Montag, 08.04.2013
 
 
Israel gedenkt der Opfer des Holocaust
 
Gestern Abend begann in Israel der Holocaust-Gedenktag Jom HaShoah, mit dem der sechs Millionen ermordeten Männer, Frauen und Kinder gedacht wird. Der Trauertag wird jährlich am 27. Tag des jüdischen Monats Nissan begangen. Die zentralen Gedenkveranstaltungen am Vorabend und am folgenden Morgen finden in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem statt. Dabei werden im Beisein des Präsidenten, Ministerpräsidenten, Würdenträgern, sowie Überlebenden und deren Familien sechs Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen Opfer stehen.


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(Bank Israel, 08.04.13)



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Das Hakenkreuz in der Geige

Geigenmacher Amnon Weinstein restauriert Geigen aus der Zeit des Holocaust. In einer findet er die Inschrift "Heil Hitler" und ein Hakenkreuz.  weiter
Holocaust-Überlebender bedankt sich bei Familie seines Retters – einem Wehrmachtsoffizier

Jahrzehnte nachdem Yisrael Fruman von einem Wehrmachtsoffizier Gerhard Kurzbach gerettet wurde, bedankte er sich bei dessen Familie. weiter
Raketeneinschlag während Gedenkzeremonie für die Opfer des Holocaust

Palästinenser feuerten gestern eine Rakete auf die Region Shaar Hanegev in der Nähe des Gazastreifens ab. Während der dortigen Gedenkzeremonie für die Opfer des Holocaust heulten die Sirenen.
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Israel gedenkt der Opfer des Holocaust

Gestern Abend begann in Israel der Holocaust-Gedenktag Jom HaShoah, mit dem der sechs Millionen ermordeten Männer, Frauen und Kinder gedacht wird. Der Trauertag wird jährlich am 27. Tag des jüdischen Monats Nissan begangen. Die zentralen Gedenkveranstaltungen am Vorabend und am folgenden Morgen finden in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem statt. Dabei werden im Beisein des Präsidenten, Ministerpräsidenten, Würdenträgern, sowie Überlebenden und deren Familien sechs Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen Opfer stehen.

Heute Morgen um 10 Uhr ertönten im ganzen Land für zwei Minuten Sirenen. Die Menschen blieben schweigend im Gedenken stehen. Autofahrer hielten an und stiegen aus ihren Autos.

In diesem Jahr ist das zentrale Thema der Veranstaltung die Erinnerung an den Aufstand im Warschauer Ghetto vor 70 Jahren. Am ersten Abend des Pessach-Festes, dem 19. April 1943, erhoben sich die im Ghetto verbliebenen 50.000 Juden. Mit kaum mehr bewaffnet als ihrem Mut und ihrem Überlebenswillen widersetzten sie sich fast einen Monat gegen ihre Mörder, wohl wissend, dass sie kaum Chancen hatten zu überleben.


Präsident Shimon Peres bei seiner Rede in Yad Vashem (Foto: Ben Gerschon/GPO)

Präsident Shimon Peres sagte in seiner Rede in Yad Vashem:

„Der Holocaust wird nicht in der Dunkelheit der Geschichte verschwinden. Er ist bei uns, brennend, wirklich.

Er begleitet uns, wenn wir über die Steine der Ghettos laufen.

Er wabert wie ein Geist in den Baracken der Lager.

Er wimmert aus den Gebetsschals, den Haaren, den Schuhen, die wir mit unseren eigenen Augen sehen.

Er flüstert aus den Tränen, die trockneten, bevor wir uns verabschieden konnten.

Er spiegelt sich in den Fotos von Säuglingen auf den Armen ihrer Mütter.

Der Klang der todbringenden Züge klingt noch immer in unseren Ohren.

Der Rauch ist nicht verzogen, als er nach oben in den Himmel wehte.

Es sind noch Überlebende unter uns, der Holocaust und seine Schrecken begleiten sie jeden Tag.

