Montag, 26.01.2009
 
 
Olmert: Man macht den Angegriffenen zum Angreifer
 

„In einer moralisch akrobatischen Politik versucht man, den Angreifer zum Angegriffenen zu machen und den Angegriffenen zum Angreifer.“ So charakterisierte Israels Ministerpräsident Ehud Olmert auf der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag die Methode der Terrororganisation Hamas.

Er bezog sich dabei auf internationale Aufrufe, Soldaten der israelischen Armee für Kriegsverbrechen anzuklagen, die angeblich während der jüngsten Militäroperation im Gaza-Streifen verübt worden sind.


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Mor: Gaza ist nicht Belfast
Avraham Ravitz gestorben

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(Bank of Israel, 26.01.09)



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Jerusalemer Astrophysiker entwickeln neue Theorie zur Entstehung von Galaxien


Kosmologen der Hebräischen Universität Jerusalem haben eine neue Theorie darüber aufgestellt, wie sich vor Milliarden von Jahren Galaxien im Universum gebildet haben. Sie widerspricht bisher gängigen Forschungspositionen.

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[UEBERSCHRIFT1]
[INHALT1]
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[INHALT2]
 
 


Mor: Gaza ist nicht Belfast

Israels Gesandter in Deutschland, Ilan Mor, erklärt im Tagesspiegel den wesentlichen Unterschied zwischen den Konflikten im Nahen Osten und in Nordirland und warum man die Hamas nicht als Verhandlungspartner betrachten kann.

„Obgleich sich in Nordirland Katholiken und Protestanten gegenüberstanden, handelte es sich dort doch bekanntlich nicht primär um einen religiösen, sondern um einen politischen Konflikt. Anders im Gaza-Streifen, wo die Hamas mit iranischer Unterstützung ein radikal-islamistisches Terrorregime installiert hat, das einem Todeskult frönt und sich um realpolitische Erwägungen nur wenig schert, wenn überhaupt. Folgerichtig wird sie auch von der EU als Terrororganisation eingestuft.

Noch schwerer wiegt jedoch, dass sich weder Sinn Fein noch die IRA jemals auf die Vernichtung ihres Gegners eingeschworen haben. Eben dies ist aber bei der Hamas der Fall. Noch immer fühlt sie sich aktiv ihrer Gründungscharta vom August 1988 verpflichtet,  in der sie explizit zur Vernichtung Israels aufruft: ‚Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er schon andere Länder vorher ausgelöscht hat’, heißt es dort gleich in der Präambel. Und weiter unten steht zu lesen: ‚Das jüngste Gericht wird nicht kommen, solange die Muslime nicht die Juden bekämpfen und sie töten.’

Solange die Hamas sich nicht von dieser Position entfernt - und die Zeichen dafür stehen schlecht -, ist mit ihr kein Staat zu machen (und auch kein Friedensprozess). Der frühere First Minister Nordirlands, Lord David Trimble, der für seine Verdienste um die Lösung des Nordirlandkonflikts den Friedensnobelpreis erhalten hat,  bemerkte vor eineinhalb Jahren treffend: ‚Wenn eine Lehre aus der Erfahrung in Nordirland gezogen werden kann, dann liegt sie darin, dass Vorbedingungen entscheidend dafür sind, ein Ende der Gewalt und ein Abkommen herbeizuführen. Zu viel Großzügigkeit gegenüber extremistischen Gruppen ist so, wie wenn man einem verwöhnten Kind Süßigkeiten gibt, damit es sein Verhalten ändert – es führt normalerweise zu noch schlimmerem Verhalten’ (The Guardian, 25.10.07). Trimble sprach dabei von der Hamas. Und er wusste, wovon er sprach.“

Der vollständige Text findet sich unter dem folgenden Link: http://www.tagesspiegel.de/meinung/leserbriefe/Leserbriefe;art144,2714450

(Der Tagesspiegel, 25.01.09)

Wie er nun in einem Interview mit der Lausitzer Rundschau noch einmal betont hat, hält Mor generell an seiner Befürwortung der Zwei-Staaten-Lösung fest: 

„Es gibt keine bessere Alternative. Kein binationaler Staat, kein islamischer Staat, sondern zwei Staaten – für die Israelis und für die Palästinenser.“

Was die europäische Berichterstattung zur Lage im Nahen Osten angeht, bemängelt der Diplomat:

„Es fehlt oftmals das Verständnis dafür, warum wir so agieren. Wenn wir auf die Angriffe reagieren, machen wir das, weil wir das machen müssen. Man muss in Israel gewesen sein, um das zu verstehen. Wenn ich im Bus sitze, kann ich nicht sofort meine Zeitung lesen, sondern muss mich umschauen, ob kein Terrorist neben mir sitzt. Was sollen wir tun? Einfach nicht reagieren? Man darf nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Stellen Sie sich vor, jeden Tag würden zahlreiche Raketen auf Deutschland abgefeuert. Was hätte die deutsche Regierung gemacht? Ich bin fest davon überzeugt, dass sie reagieren würde.“

Das vollständige Interview gibt es unter dem folgenden Link: http://www.lr-online.de/nachrichten/LR-Themen;art1065,2369219

(Lausitzer Rundschau, 24.01.09)


Eine eingehende Lageanalyse zu Ursache, Verlauf und Folgen der jüngsten israelischen Militäroperation im Gaza-Streifen hat Ilan Mor im Rahmen eines Interviews mit TV Berlin dargelegt. Um der komplexen Situation vor Ort begegnen zu können, mahnt er Geduld und Entschlossenheit an.

Teil 1: http://www.kewego.de/video/iLyROoafJQAY.html
Teil 2: http://www.kewego.de/video/iLyROoafJQGZ.html

(TV Berlin, 24.01.09)

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Avraham Ravitz gestorben

Der ultraorthodoxe Knesset-Abgeordnete Avraham Ravitz ist heute Nacht im Alter von 75 Jahren verstorben. Der Vorsitzende der Partei Degel Hatorah war zuvor wegen Herzproblemen ins Hadassah-Krankenhaus im Jerusalemer Stadtteil Ein Kerem eingeliefert worden.

Rabbiner Ravitz wurde 1934 in Tel Aviv geboren und diente in der Miliz LECHI sowie den Israelischen Verteidigungsstreitkräften (ZAHAL). Später leitete er die berühmte Jerusalemer Yeshiva Or Sameach.

Über 20 Jahre hinweg fungierte Ravitz in der Knesset als einer der herausragenden Wortführer des ultraorthodoxen Bevölkerungssektors. Unter anderem amtierte er alsstellvertretender Knesset-Sprecher. Im November hatte Ravitz mitgeteilt, nicht wieder für einen Knesset-Sitz kandidieren zu wollen.

An seiner Beerdigung, die heute in Jerusalem stattfand, nahmen u. a. Ministerpräsident Olmert, Knesset-Sprecherin Dalia Yitzik und Außenministerin Livni teil. Präsident Shimon Peres würdigte den Verstorbenen in einem Beileidsschreiben als Brückenbauer zwischen der litauischen Orthodoxie und der israelischen Gesamtbevölkerung.

(Haaretz, 26.01.09)

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Jerusalemer Astrophysiker entwickeln neue Theorie zur Entstehung von Galaxien

Kosmologen der Hebräischen Universität Jerusalem haben eine neue Theorie darüber aufgestellt, wie sich vor Milliarden von Jahren Galaxien im Universum gebildet haben. Sie widerspricht bisher gängigen Forschungspositionen.

Die neue Theorie wurde von der kosmologischen Forschungsgruppe unter Prof. Avishai Dekel erarbeitet und in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature veröffentlicht. Auf Grundlage fortgeschrittener astronomischer Observationen und hochmoderner Computer-Simulationen kommt sie zu dem Schluss, dass die Galaxien sich primär als Ergebnis intensiver kosmischer Strömungen von Kaltgas (v. a. Wasserstoff) geformt haben und nicht, wie bisher angenommen worden ist, in erster Linie aufgrund von galaktischen Verschmelzungen.


Spirale Galaxie (Foto: Hebrew University)

Die Forscher zeigen, dass diese Verschmelzungen nur geringen Einfluss auf die kosmologische Struktur des Universums, wie wir es kennen, hatten. Die Observationen wurden von Wissenschaftlern unter der Ägide von Prof. Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik im bayerischen Garching durchgeführt, die mit den Forschern der Hebräischen Universität zusammenarbeiten.

