Montag, 18.05.2009
 
 
Der Papst hat den Kopf geneigt
 



Präsident Peres verabschiedet den Papst (Foto: GPO)
Von Dina Porat

Im Januar 1904 wurde Binyamin Ze’ev (Theodor) Herzl zu einer Audienz bei Papst Pius X. empfangen. Auf seine Bitte, guten Willen gegenüber den Bestrebungen der zionistischen Bewegung an den Tag zu legen und die schlimme Bedrängnis anzuerkennen, der die Juden unterworfen waren, antwortete der Papst: „Die Juden haben unseren Herrn nicht anerkannt, und darum können wir das jüdische Volk nicht anerkennen.“


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(Bank of Israel, 18.05.09)


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Der Lieblingshund der Israelis

Der Labrador Retriever war 2008 die beliebteste Hundesrasse in Israel. Dies geht aus Zahlen hervor, die die Veterinärmedizinische Abteilung des israelischen Landwirtschaftsministeriums jüngst vorgelegt hat. Im vergangenen Jahr waren mehr als 18 000 Tausend Labradors im Land angemeldet.

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Iran plant Massenproduktion von Langestreckenraketen

Schätzungen israelischer Sicherheitskreise zufolge befindet sich der Iran inmitten eines Mehrjahresplans zur Produktion von Hunderten von Raketenwerfern und mehr als Tausend Langstreckenraketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern. Die Aufrüstung soll bis 2015 beendet sein.

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Der Papst hat den Kopf geneigt
Von Dina Porat

Im Januar 1904 wurde Binyamin Ze’ev (Theodor) Herzl zu einer Audienz bei Papst Pius X. empfangen. Auf seine Bitte, guten Willen gegenüber den Bestrebungen der zionistischen Bewegung an den Tag zu legen und die schlimme Bedrängnis anzuerkennen, der die Juden unterworfen waren, antwortete der Papst: „Die Juden haben unseren Herrn nicht anerkannt, und darum können wir das jüdische Volk nicht anerkennen.“ Der Papst war erschüttert von  der Idee zu hören, dass Jerusalem in die Hände der Juden zurückgelangen sollte, und versicherte für den Fall, dass sie sich im Land Israel ansiedeln sollten: „Wir werden Kirchen und Klöster bauen, um alle zu taufen.“

Gut 105 Jahre später, im Mai 2009, kam Papst Benedikt XVI., eskortiert von jüdischen Polizisten, von der Residenz des Präsidenten des Staates Israel in dessen Hauptstadt Jerusalem nach Yad Vashem, legte einen Kranz nieder, hielt die ewige Flamme und setzte sich zwischen den Staatspräsidenten und den Knesset-Vorsitzenden.

Es stimmt, er hätte auch mit einer anderen Rede aufwarten können, wie viele im Land es von ihm erwartet hatten: in weichem persönlichen Ton sagen können, dass ihm als Papst deutscher Herkunft eine besondere Verantwortung obliegt, da er in der Jugendbewegung war, die Hitlers Namen trug, und da er im Alter von 16 Jahren mit vielen anderen aus seiner Klasse in die Armee einzogen wurde und, als er dann gegen Ende des Krieges desertierte, bereits 18 Jahre alt war.

Der Papst hätte sich für das Schweigen von Pius XII. während der Shoah und den antisemitischen Unterbau entschuldigen können, den die Kirche über Jahrhunderte geschaffen hat, und ganz gewiss hätte er noch einmal klar hervorheben können, dass sechs Millionen Juden mit fürchterlicher Grausamkeit unter Anleitung der Nazipartei und ihrer Führer von den Deutschen und ihren Helfern ermordet worden sind.

Der Papst hätte sich auch zur der Affäre um den die Shoah leugnenden Bischof Williamson äußern können, und auch zu dem Karfreitagsgebet, in das jüngst die Bitte an Gott wieder aufgenommen wurde, die Augen der Juden zu öffnen, auf dass sie Jesus als Messias erkennen mögen.