Ihr Blut fließt in unseren Venen.

Ihr Mut begleitet uns auf jedem Schritt unseres Lebens.

Es gab kein größeres Verbrechen in der Geschichte der Menschheit. (…)

Zu unserem Beschämen haben einige nichts daraus gelernt.

Junge Skinheads. Falsche Wissenschaftler in falschen Anzügen.

Ja! Es gibt noch Menschen, die den Holocaust vergessen, die ihn leugnen. (…)

Die zivilisierte Welt muss sich fragen, wie es möglich ist, dass nur so kurze Zeit nachdem die Krematorien erloschen sind und dem schrecklichen Blutzoll, den die Alliierten zahlen mussten, um dem Naziterror ein Ende zu bereiten, eine Führung wie die des Iran offen den Holocaust leugnen kann und mit einem weiteren drohen. (…)

Der heutige Gedenktag für die Opfer der Shoah ist auch ein Gedenktag an den 70. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto. Niemals sonst gab es einen Aufstand dieser Art. Sie waren so wenige und ihr Mut bleibt für so viele ein Vorbild. Für Jetzt und für Immer. Wir verneigen uns vor ihrem Mut mit den Flaggen, die im Wind der Freiheit wehen.
Es sind Flaggen des Stolzes und nicht nur der Trauer.“ (…)

Gedenken in Auschwitz

Der Generalstaabschef der Armee, Benny Gantz, nahm gestern Abend im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz an einer Gedenkveranstaltung teil. Dort sagte er:

„Der Staat Israel bietet die Sicherheit, dass sich diese Gräuel nicht wiederholen können und die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte sind die Mauer um unsere nationale Heimstatt, die ein sicherer Hafen für das jüdische Volk ist.“

(Außenministerium des Staates Israel/ynet, 08.04.13)

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Das Hakenkreuz in der Geige

Der israelische Geigenmacher Amnon Weinstein sammelt und restauriert Geigen aus der Zeit des Holocaust. Vor einiger Zeit erhielt er aus den USA eine Paketlieferung mit einer Violine, wie er eigentlich viele in seiner Werkstatt hat. Als er jedoch diese Geige auseinander nimmt, findet er im Inneren die Inschrift „Heil Hitler“ sowie ein mit Gewalt eingeritztes Hakenkreuz. Ebenfalls fanden sich Initialen sowie das Jahr 1936 darunter.
Amnon Weinstein sagt, er brauchte einige Tage, um sich von dem Schreck zu erholen. „Ich habe viele Dinge in Geigen geschrieben gefunden, aber noch niemals so etwas. Menschen schreiben üblicherweise ihr Hochzeitsdatum oder das Geburtsdatum ihrer Kinder in die Geigen. Aber ich habe noch nie einen solchen Hass in einer Geige gefunden.“


Amnon Weinstein und seine Geigen (Foto: Nir Kafri)

Ein Graphologe, der die Inschrift untersuchte, sagte, dass sie mit grober Kraft angebracht worden sein muss. Weinstein: „Diese Geige werde ich niemals reparieren. Sie wird ein Beleg für den Hass der Deutschen auf die Juden und ihre Kultur bleiben.“

Weinstein wurde 1939 in Tel Aviv geboren und ist in zweiter Generation Geigenbauer. In den letzten 20 Jahren widmete er sich der Suche nach und der Restaurierung von Geigen aus der Zeit des Holocaust. Seine Violinen, die zumeist von Juden gespielt wurden, die im Holocaust ermordet wurden, werden in Konzerten im Andenken an die ursprünglichen Besitzer gespielt – er nennt die Konzertreihe „Violinen der Hoffnung“.

