Freitag, 27.07.2007
 
 
Kein Staat im Werden
 

Was in Gaza vor sich geht, ist nichts als die Wiederholung eines historischen Versagens

Von Shlomo Avineri

Viele sind überzeugt, dass der palästinensische Extremismus dafür verantwortlich ist, dass die Palästinenser keinen Staat haben

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Keine Lust mehr auf Sandalen

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1 $ - 4.3210 NIS (+1.076%)

(Bank of Israel, 27.07.07)



Die Hitzewelle erreicht ihren Höhepunkt.

Jerusalem: 27-37°C
Tel Aviv: 25-33°C
Haifa: 25-35°C
Be’er Sheva: 23-40°C
Ein Gedi: 33-45°C
Eilat: 31-43°C




[UEBERSCHRIFT]
 
 


Trotz der Hitze – keine Lust mehr auf Sandalen

Trotz der großen Hitze bevorzugen es immer mehr Israelis, auch im Sommer mit geschlossenen Schuhen auf die Straße zu gehen. Dies geht aus einer neuen Umfrage des Pharmakonzerns „Novartis“ hervor, der eine Creme gegen Fußpilz vermarktet. Das Institut „Shiluv“ befragte insgesamt 502 Israelis.

Laut der Umfrage ziehen 58 Prozent der Israelis geschlossenes Schuhwerk vor. Vor allem unter Männern ist dieser Trend sehr stark. Während nur 38 Prozent der Frauen lieber ihre Füße verhüllen, sprechen sich ganze 79 Prozent der Männer dafür aus. Die zunehmende Ablehnung von Sandalen und Flip-Flops stützt sich dabei auf die folgende Gründe: persönlicher Kleidungsstil (25%), Sicherheit am Arbeitsplatz (16%), Kälte von Klimaanlagen (3%), Fußpilz und ähnliche Probleme und auch Scham vor dem Zeigen der Fußsohlen.

Gerade jüngere Leute neigen verstärkt zu geschlossenen Schuhen im Sommer. Die höchste Rate von Sandalenträgern wird in Jerusalem verzeichnet. Immerhin 52 Prozent entscheiden hier sich im Sommer für offene Schuhe. Die Bewohner Südisraels achten dagegen am penibelsten darauf, ihr Füße nicht unbedeckt zu zeigen. Nur 40 Prozent von ihnen schlüpfen zur heißen Jahreszeit in Sandalen oder Flip-Flops.

(Yedioth Ahronot, 26.07.07)

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Kein Staat im Werden

Von Shlomo Avineri

Viele sind überzeugt, dass der palästinensische Extremismus dafür verantwortlich ist, dass die Palästinenser keinen Staat haben: da sie den UN-Teilungsplan von 1947 zurückgewiesen haben, da sie die Angebote von Barak und Clinton in Camp David im Jahr 2000 ausgeschlagen haben und da sie immer wieder zum Terror zurückgekehrt sind. All dies ist richtig, aber ein Blick auf die palästinensische Geschichte enthüllt ein tiefer liegendes strukturelles Versagen, das sie während ihrer gesamten Dauer begleitet: das Unvermögen, Institutionen aufzubauen, die auf einem nationalen Konsens beruhen und die Grundlage eines Staates zu bilden in der Lage wären.


Dieses Versagen begann bereits zur Zeit des britischen Mandats, das Arabern und Juden die Schaffung von autonomen politischen Strukturen für Erziehung, Wirtschaft, Entwicklung und Sozialfürsorge ermöglichte. Der Yishuv (die vorstaatliche jüdische Gemeinschaft im Land Israel) nutzte dies, um ein weit verzweigtes System der Selbstverwaltung zu errichten, das zum „Staat im Werden“ wurde: Es wurden Wahlen abgehalten, zu denen mehr als zwölf Parteien anraten, es wurden Erziehungs- und Wohlfahrtsprogramme sowie vernetzte Gemeinde- und Dorfstrukturen entwickelt, die die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung in sich aufnahmen. Der Va’ad Leumi (Nationalkomitee) und die Jewish Agency bildeten die Grundlage, auf der die Institutionen des Staates Israel aufgebaut wurden.

Der arabischen Öffentlichkeit gelang es im Gegensatz dazu nicht, ein paralleles System von Institutionen zu entwickeln. „Das Arabische Hohe Komitee“ war nie mehr als eine Versammlung von Honoratioren, die ohne Wahl aufgrund regionaler und familiärer Herkunft (Clan) ernannt wurden und lediglich sich selbst repräsentierte. Der Rat baute zu keiner Zeit Erziehungs- und Wohlfahrtseinrichtungen auf, und ein politisches Parteiensystem entstand nie.

Deutlich zum Ausdruck kam diese Schwäche in den Jahren 1936 bis 1939, dem gemäß der palästinensischen Narrative „großen Aufstand“ gegen die britische Herrschaft. Ein gemeinsames Kommando für die Revolte wurde nie geschaffen, vielmehr artete diese in eine arabischen Bruderkrieg aus, in dem bewaffnete Milizen sich gegenseitig umbrachten: die Anhänger des Muftis und die Familie Husseini gegen die Milizen des Nashashibi-Clans. In diesem Kampf starben mehr Araber als von den Briten oder Juden getötet wurden.

