag umgebracht haben und einige Kinder auf den Knien um ihr Leben gebettelt hätten. Er schreibt, dass, als er und seine Kameraden die Kinder in die Gaskammern gestoßen haben, er manchmal Kniezittern bekam. Dann schreibt er, dass er sich für diese Schwäche geschämt habe und mit Eichmann darüber sprach. Und Eichmann sagte ihm, dass man besonders die jüdischen Kinder umbringen muss, weil sie die zukünftige Rächergeneration wären und die jüdische Rasse wieder aufbauen könnten.

Zehn Minuten, nachdem ich diesen Wortwechsel gelesen hatte, kam ein Polizist und sagte mir: ‚Adolf Eichmann möchte Sie sehen.‘ Das war das erste Mal, dass ich ihn gesehen habe.“

[…]


Gabriel Bach (Foto: Maariv)

Über den Prozess selbst sagt Bach in dem Gespräch:

„Meiner Meinung nach sind die Beschreibungen von Hannah Ahrendt Unsinn, nach denen Eichmann nur Befehle ausgeführt hätte. Eichmann […] hat sich voll und ganz mit dem Mord identifiziert. Er hat seinen Kameraden und Hess gesagt, dass, wenn er am Ende seinen Tod findet, er lachend ins Grab springen wird, weil er weiß, dass er den Tod von Millionen Juden verursacht hat. […]

Ich glaube, dass der wichtigste Moment in dem Prozess war, als die Richter den Saal betraten, und hinter ihnen war die israelische Flagge gehisst. Und dieser Mensch, der so sehr das jüdische Volk auslöschen wollte, erhob sich und stand still. In so einem Moment bekommen die Errichtung des Staates und unsere Existenz hier eine größere Bedeutung als jemals zuvor.“

Über seine Zeit als Oberster Richter sagt Bach: „Am liebsten mochte ich die Urteile, wo ich eine Minderheitenmeinung vertreten habe […]. Ich mochte es auch für Frauenrechte Recht zu sprechen […].“

Gabriel Bach bezeichnet sich selbst in dem Gespräch als „immer optimistisch. Im Gegensatz zu anderen, die eher nostalgisch zurückblicken, sehe ich jeden einzelnen Tag als beste Zeit meines Lebens.“

(Maariv, 06.02.13)

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Bloomberg Global Innovation Index: Israel Platz 1 in Forschung und Entwicklung

Israel ist führend im Bereich Forschung und Entwicklung, wie „Bloomberg“ in seinem weltweiten Innovationsindex ermittelt hat, mit dem 50 Länder bewertet werden. Obwohl Israel in diesem Bereich vor seinen weltweiten Konkurrenten liegt, landete es insgesamt allerdings nur auf Platz 32.

Die drei innovativsten Länder sind demnach die USA gefolgt von Südkorea und Deutschland.

Israels insgesamt mittelmäßiges Abschneiden liegt vor allem an der schlechten Bewertung der Produktivität (Platz 24) und Patentaktivität (Platz 41). Neben der herausragenden Stellung der Forschung und Entwicklung (Platz 1) gehört Israel auch in den Bereichen High Tech Dichte und Dienstleistungseffizienz (Platz 7) zu den führenden Nationen.

(Globes online, 04.02.13)

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