Die Galaxien sind die Bausteine des Universums. Jede von ihnen enthält etwa 100 Milliarden leuchtender Sterne  - wie die Sonne -, die sich über etwa 50 000 Lichtjahre ausbreiten. Jede Galaxie ist in einen sphärischen Halo von dunkler Materie eingebettet, die zwar nicht gesehen, aber durch ihre massive Anziehungskraft ermittelt werden kann. Die exakte Natur dieser Materie ist noch immer unbekannt.

Weitere Informationen: http://www.huji.ac.il/cgi-bin/dovrut/dovrut_search_eng.pl?mesge123262053505872560

(Hebräische Universität Jerusalem, 20.01.09)

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Olmert: Man macht den Angegriffenen zum Angreifer

„In einer moralisch akrobatischen Politik versucht man, den Angreifer zum Angegriffenen zu machen und den Angegriffenen zum Angreifer.“ So charakterisierte Israels Ministerpräsident Ehud Olmert auf der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag die Methode der Terrororganisation Hamas. Er bezog sich dabei auf internationale Aufrufe, Soldaten der israelischen Armee für Kriegsverbrechen anzuklagen, die angeblich während der jüngsten Militäroperation im Gaza-Streifen verübt worden sind.

Olmert warnte die Welt in diesem Zusammenhang vor einem „internationalen Slalom zur Verwandlung der Angreifer in Angegriffene“. Seit Jahren sei es die Politik der Hamas und anderer Terrororganisationen gewesen, „bis zum letzten Blutstropfen der Bewohner Gazas zu kämpfen und sie zu schädigen“. Nun versuche man, die Realität auf den Kopf zu stellen und die Verantwortung statt denen, die seit Jahren Terror betreiben, den Soldaten der israelischen Armee anzuhängen.

Die israelische Regierung verabschiedete eine Resolution, Soldaten und Kommandanten im Falle einer Klagewelle volle rechtliche und moralische Rückendeckung zu geben.

„Die Soldaten und Kommandanten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) haben moralischen Standards gemäß gehandelt und im vollen Glauben, dass ihre Sache gerecht ist. ZAHAL ist eine moralische und ethische Armee, und ich kenne keine andere Armee, die so hohe Standards an sich anlegt“, schrieb Verteidigungsminister Ehud Barak in der Resolution. „Es gibt keinen Anlass zur Selbstgeißelung.“

(Yedioth Ahronot, 25.01.09)


Israels Außenministerin Tzipi Livni hat sich heute mit dem US-Botschafter Jim Cunningham getroffen, um den Besuch des neuen US-Sonderbeauftragten für den Nahen Osten, George Mitchell, vorzubereiten. Sie bezeichnete die anstehende Visite als eine Gelegenheit für Israel, seine Positionen mit der neuen US-Administration zu koordinieren und über gemeinsame Herausforderungen zu beraten.

(Außenministerium des Staates Israel, 26.01.09)

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Humanitäre Hilfe für Gaza

Israel setzt seine Bemühungen um das Wohl der palästinensischen Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen weiter fort. Sowohl die Grenzübergänge Kerem Shalom und Erez als auch der Treibstoff-Terminal Nahal Oz waren am Sonntag in Betrieb. Der Übergang Karni blieb aufgrund von Wartungsarbeiten geschlossen.

Über den Tag fuhren 127 Lastwagen mit 2610 Tonnen Hilfsgüter nach Gaza. Außerdem wurden 448 000 Liter Diesel und 137 Tonnen Kochgas transferiert. Am Montag soll ein jordanisches Feldlazarett mit etwa 210 Mitarbeitern im Gaza-Streifen eintreffen.

Seit Beginn der Militäroperation sind bereits 63 843 Tonnen humanitäre Hilfsgüter und 6 000 451 Liter Treibstoff in den Gaza-Streifen geliefert worden.

(Außenministerium des Staates Israel, 25.01.09)


Der UN-Untergeneralsekretär für Humanitäre Angelegenheiten, John Holmes, hat sich lobend über die Zusammenarbeit mit Israel geäußert: „Wir haben in den vergangenen paar Wochen eine gute Zusammenarbeit mit den israelischen Behörden gehabt, tatsächlich eine bessere als vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten.“  Insgesamt war Holmes’ Eindruck der eines „guten Willens auf der israelischen Seite“.

(Reuters, 23.01.09)

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Wir vergessen dich nicht
Der israelische Soldat Gilad Shalit wurde vor 946 Tagen von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen entführt. Er befindet sich noch immer in Geiselhaft.
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