Ein ähnliches Bild entstand im Anschluss an den UN-Teilungsplan. Die Palästinenser waren - außer einigen Kommunisten - vereint in ihrer Opposition gegen die Teilung, bildeten jedoch nie eine geschlossene politische und militärische Führung. Deren Fehlen war verantwortlich für viele ihrer Schwächen in den Jahren 1947 bis 1948. Dem Arabischen Hohen Rat standen niemals effektive Verwaltungsstrukturen zur Verfügung, und viele seiner Mitglieder flohen beim Ausbruch der Gewalt aus dem Land. Das Kämpfen wurde lokalen Führern überlassen.

Was wir nun in Gaza beobachten – die Unfähigkeit der beiden palästinensischen Fraktionen, innerhalb eines gemeinsamen Rahmens zusammenzuarbeiten -, ist nichts als die Wiederholung des historischen Versagens der Palästinenser. Die gegenwärtige Ausrede der Palästinenser besteht darin, dass es schwierig ist, Regierungsinstitutionen aufzubauen unter den Bedingungen von territorialer Aufspaltung, Flüchtlingen und israelischer Besatzung. All dies ist wahr – aber irrelevant. Jede Nationalbewegung ist schweren Bedingungen ausgesetzt, die für gewöhnlich mit der Existenz unter fremder Herrschaft zu tun haben. Es ist schwer, sich schwierigere Bedingungen vorzustellen als die, denen der hebräische Yishuv im Land Israel in den 30er und 40er Jahren ausgesetzt war: der Aufstieg des Nationalsozialismus, die Entfremdung von Seiten der Briten, die Bedrohungen durch den Zweiten Weltkrieg und die Shoah. Aber darin besteht die Prüfung einer Nationalbewegung: ob sie fähig ist, eine Krise in einen historischen Kairos umzuwandeln.

Die arabische Welt als Ganzes zeichnet sich nicht durch die Errichtung von Institutionen aus, und gewiss nicht von demokratischen Institutionen. Bislang hat die palästinensische Bewegung dieses pan-arabische Erbe nicht überwunden. In der näheren Zukunft wird dies ihre wichtigste Prüfung sein. Wenn sie sich nicht der historischen Bürde bewusst wird, die sie auf ihren Schultern trägt, und sich von ihr befreit, werden die legitimen Wünsche der Palästinenser nach Unabhängigkeit an den Felsen jener schweren inneren Wirklichkeit zerschellen, die ihre Bewegung von Anfang an begleitet hat.

Shlomo Avineri ist em. Professor für Politische Wissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem.

(Ha’aretz, 24.07.07)

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Südisrael unter Raketenbeschuss

Seit gestern Mittag sind insgesamt fünf Kassam-Raketen im Süden Israels niedergegangen, die von palästinensischen Terroristen aus dem Gaza-Streifen abgefeuert wurden. Gestern Abend schlugen zwei Raketen in einem Wohnhaus und einer Lagerhalle in Sderot ein, wobei eine Frau leicht verletzt wurde. Zuvor waren bereits zwei Raketen auf offenem Feld im Kreis Shaar Hanegev außerhalb der Stadt gelandet.

Am heutigen Vormittag landete eine Kassam-Rakete in einem südlichen Stadtteil von Ashkelon. Verletzt wurde niemand, über Sachschaden liegen keine Angaben vor.

(Yedioth Ahronot, 27.07.07)

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Israelisches Unternehmen baut weltweit größten Solarpark

Die israelische Firma Solel, die solarthermische Technologie entwickelt und zur Anwendung bringt, hat mit der amerikanischen Pacific Gas and Electric Company einen Vertrag über den Bau der weltweit größten Solaranlage in der kalifornischen Mojave-Wüste geschlossen. Das Projekt soll 553 MW Sonnenenergie liefern, was der Versorgung von 400 000 Haushalten in Nord- und Zentralkalifornien gleichkommt.

„Wir sind begeistert, 553 MW saubere Energie nach Kalifornien zu bringen“, sagt Avi Brenmiller, der Hauptgeschäftführer von Solel Solar Systems. „Die Bedeutung unserer bewährten Solartechnologie liegt darin, dass Solel die Energie der warmen kalifornischen Sonne auf sparsame Weise in sauberen Strom für Haushalte und Unternehmen des Staates umwandeln kann.“

Unterdessen gehen die Vorbereitungen für ein ähnliches Projekt in Israel weiter. Vor kurzem haben das Infrastrukturministerium und das Umweltministerium entschieden, dass ein Solarkraftwerk in der Nähe von Dimona gebaut werden soll.

(Yedioth Ahronot, 26.07.07)

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Wir vergessen euch nicht

Ehud Goldwasser, vor 380 Tagen in den Libanon entführt

Eldad Regev, vor 380 Tagen in den Libanon entführt

Gilad Shalit, vor 397 Tagen in den Gazastreifen entführt


Unter dem folgenden Link finden sich Informationen zu den entführten Soldaten sowie Hinweise dazu, wie der Kampf um ihre Freilassung unterstützt werden kann: http://www.banim.org/en/German.html


Karnit Goldwasser, die Ehefrau des seit einem Jahr entführten Soldaten Udi Goldwasser, bittet die Weltöffentlichkeit in einer Videobotschaft um Hilfe bei der Befreiung ihres Mannes.

Ihr Hilferuf in englischer Sprache findet sich unter dem folgenden Link: http://switch3.castup.net/cunet/gm.asp?ClipMediaID=988135&ak=null

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