In der Türkei traten die „Violinen der Hoffnung“ als erstes auf, inzwischen auch in Jerusalem, Paris, London, Madrid, der Schweiz und den USA. Nächste Woche wird Weinstein zu einem Konzert nach Monaco reisen, wo acht Geigen aus dem Holocaust zum Einsatz kommen. Eine von ihnen trägt den Namen „Drancy Violine“, benannt nach dem Sammel- und Durchgangslager, aus dem französische Juden in den Tod geschickt wurden. Ihr Besitzer warf an einem Bahnhof die Geige aus dem Fenster in die Arme eines Wartenden und rief ihm zu, er möge auf die Geige aufpassen, denn an dem Ort wo er hingebracht würde, habe die Geige keine Zukunft.

Voller Aufregung berichtet Weinstein in seiner Werkstatt von den vielen verschiedenen Geigen – jene, die vor langer Zeit von Europa mit Immigranten nach Palästina kamen, jene, die in Ghettos gespielt wurden, jene, die in Wäldern und in Konzentrationslagern zurückgeblieben sind und all jene, deren Geschichten nicht rekonstruiert werden können.

„Auf diese Weise dienen die Violinen als Erinnerung an all die anonymen Geiger, die ermordet wurden, an all die Klezmer-Spieler, die eine außergewöhnliche jüdische Kultur schufen sowie an die zigtausende von Geigen, die von den Nazis von den Juden konfisziert wurden“, so Weinstein. „Die Möglichkeit, diese Geigen zu restaurieren, sie in Konzerten zu spielen und Menschen damit zu rühren, ist ein Erfolg. Es ist der größte Beweis, dass es unmöglich war, die wundervolle Kultur des jüdischen Volkes und ihre Liebe zur Musik zu zerstören.“

(Haaretz, 08.04.13)

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Holocaust-Überlebender bedankt sich bei Familie seines Retters – einem Wehrmachtsoffizier

Jahrzehnte nachdem der heute 84-jährige Yisrael Fruman von Wehrmachtsoffizier Gerhard Kurzbach vor der Deportation gerettet wurde, bedankte sich der Überlebende bei Kurzbachs Familie.


Yisrael Fruman (Foto: Moti Milrod)

Möglich wurde dieser Briefwechsel, nachdem Fruman in der Haaraetz einen Bericht über die posthum-Verleihung des Titels „Gerechter unter den Völkern“ an Gerhard Kurzbach im November des vergangenen Jahres gelesen hatte. 


Gerhard Kurzbach

Er erkannte Kurzbach auf dem Foto, das den Bericht illustrierte, und schrieb dessen Familie einen Brief, worin er Kurzbachs Courage pries: „Liebe Familie Kurzbach! Nächsten Sommer werde ich 85 Jahre alt. Ich habe immer Dankbarkeit gegenüber dem Mann empfunden, der mich vor dem Tode bewahrt hat. Ich verdanke Offizier Kurzbach aus Bochnia mein Leben [..]. In tiefer Dankbarkeit, Yisrael Frumer.“

Frumer, der heute in Israel lebt, und eine seiner Schwestern waren die einzigen Holocaust-Überlebenden der Familie.

Der Neffe des Geehrten, der für die Familie Kurzbach während der Yad-Vashem-Ehrung gesprochen hatte, hat für den kommenden Monat eine Reise nach Israel geplant, wo er Yisrael Fruman treffen möchte.

Den gesamten Artikel in englischer Sprache lesen Sie hier http://bit.ly/FrumanHaaretz

(Haaretz, 08.04.13)

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Raketeneinschlag während Gedenkzeremonie für die Opfer des Holocaust

Nach einem Raketeneinschlag (Foto: Roee Idan/Archiv)

Palästinenser feuerten gestern eine Rakete auf die Region Shaar Hanegev in der Nähe des Gazastreifens ab. Während der dortigen Gedenkzeremonie für die Opfer des Holocaust heulten die Sirenen. Die Anwesenden suchten Schutz in Sicherheitsräumen. Die Rakete schlug in einem Feld ein. Verletzt wurde niemand.

Der israelische Holocaust-Gedenktag, Jom HaShoah, begann gestern Abend und dauert noch bis zum Sonnenuntergang heute Abend an.

(ynet, 08.04.13) 
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