Freitag, 13.06.2008
 
 
Tora Bora, nicht Singapur
 



Raketenfeuer aus Gaza (Foto: Edi Israel)

Von Avi Issacharoff

„Der Putsch in Gaza hat für viele das Ende des palästinensischen Traumes von einem einzigen Staat in Gaza und dem Westjordanland bedeutet“, sagt P., ein Bewohner des Sajiyeh-Viertels im Norden des Gaza-Streifens. „Der Traum ist aus."

Aus Gesprächen mit Bewohnern des Gaza-Streifens anlässlich des Jahrestags der Machtergreifung der Hamas ergibt sich ein bedrückendes, beinahe hoffungsloses Bild.

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(Bank of Israel, 13.06.08)



Hohe Wellen.

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Skeptisch, aber loyal - neuer Demokratieindex veröffentlicht


Das Guttman Center am Israel Democracy Institute (IDI) hat diese Woche Präsident Shimon Peres den Demokratieindex für 2008 vorgelegt. Er basiert auf einer Umfrage unter 1200 Israelis über 18.

Besorgniserregend sind dabei die sinkenden Vertrauenswerte in Hinsicht auf staatliche Einrichtungen,  insbesondere die Regierung (33%) und den Obersten Gerichtshof (69%).

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Beit Lahiya-Explosion von palästinensischen Terroristen verschuldet


Die tödliche Explosion in der Stadt Beit Lahiya im nördlichen Gaza-Streifen geht auf das Konto palästinensischer Terroristen .

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Erneut Raketen- und Mörserbeschuss


Die palästinensischen Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen setzen ihren Terrorkrieg gegen Israel fort.

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Tora Bora, nicht Singapur

Von Avi Issacharoff

„Der Putsch in Gaza hat für viele das Ende des palästinensischen Traumes von einem einzigen Staat in Gaza und dem Westjordanland bedeutet“, sagt P., ein Bewohner des Sajiyeh-Viertels im Norden des Gaza-Streifens. „Der Traum ist aus. Israel wird doch nicht der Gründung eines palästinensischen Staates in Gaza zustimmen, solange die Hamas dort regiert. Der Putsch hat das palästinensische Volk zweigeteilt. Selbst im Exil spalten sich die Palästinenser zwischen Hamas- und Fatah-Anhängern.“

Aus Gesprächen mit Bewohnern des Gaza-Streifens anlässlich des Jahrestags der Machtergreifung der Hamas ergibt sich ein bedrückendes, beinahe hoffungsloses Bild. Dennoch verweisen die Gazaer auch auf positive Entwicklungen. „Die Zeit der bewaffneten Banden ist endgültig vorüber“, erklärt B., ein früherer Fatah-Mann. „Heute hat die Familienzugehörigkeit keine Bedeutung mehr. Wer gegen das Gesetz verstößt, wird bestraft. Das Chaos, die gestohlenen Autos, die Erpressungen und Drohungen – all das ist vorbei.“

Auch A. aus Bei Hanoun erzählt, dass im vergangenen Jahr eine erhebliche Verbesserung der persönlichen Sicherheitslage der Bürger eingesetzt habe. „Ich fühle nicht mehr das Bedürfnis, wie früher bewaffnet auf der Straße herumzulaufen, aus Sorge, mit einem Bewaffneten aneinander zu geraten“, sagt er. Auch A. ist sich freilich bewusst, dass die Realität komplizierter ist. „Als die Hamas an die Macht gekommen ist, hat sie eine dramatische Verbesserung der Verkehrskontrollen eingeführt. Die neue Regierung hat die Einwohner gezwungen, Wagenpapiere zu erwerben. Im Moment gibt es allerdings kaum Autos auf den Straßen wegen des Treibstoffmangels. Was haben wir also erreicht?“

Ähnliches sagt S.: „In Bezug auf persönliche Sicherheit leben wir besser als vorher, aber was bringt das alles, wenn der Magen knurrt und die Tasche leer ist? Es gab den Traum, Gaza zum ‚Singapur des Nahen Ostens’ zu machen, aber wir sind zu Tora Bora in Afghanistan geworden.“

Jedoch auch die Verbesserung der persönlichen Sicherheit muss man im Verhältnis prüfen. Seit dem Putsch im Juni 2007 bis Anfang des Monats sind 118 Palästinenser bei internen Auseinandersetzungen im Gaza-Streifen getötet worden. Außerdem bevölkern Hunderte von politisch verfolgten Fatah-Leuten die Gefängnisse in Gaza.

Die Mehrheit der Einwohner beschwert sich allerdings hauptsächlich wegen der tagtäglichen Schwierigkeiten. Etwa 50% der Gazaer sind arbeitslos. Rund zwei Drittel leben unter der Armutsgrenze und brauchen die Hilfe internationaler Organisationen, um zu überleben.

Annähernd 90% der Fabriken sind aufgrund des Rohstoffmangels geschlossen, nachdem Israel eine Sperre über die Übergänge verhängt hat. Der Bausektor ist völlig zum Erliegen gekommen.

Zwar sind die meisten Grundnahrungsmittel noch in Gaza erhältlich, allerdings zu Wucherpreisen. A. erzählt, dass sich der Preis von Tchina im letzten Jahr verdoppelt hat. So auch die Obstpreise.

