Freitag, 20.03.2009
 
 
Über den Tellerrand schauen
 
Von Ari Shavit

Tzipi Livni hat Recht: Zwei Staaten für zwei Völker. Der einzige Weg, den israelisch-palästinensischen Konflikt zu beenden, ist die Teilung des Landes Israel in zwei Nationalstaaten, die friedlich Seite an Seite leben. Nur ein umfassendes diplomatisches Abkommen zwischen einem jüdisch-demokratischen Staat und einem gemäßigten palästinensischen Staat kann das Ende des Blutvergießens garantieren. Gegenseitige Anerkennung, das Ende der Besatzung und die Schaffung einer anderen politischen Wirklichkeit sind notwendig, um unseren und ihren Kindern eine Zukunft zu geben. Es wird nicht aufhören, bis wir miteinander reden.

Binyamin Netanyahu hat nicht weniger Recht: Auch wenn wir miteinander reden, wird es nicht aufhören. Tatsache ist: Wir haben in Oslo miteinander geredet, und es hat nicht aufgehört. Wir haben in Camp David miteinander geredet, und es hat nicht aufgehört. Wir haben in Annapolis miteinander geredet, und es hat nicht aufgehört. Wir haben miteinander geredet und geredet und geredet, und die Rederei hat nichts gebracht. Shimon Peres, Ehud Barak, Ehud Olmert und Tzipi Livni haben den Palästinensern die ganze Welt angeboten, und die Palästinenser waren nicht zufrieden. So wie sie die Verhandlungen über Gilad Shalit brutal zum Scheitern gebracht haben, haben sie töricht alle diplomatischen Verhandlungen scheitern lassen. Das Versprechen von zwei Staaten für zwei Völker ist derzeit ein hohles Versprechen, das von der Realität absieht.


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Israelischer UN-Vertreter empfängt 2000 Kinder



Mor spricht in München

am 31. März

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(Bank of Israel, 20.03.09)


Regen im ganzen Land.

Jerusalem: 8-15°C
Tel Aviv: 10-17°C
Haifa: 11-17°C
Be’er Sheva: 11-21°C
Ein Gedi: 16-23°C
Eilat: 16-28°C



Jüdisch-arabischer Stammzellen-Workshop an der Hebräischen Universität

Am Youth Center for Advanced Studies der Hebräischen Universität Jerusalem ist in dieser Woche ein Workshop zur Stammzellenforschung für jüdische und arabische Jugendliche aus Jerusalem und Abu Gosh veranstaltet worden. Über das Internet waren zudem Studenten aus Deutschland zugeschaltet.

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Über den Tellerrand schauen
Von Ari Shavit

Tzipi Livni hat Recht: Zwei Staaten für zwei Völker. Der einzige Weg, den israelisch-palästinensischen Konflikt zu beenden, ist die Teilung des Landes Israel in zwei Nationalstaaten, die friedlich Seite an Seite leben. Nur ein umfassendes diplomatisches Abkommen zwischen einem jüdisch-demokratischen Staat und einem gemäßigten palästinensischen Staat kann das Ende des Blutvergießens garantieren. Gegenseitige Anerkennung, das Ende der Besatzung und die Schaffung einer anderen politischen Wirklichkeit sind notwendig, um unseren und ihren Kindern eine Zukunft zu geben. Es wird nicht aufhören, bis wir miteinander reden.

Binyamin Netanyahu hat nicht weniger Recht: Auch wenn wir miteinander reden, wird es nicht aufhören. Tatsache ist: Wir haben in Oslo miteinander geredet, und es hat nicht aufgehört. Wir haben in Camp David miteinander geredet, und es hat nicht aufgehört. Wir haben in Annapolis miteinander geredet, und es hat nicht aufgehört. Wir haben miteinander geredet und geredet und geredet, und die Rederei hat nichts gebracht. Shimon Peres, Ehud Barak, Ehud Olmert und Tzipi Livni haben den Palästinensern die ganze Welt angeboten, und die Palästinenser waren nicht zufrieden. So wie sie die Verhandlungen über Gilad Shalit brutal zum Scheitern gebracht haben, haben sie töricht alle diplomatischen Verhandlungen scheitern lassen. Das Versprechen von zwei Staaten für zwei Völker ist derzeit ein hohles Versprechen, das von der Realität absieht.

