Freitag, 12.09.2008
 
 
Im Angesicht des Sturms
 

Von Ari Shavit

Strategische Beobachter unterschiedlichster Weltanschauungen schildern die strategische Situation Israels mit den gleichen Worten. Es sind dunkle Wolken am Horizont.

Jenseits der abstumpfenden Welt der Reality-Shows „Big Brother“, „Love Bay“ und Kadima kristallisiert sich die konkrete Wirklichkeit eines heraufziehenden Sturmes heraus. Das iranische Atomprogramm, die Abkommen-oder-Konflikt-Politik Syriens, die Aufrüstung der Hisbollah und die Verschanzung der Hamas umzingeln Israel mit einem enger werdenden Ring von Bedrohungen. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte haben eine vernünftige Antwort für die Mehrheit dieser Bedrohungen, ihre Stärke ändert jedoch nichts an der grundlegenden Tatsache: Die Aussichten sind groß, dass Israel 2009 oder 2010 dem Moment einer nationalen Prüfung gegenüberstehen wird.

Es besteht kein Grund zu Angst oder Schwermut. Israel hat seit seiner Gründung nationale Prüfungen bestanden. Mehr als einmal ist es gestärkt daraus hervorgegangen. Was dem Staat ermöglicht hat, den Herausforderungen der Vergangenheit zu begegnen, waren freilich dreierlei Dinge: eine angemessene Führung, eine nüchterne Einschätzung der Wirklichkeit und eine beeindruckende Fähigkeit zum präventiven Handeln.



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(Bank of Israel, 12.09.08)



Leichte Abkühlung am Wochenende.

Jerusalem: 17/29°C
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Israelisches Konsortium entwickelt Biodiesel in Namibia


Ein Konsortium aus drei israelischen Unternehmen wird sich in Namibia in der Biodieselproduktion engagieren.

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Freundlicher Empfang für Pelikane


Pelikane auf der Durchreise werden in Zukunft eine freundlichere Aufnahme in Israel finden.

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Israelisches Konsortium entwickelt Biodiesel in Namibia

Ein Konsortium aus drei israelischen Unternehmen wird sich in Namibia in der Biodieselproduktion engagieren. Es besteht aus Evogene, Lev Leviev Biofuel Namibia und Orfuel, der US-amerikanischen Tochterfirma von Ormat Industries. Der Biodiesel soll aus der Rizinus-Pflanze gewonnen werden.

Als erster Schritt will das israelische Konsortium verschiedene Arten der Pflanze auf einer Testfarm in dem südwestafrikanischen Land prüfen. Nach Auswahl der für die Region geeigneten Arten sollen diese dann vor Ort angebaut und vertrieben werden.

Man geht davon aus, dass Biodiesel auf Rizinus-Basis sehr viel billiger sein wird als aus Nahrungsmitteln wie Raps und Soja gewonnenes. Evogene und Orfuel haben bereits bei der Entwicklung von Biodieselpflanzen zusammengearbeitet und werden dabei von der Israel-United States Binational Industrial Research and Development Foundation unterstützt.

Eli Nefussy, der Geschäftsführer von Lev Leviev Biofuel Namibia, sagte: „Wir betrachten die alternative Energie allgemein und Biotreibstoffe insbesondere als einen Industriezweig von höchster Bedeutung. Wir freuen uns, Partner bei diesem innovativen Projekt zu sein, und hoffen, dass diese Zusammenarbeit ein wichtiger Bestandteil bei der Schaffung alternativer Energiequellen werden wird.“

Angaben zu den Koste des Projekts wurden von den beteiligten Unternehmen bisher nicht gemacht; Schätzungen zufolge wird jedoch eine Investition von 10 Millionen $ aufwärts erforderlich sein.

(Globes, 10.09.08)

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Freundlicher Empfang für Pelikane

Pelikane auf der Durchreise werden in Zukunft eine freundlichere Aufnahme in Israel finden. Fischzüchter im Norden des Landes sind den Zugvögeln in der Vergangenheit oftmals mit Schusswaffen zu Leibe gerückt, um sie von ihren Teichen zu vertreiben.