„Jede Woche verteilt die Hamas Benzincoupons, für etwa 20 Liter. Wir leben wieder so wie in der früheren Sowjetunion. Jeden Tag gibt es für drei bis vier Stunden Stromausfälle. Ins Ausland kann man nicht reisen, und auch in Gaza kann man mit Kindern nicht mehr reisen, seit es kein Benzin mehr gibt“, klagt er.

Die wirtschaftliche Not hat, wie zu erwarten war, religiöse Radikalisierung mit sich gebracht. Viele lassen sich Bärte wachsen und gehen in die Synagogen, um den Hamas-Leuten zu beweisen, dass sie sich der Religion und der Organisation angenähert haben. „Früher haben hauptsächlich ältere Leute die Morgengebete absolviert. Heute nehmen immer mehr junge Leute an ihnen teil“ sagt P. Mit der fortdauernden religiösen Radikalisierung steigen die Angriffe auf westliche Einrichtungen. Mehr als 40 Internet-Cafés sind in den vergangenen 12 Monaten attackiert worden. So auch Restaurants, Boutiquen und christliche Einrichtungen.

„Unser Traum ist, dass es bald zur Versöhnung zwischen Fatah und Hamas kommt“, sagt A. „Ein Frieden mit Israel scheint weniger realistisch.“

(Haaretz, 13.06.08)

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Skeptisch, aber loyal - neuer Demokratieindex veröffentlicht

Das Guttman Center am Israel Democracy Institute (IDI) hat diese Woche Präsident Shimon Peres den Demokratieindex für 2008 vorgelegt. Er basiert auf einer Umfrage unter 1200 Israelis über 18.

Besorgniserregend sind dabei die sinkenden Vertrauenswerte in Hinsicht auf staatliche Einrichtungen,  insbesondere die Regierung (33%) und den Obersten Gerichtshof (69%). Demgegenüber ist das Vertrauen in die israelische Armee im Vergleich zum Vorjahr leicht gewachsen und liegt nun bei 71%. Die Präsidentschaft von Peres hat das Ansehen des höchsten Amtes im Staat stark befördert (47%, im Vorjahr 22%). Das Vertrauen in die Knesset (Bild) ist hingegen von 33 auf 29% gesunken. Als primärer Hüter der Demokratie gelten in der Öffentlichkeit die Medien.

Peres meinte nach Empfang des Indexes: „Die Demokratie in Israel ist in einem guten Zustand, aber unsere demokratischen Institutionen befinden sich in einer Krise.“

Trotz einiger beunruhigender Statistiken ist die grundsätzliche Zufriedenheit mit der Demokratie in Israel jedoch um knapp 10% gestiegen und liegt nun bei 43%. Dabei sind 80% stolz darauf, Israeli zu sein. 83% gaben an, dass sie langfristig weiterhin in Israel zu leben gedenken.

(Yedioth Ahronot, 10.06.08)

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Beit Lahiya-Explosion von palästinensischen Terroristen verschuldet

Der militärische Flügel der Hamas, die Izz al-Din al-Kassam-Brigaden, haben heute mitgeteilt, dass die tödliche Explosion in der Stadt Beit Lahiya im nördlichen Gaza-Streifen auf das Konto palästinensischer Terroristen geht. Bei der Vorbereitung für eine „spezielle Märtyreroperation“ sei es zu dem Unfall gekommen, bei dem gestern sieben Menschen getötet wurden.

Die Hamas hatte anfänglich Israel für die Explosion verantwortlich gemacht. Die israelische Armee wies dies sogleich zurück und äußerte den Verdacht auf einen „Arbeitsunfall“ in Folge ungeschickten Umgangs mit Sprengkörpern durch Terroristen.

Unmittelbar nach dem Vorfall initiierten palästinensische Terroristen einen massiven Raketenangriff auf den Süden Israels. Insgesamt landeten mehr als 50 Mörsergranaten, Kassam-Raketen und Grad-Raketen.

(The Jerusalem Post, 13.06.08)

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Erneut Raketen- und Mörserbeschuss

Auch heute haben die palästinensischen Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen ihren Terrorkrieg gegen Israel fortgesetzt. Bis zum Mittag landeten eine Kassam-Rakete und zwei Mörsergranaten in den Kreisen Sha’ar Hanegev und Sdot Negev. Dabei gab es weder Verletzte noch Sachschaden.

(Yedioth Ahronot, 13.06.08)

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Wir vergessen euch nicht

Ehud Goldwasser, vor 702 Tagen in den Libanon entführt

Eldad Regev, vor 702 Tagen in den Libanon entführt

Gilad Shalit, vor 718 Tagen in den Gazastreifen entführt


Hier finden sich Informationen zu den entführten Soldaten sowie Hinweise dazu, wie der Kampf um ihre Freilassung unterstützt werden kann:

Karnit Goldwasser, die Ehefrau des seit bald zwei Jahren entführten Soldaten Udi Goldwasser, bittet die Weltöffentlichkeit in einer Videobotschaft um Hilfe bei der Befreiung ihres Mannes.

Ihr Hilferuf in englischer Sprache findet sich hier

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