All das wurde nicht gesagt, und ein öffentlicher Sturm brach aus. Und dennoch ist der Besuch des Papstes, des Oberhaupts von rund einem Fünftel der Weltbevölkerung, ein Ereignis höchsten Ranges, das man vielleicht in seinem breiten Zusammenhang beurteilen sollte, Man sollte den Gast ehren, der sich entschied, hierher zu kommen und danach die inhaltlichen Diskussionen über seine Taten und Aussagen mit ihm fortsetzen.

Erstens, ist der Besuch insgesamt und in Yad Vashem im Besonderen von den internationalen Medien mit großem Interesse aufgenommen und gefilmt worden.  Das in die Häuser von Hunderten Millionen von Zuschauern übermittelte Bild des Papstes, der in der Halle der Erinnerung den Kopf neigt, in deren Boden die Namen der Vernichtungs- und Konzentrationslager eingraviert sind, ist ein gewaltiger Beitrag zum Kampf gegen die Holocaust-Leugner. Dutzende von Kameras blitzten bei jeder seiner Bewegungen und nahmen jedes Wort auf, auch sein Gebet, dass die Namen der Opfer und ihr Angedenken niemals verleugnet, nicht in ihrem Wert herabgemindert und niemals vergessen werden mögen. Wir, die bei der Zeremonie anwesend waren, hatten das Gefühl, dass Yad Vashem für eine Stunde der Mittelpunkt der Welt sei, und die Welt zuhöre und zusehe.

Zweitens, werden der Charakter und der Inhalt der Papstreden nicht von ihm alleine bestimmt, sondern sind das Ergebnis des Kräfteverhältnisses im Vatikan, in dem es Kämpfe zwischen Koalition und Opposition gibt, und nicht jeder Papst ist Herr in seinem Haus.

Möglichweise hat nicht der Wille, der Vergangenheit Josef Ratzingers auszuweichen, den Inhalt der Rede bestimmt; umso mehr, als jeder Jugendliche damals der Hitlerjugend beitreten musste und die Wehrmacht am Ende des Krieges jeden einzog, der auf seinen Beinen stehen konnte. Womöglich war die Tatsache ausschlaggebend, dass sich bereits während der langen Amtszeit seines Vorgängers, Johannes Paul II., eines Papstes, der ein warmes und wohlwollendes Verhältnis dem jüdischen Volk gegenüber an den Tag legte, Widerstand im Vatikan gegen seine Schritte herausgebildet hatte, der nun zum Ausdruck kommt. Möglicherweise war die Rede in Yad Vashem das Ergebnis von diesen internen Diskussionen zur heutigen Haltung der Kirche in Bezug auf die Shoah und ihre Auswirkungen.

Und vielleicht hat auch die andauernde Beschäftigung von Benedikt XVI.  mit der Theologie dazu beigetragen, dass sich die Rede auf den Glauben an Gott nach der Shoah konzentrierte, auf die Pflicht sich zu erinnern, dass jeder Mensch einen Namen hat, einen ewigen Namen, der nicht auszulöschen ist, und auf den immerwährenden Vorwurf, der aus der Shoah gegen alle Arten von Unrecht,  Gewalt und das Blutvergießen Unschuldiger erwächst. Eine derart universelle Lehre schließt die Einzigartigkeit der Shoah nicht notwendigerweise aus.

Drittens, war die Rede Teil eines Besuchs, der mit klaren Worten des Papstes am Ben-Gurion-Flughafen begann, der Verurteilung des Antisemitismus in unserer Zeit und der Hoffnung, dass „ich während meines Besuchs die Gelegenheit haben werde, dem Angedenken an die sechs Millionen Juden die Ehre zu erweisen, die der Shoah um Opfer fielen“. Auch war die Rede Teil einer feierlichen Zeremonie, zu der ein Blumenkranz und das Neigen des Kopfes in Schwiegen ebenso gehörte wie das  Zusammentreffen mit sechs Holocaust-Überlebenden. Am Ende stand ein kraftvolles Absingen der „Hatikva“. Wenn Herzl und Pius X. sie doch gehört hätten.

Prof. Dina Porat ist Direktorin des Instituts für Antisemitismus- und Rassismusforschung an der Universität Tel Aviv.