Dank einer neuen Initiative der israelischen Naturschutzbehörde, des Landwirtschaftsministeriums und der Fischzüchter sollen die imposanten Wasservögel nun von derartiger Verfolgung verschont bleiben. Im Hule-Tal werden die Pelikane systematisch mit Fischen versorgt, um sie von der Wilderei in israelischen Zuchtteichen abzuhalten.

Jedes Jahr kommen nach Israel zwischen 30 000 und 40 000 Pelikane, die im Rahmen ihrer Herbstwanderung auf dem Durchfug von Europa nach Afrika sind. Für ihren Weiterflug benötigen sie ausreichend Nahrung, die sie ehemals eben vor allem in den kommerziellen Fischteichen fanden.

(Haaretz, 12.09.08)

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Im Angesicht des Sturms

Von Ari Shavit

Strategische Beobachter unterschiedlichster Weltanschauungen schildern die strategische Situation Israels mit den gleichen Worten. Es sind dunkle Wolken am Horizont.

Jenseits der abstumpfenden Welt der Reality-Shows „Big Brother“, „Love Bay“ und Kadima kristallisiert sich die konkrete Wirklichkeit eines heraufziehenden Sturmes heraus. Das iranische Atomprogramm, die Abkommen-oder-Konflikt-Politik Syriens, die Aufrüstung der Hisbollah und die Verschanzung der Hamas umzingeln Israel mit einem enger werdenden Ring von Bedrohungen. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte haben eine vernünftige Antwort für die Mehrheit dieser Bedrohungen, ihre Stärke ändert jedoch nichts an der grundlegenden Tatsache: Die Aussichten sind groß, dass Israel 2009 oder 2010 dem Moment einer nationalen Prüfung gegenüberstehen wird.

Es besteht kein Grund zu Angst oder Schwermut. Israel hat seit seiner Gründung nationale Prüfungen bestanden. Mehr als einmal ist es gestärkt daraus hervorgegangen. Was dem Staat ermöglicht hat, den Herausforderungen der Vergangenheit zu begegnen, waren freilich dreierlei Dinge: eine angemessene Führung, eine nüchterne Einschätzung der Wirklichkeit und eine beeindruckende Fähigkeit zum präventiven Handeln.

Der Staat hielt stand im Jahre 1948, siegte 1967 und erlangte in den 70er Jahren die strategische Oberhand, nicht weil er allmächtig war, sondern weil er sah, was sich in der Umgebung ereignete und die Initiative ergriff. Er identifizierte die Bedrohung am Horizont im Voraus und beseitigte sie. Er war sich seiner Stärken wohl bewusst und auch seiner Schwächen und wusste sich derart vorzubereiten, dass die Stärken im entscheidenden Moment zum Ausdruck kamen und das Endresultat bestimmten.

So hätte Israel auch seit dem Ende des zweiten Libanonkriegs verfahren müssen. Es hätte sehen müssen, was sich in der Umgebung ereignet und die Initiative ergreifen müssen. Israel hätte nach Washington und London, Paris, Brüssel und Moskau gehen müssen, um eine politisch-wirtschaftliche Blockade des Iran zu betreiben. Es hätte jeden Stein umdrehen müssen bei dem Versuch, zu einer wirklichen Wegscheide mit Damaskus zu gelangen, die den Krieg verhindern und die Hisbollah isolieren würde. Israel hätte eine systematische und konsistente Politik gegenüber der Hamas einschlagen und ihr als politisches Gebilde mit staatlicher Verantwortung begegnen müssen.

Parallel dazu hätte Israel sich darauf einstellen müssen, dass die diplomatischen Bemühungen scheitern und es in eine bewaffnete Auseinandersetzung geraten würde. Es hätte sich für den Moment wappnen müssen, an dem der Sturm seine Küsten erreicht.

Das Israel Ehud Olmerts hat dies nicht getan. Es stimmt: Die Jahre der Regierung Olmert waren Jahre der Korruption, des Normenzerfalls und des Angriffs auf den Rechtsstaat. Aber mehr als das waren die Jahre der Regierung Olmert vergeudete Jahre. ‚Garbage-Time’ nennt man das im Basketball – weggeschmissene Zeit. Weggeschmissene Zeit, da die Zeit doch so teuer ist, da so viele Uhren um uns herum ticken. Weggeschmissene Zeit, da sich der Horizont mit dunklen Wolken schwärzt.