Tzipi Livni hat Recht: Ohne Teilung des Landes ist Israels Zukunft bedroht. Nicht nur zum Wohle des Friedens, sondern zum Wohle des Zionismus muss man umgehend einen palästinensischen Staat gründen.  Schon jetzt nagt die Demographie an der jüdischen Mehrheit zwischen Mittelmeer und Jordan.  Schon jetzt erodiert die internationale Legitimität Israels. Wenn nicht schnell ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts mit der Palästinensischen Autonomiebehörde unterzeichnet wird, wird der Krebs des Konflikts Metastasen im Körper der jüdischen Nation bilden. Es gibt keine Alternative zu einem weit reichenden Rückzug, zu einer Räumung der Siedlungen und einer Teilung Jerusalems. Um sein eigens Leben zu retten, muss der israelische siamesische Zwilling eine Trennungsoperation durchlaufen, die ihn von seinem palästinensischen siamesischen Zwilling abtrennt. Ohne Teilung ist Israel am Ende.

Auch Binyamin Netanyahu hat Recht: Auch an einer Operation kann man sterben. Wenn der operierende Arzt nicht gut sieht und die Aktivitäten des Körpers nicht versteht, kann er tödliche Blutungen verursachen. Nachdem sich Israel aus dem Südlibanon zurückzogen hatte, wurde das Vakuum von der Hisbollah ausgefüllt, die im Norden einen Vorposten des Iran aufgebaut hat. Nachdem sich Israel aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen hatte, wurde das Vakuum von der Hamas ausgefüllt, die im Süden einen weiteren Vorposten des Iran aufgebaut hat. Ein überstürzter Rückzug aus Judäa und Samaria würde ein noch gefährlicheres Vakuum schaffen, in dem sofort ein dritter iranischer Vorposten aufgebaut würde. Wenn Israel von bewaffneten islamistischen Substaaten umzingelt sein würde, wäre es nicht länger einer verteidigungsfähiger Staat. Seine nackte Existenz würde in Frage stehen.

Dies ist keine personelle Angelegenheit. Livni und Netanyahu sind die Repräsentanten von zwei sich ausschließenden Weltanschauungen. Zwei Haltungen, die ebenso richtig wie falsch sind. Die Livni-Strömung erkennt richtig die Krankheit, will sie jedoch mit den Arzneien eines Kurpfuschers heilen. Die Netanyahu-Strömung ist realistisch in Bezug auf die nutzlosen Heilmittel, neigt jedoch dazu, die Schwere der Krankheit zu ignorieren. Daher sind die beiden Strömungen in der Vergangenheit wieder und wieder gescheitert. Das Wortgefecht zwischen ihnen im Jahr 2009 ist insofern ein lächerliches Wortgefecht.

Eine neue Idee ist dringend erforderlich. An dem Paradigma der Rechten ist die Zeit vorübergegangen. Aber auch das Mitte-Links-Paradigma ist nicht mehr relevant. Zwei Staaten für zwei Völker ist eine richtige Parole, aber kein Aktionsplan. Sie lässt sich in der wirklichen Welt nicht schnell umsetzen. Statt das Dogma wie einen religiösen Text zu wiederholen, muss man die Grundlagen prüfen, die ihm zugrunde liegen. Man muss Lehren aus dem Scheitern seiner Umsetzung ziehen.

Ideen stehen unter keinem Tabu. Vielleicht eine Waffenruhe mit der Hamas, wenn sie auf militärische Macht und volle Souveränität verzichtet. Vielleicht eine ägyptisch-jordanische Schutzherrschaft über die Landstriche, aus denen sich Israel zurückzieht. Vielleicht ein internationaler Schirm für einen tief gehenden und langfristigen Prozess beim Aufbau der palästinensischen Nation. Vielleicht der Eiland-Plan, vielleicht die Blair-Version, vielleicht eine andere Idee, die noch nicht geboren ist.

So oder so, eines ist klar: Es ist Zeit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Es ist Zeit, über die beiden Tellerränder hinauszuschauen. Das ist die Aufgabe der neuen Regierung. Außer dem Umgang mit dem Iran und mit der Wirtschaft muss sie einen nationalen Denkprozess anführen.

(Haaretz, 19.03.09)

Die im Newsletter veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wieder.
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Israelischer UN-Vertreter empfängt 2000 Kinder
Israels stellvertretender Botschafter bei den Vereinten Nationen, Dani Carmon, hat am Donnerstag 2000 Kinder aus aller Welt im UN-Gebäude empfangen, die im Rahmen des dipomatischen Spiels „Die kommende Führung“ nach New York gereist waren. Die Teilnehmer hatten von sich aus den israelischen Vertreter auserkoren, um einen Einblick in die Arbeit der UNO zu erhalten.