(Haaretz, 15.05.09)

Die im Newsletter veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wieder.
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Galaabend der Israelisch-Palästinensischen Handelskammer
Die Israelisch-Palästinensische Industrie- und Handelskammer (IPCC) wird am heutigen Montagabend im Tel Aviver Dan Hotel ihren ersten Galaabend veranstalten. Zu den Ehrengästen gehören Präsident Shimon Peres, der Nahostquartett-Sondergesandte Tony Blair und seine Frau Sherie, der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für regionale Entwicklung, Silvan Shalom, und der stellvertretende Außenminister Daniel Ayalon. Daneben werden bekannte Vertreter des israelischen und palästinensischen Wirtschaftslebens erwartet.

Gastgeber ist Eival Giladi, der Vorsitzende der Handelskammer. Gesponsert wird der Abend vom Portland Trust, dem israelischen Außenministerium, Nesher Israel Cement Enterprises, der ASYD Investment Company und dem Industrie- und Handelsministerium.

Die Israelisch-Palästinensische Handelskammer wurde Anfang des Jahres von führenden israelischen Geschäftsleuten mit dem Ziel gegründet, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde zu stärken.

(Außenministerium des Staates Israel, 17.05.09)
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Barak verbietet Abgeordneten Besuch in Hebron
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat am Sonntag mitgeteilt, dass er Knesset-Abgeordneten der nationalreligiösen Partei Ha’eichud Hale’umi (Nationale Union) die Erlaubnis verweigern werde, palästinensische VIertel in Hebron zu betreten.

Die Abgeordneten planten, einen Protestmarsch durch die Stadt zu veranstalten, um ihren Widerwillen gegen die erhöhte Bewegungsfreiheit für Palästinenser kund zu tun, die Ministerpräsident Binyamin Netanyahu weiter fördern will.

Im Verteidigungsministerium begründete man Baraks Entscheidung damit, dass die öffentliche Ruhe aufrechterhalten und unnötige Auseinandersetzungen vermieden werden müssten.

(Yedioth Ahronot, 17.05.09)
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Der Lieblingshund der Israelis
Der Labrador Retriever war 2008 die beliebteste Hundesrasse in Israel. Dies geht aus Zahlen hervor, die die Veterinärmedizinische Abteilung des israelischen Landwirtschaftsministeriums jüngst vorgelegt hat. Im vergangenen Jahr waren mehr als 18 000 Tausend Labradors im Land angemeldet.



Wegen seines unbeschwerten Temperaments gilt der Labrador als idealer Familienhund. Außerdem kommt er als Blindenhund und – aufgrund seiner feinen Nase – auch als Bomben- und Drogenspürhund zum Einsatz.

Auf Platz zwei hinter dem Labrador folgt der energetische Pinscher, der 2007 der beliebteste Hund Israels war, die Ränge drei und vier nehmen der deutsche Schäferhund und der Golden Retriever ein.

(Yedioth Ahronot, 30.04.09)
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Iran plant Massenproduktion von Langestreckenraketen
Schätzungen israelischer Sicherheitskreise zufolge befindet sich der Iran inmitten eines Mehrjahresplans zur Produktion von Hunderten von Raketenwerfern und mehr als Tausend Langstreckenraketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern. Die Aufrüstung soll bis 2015 beendet sein.

Man geht davon aus, dass Teheran derzeit über ein Arsenal von 100 bis 200 Langstreckenraketen der Reihe Shihab verfügt, die eine Reichweite von bis zu 2000 Kilometern haben und Sprengköpfe mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne tragen können.

Im vergangenen Jahr haben die Iraner eine Rakete namens Ashura getestet, die mittelfristig die Shihab ablösen soll.

In Israel nimmt man an, dass Russland noch immer erwägt, dem Iran das S-300 Flugabwehrsystem zu liefern, jedoch noch die Entwicklung eines eventuellen Dialogs zwischen den USA und der Islamischen Republik abwartet. S-300 ist eines der modernsten Mehrziel-Flugabwehrraketensysteme auf der Welt, das Berichten nach gleichzeitig bis zu 100 Ziele aufspüren und zwölf angreifen kann.

(The Jerusalem Post, 18.05.09)
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Wir vergessen dich nicht
Der israelische Soldat Gilad Shalit wurde vor 1058 Tagen von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen entführt. Er befindet sich noch immer in Geiselhaft.
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