Es ist spät, aber nicht zu spät. Israel hat etwa ein Jahr zur Verfügung, um eine Wende an der iranischen Front herbeizuführen. Israel hat eine letzte Gelegenheit, zu einem diplomatischen Durchbruch an der syrischen Front zu gelangen. Israel hat auch eine gewisse, wenngleich zögerliche Aussicht, ein anderes Verhältnis mit der Hamas aufzubauen. Um all dies zu tun, müssen jedoch Mäßigung und Entschlossenheit kombiniert werden. Man muss nach Frieden streben und sich auf Krieg vorbereiten. Erforderlich sind eine angemessene Führung, eine nüchterne Einschätzung der Wirklichkeit und eine erneuerte Fähigkeit zum präventiven Handeln.

Am kommenden Mittwoch endet die törichte Epoche Olmerts. Mit einer verbrecherischen Verspätung von zwei Jahren wird die Regierungspartei  entweder einen unwürdigen politischen Führer oder eine unvollkommene politische Führerin wählen, die den hohlen Ministerpräsidenten ablösen werden. Die Frage, die sich unmittelbar nach Auszählung der Stimmen stellen wird, ist jedoch keine persönlich-politische – Tzipi Livni, Shaul Mofaz oder Neuwahlen. Vielmehr wird die Frage sein, ob die weggeschmissene Zeit vorüber ist; ob Israel in der Lage ist, die politische Wirklichkeit jenseits von „Big Brother“, „Love Bay“ und den inneren Angelegenheiten von Kadima zu sehen; ob wir noch immer die Kraft haben, eine würdige Führung zu finden, die mit dem herannahenden Sturm umzugehen weiß.

Auf die Erwählte oder den Erwählten von Kadima wird eine schwere Verantwortung zukommen. Bereits am Abend des Sieges muss eine neue Art von Führung an den Tag gelegt werden. Bereits die Siegesrede muss einen neuen Geist versprühen, sowohl in Richtung der Öffentlichkeit als auch in Richtung der Führungen der anderen Parteien.

Sollte eine Entscheidung bereits nächste Woche fallen, würde die Woche eine Wasserscheide darstellen. Gleich danach muss in Israel eine reife und hochqualitative Notstandsregierung gebildet werden. Gleich danach muss Israel zu sich selbst zurückkehren und mit Verve und Bedacht seiner Zukunft begegnen. Noch vor dem Sturm.

(Haaretz, 12.09.08)

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Hisbollah-Anschläge vereitelt

Zwei Terroranschläge der Hisbollah gegen Israelis im Ausland sind im Vorfeld vereitelt worden. Dies teilte Israels Verteidigungsminister Ehud Barak am Mittwoch mit. Israelische Sicherheitskräfte hätten dabei mit ausländischen Instanzen zusammengearbeitet.

Auf die Frage nach eventuellen Entführungsversuchen der libanesischen Terrororganisation antwortete Barak, dass in der Tat eine solche Bedrohung bestehe, da die Hisbollah nach wie vor auf Rache für die Ermordung Imad Mugniyahs sinne, die sie Israel zuschreibt.

„Ich denke, dass israelische Offiziere, offizielle und inoffizielle Gesandte, die sich auf der Welt befinden, Acht geben müssen. Israeli zu sein, ist auch eine Verantwortung, und man muss aufmerksam gegenüber den Warnungen der Antiterror-Behörde sein. Man muss die die Bedrohung der Entführungen ernst nehmen.

(Haaretz, 11.09.08)

Unterdessen ist ein UN-Vertreter im Libanon von der libanesischen Zeitung Al-Nahar dahingehend zitiert worden, dass seiner Organisation Kenntnisse darüber vorliegen, dass fortgeschrittene Waffensystem in den Libanon fließen und die Hisbollah bereits im Besitz von einer Menge von Waffen ist, die für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Israel genügen würde. Es sei auch keineswegs auszuschließen, dass die libanesische Terrororganisation im Falle eines israelischen Angriffs auf iranische Atomanlagen Israel mit fortgeschrittenen Raketen beschießen würde.

(Al-Nahar, 07.09.08)

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Wir vergessen dich nicht
Der israelische Soldat Gilad Shalit wurde vor 810 Tagen von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen entführt. Er befindet sich noch immer in Geiselhaft.
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