Carmon ließ es sich nicht nehmen, die Diplomaten von morgen auf die Diskriminierung hinzuweisen, die Israel regelmäßig von Seiten der Weltorganisation erfährt: „Jedes Jahr steht Israel mehr als 20 antiisraelischen Resolutionen gegenüber, die die Vollversammlung gegen es beschließt. Der UN-Menschenrechtsrat hat Israel mehr verurteilt als alle anderen Staaten auf der Welt zusammen.“ Die UNO gehorche dem Druck von undemokratischen Staaten, die ihr ihre engen politischen Ziele aufzwingen würden, welche auf die Verdrängung Israels von der Weltkarte hinauslaufen.

(Yedioth Ahronot, 19.03.09)
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Jüdisch-arabischer Stammzellen-Workshop an der Hebräischen Universität
Am Youth Center for Advanced Studies der Hebräischen Universität Jerusalem ist in dieser Woche ein Workshop zur Stammzellenforschung für jüdische und arabische Jugendliche aus Jerusalem und Abu Gosh veranstaltet worden. Über das Internet waren zudem Studenten aus Deutschland zugeschaltet.

Neben den wissenschaftlichen Entwicklungen der Stammzellenforschung standen auch ethische und religiöse Aspekte des Themas auf dem Programm. Für Dr. Devora Lang, die Direktorin des Youth Center, lag die Besonderheit des Workshops darin, dass er Schülern verschiedener Glaubensrichtungen in Israel die Gelegenheit geboten habe, gemeinsam über die Stammzellenfrage zu diskutieren.

Die Hinzuziehung der deutschen Studenten war insofern besonders interessant, als der Einsatz embryonaler Stammzellen für die Forschung in Deutschland sehr stark eingeschränkt ist. Im Hintergrund steht dabei der Missbrauch von Wissenschaft für die Eugenik während des Nationalsozialismus.

(Hebräische Universität Jerusalem, 19.03.09)
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4000 Jahre altes ‚Abrahamtor’ wieder geöffnet
Das beinahe 4000 Jahre als ‚Abrahamtor’ bei Tel Dan in Nordisrael ist nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten wieder für Besucher geöffnet. Die etwa um 1750 v. Chr. aus Lehmziegeln errichtete Anlage am Fuße des Bergs Hermon geht in die Zeit der Kanaanäer zurück. Sie könnte noch in diesem Jahr zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt werden.



Das Tor besteht aus drei Bögen und ruht auf einem Fundament aus großen Basaltsteinen. Es ist im Auftrag der Israelischen Natur- und Parkbehörde in seiner Originalhöhe von sieben Meter wieder errichtet worden. Seinen Namen verdankt es dem Patriarchen Abraham, der der Legende nach bei der Rettung seines Neffen Lot durch es hindurchgegangen ist.

Eli Amitai, der Generaldirektor der Israelischen Natur- und Parkbehörde, lobt das älteste Tor seiner Art in Israel in den höchsten Tönen: „Die Öffnung des Tors für das breitere  Publikum ist ein Festtag für jeden, der die Bewahrung des Erbes im Staat Israel in Ehren hält.“

(The Jerusalem Post, 18.03.09)
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Events

Israel nach den Wahlen – Podiumsdiskussion mit Ilan Mor


Israels Gesandter in Deutschland, Ilan Mor, wird am kommenden Dienstag (31.03.) im Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München (St. Jakobs-Platz 18) an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Israel nach den Wahlen. Herausforderungen und Perspektiven“ teilnehmen.

Die Diskussionsrunde findet als Fortsetzung der Gedenkveranstaltung „ Die Nuklearbedrohung Israels durch den Iran“ im Bayerischen Landtag vom 26.01.2009 unter der Schirmherrschaft von Frau Landtagspräsidentin Barbara Stamm statt.

Außer Mor sitzen Harald Eckert, Klaus Faber und Nathan Kalmanowicz auf dem Podium.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, Einlass ist bereits um 18.15 Uhr.

Um Anmeldung wird gebeten unter anmeldung@initiative27januar.de
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Wir vergessen dich nicht
Der israelische Soldat Gilad Shalit wurde vor 999 Tagen von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen entführt. Er befindet sich noch immer in Geiselhaft.
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