Dienstag, 14.09.2010
 
 
Biladi, Biladi
 
Von Shlomo Avineri

Es wird nicht passieren. Aber sollte es passieren, dann wahrscheinlich so: Eines Tages, nach langjährigen Diskussionen und Beratungen, entschied die Knesset, aus Rücksicht auf die arabischen Bürger Israels und aus dem Willen heraus, die volle und gleichberechtige Staatsbürgerschaft voranzubringen, jegliche Bezugnahme auf die jüdische Komponente Israels fallenzulassen. „Wir sind alle Israelis, gleichberechtigte Bürger in unserer gemeinsamen Heimat“, verkündete der Knesset-Vorsitzende. „So wie es in Frankreich nur  Franzosen gibt, gibt es ab jetzt in Israel nur noch Israelis. Selbstverständlich wird jede Bevölkerungsgruppe eine gesonderte Identität entwickeln können, aber dies wird eine Privatsache sein ohne öffentliche Stellung.“ Man entschied, dass im Personalausweis unter Nationalität nur „Israelisch“ verzeichnet sein werde.

In der ersten Knesset-Sitzung nach dem feierlichen Beschluss forderte einer der arabischen Abgeordneten, das Bild Herzls von der Wand im Parlamentsgebäude zu nehmen. Er gab kund, er werde sich an den Obersten Gerichtshof wenden, da das Bild des zionistischen Gründervaters in dem allen gemeinsamen Abgeordnetenhaus die Gefühle der arabischen Bürger verletze und ihre Diskriminierung perpetuiere. „Es ist kein Platz in der Knesset für einen österreichisch-ungarischen Journalisten, der niemals im Land gelebt hat.“


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Baumaterial für Kläranlage in Gaza geliefert

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(Bank of Israel, 13.09.10)


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Hagana feiert 90. Gründungsjubiläum

In der Militärbasis Gadna Joara wurde am Montagabend der 90. Jahrestag der Gründung der Hagana gefeiert, der paramilitärischen Vorläuferorganisation der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL). Die Festveranstaltung fand im Beisein des früheren Staatspräsidenten Yitzhak Navon und des stellvertretenden Verteidigungsministers Matan Vilnai statt.

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Biladi, Biladi
Von Shlomo Avineri

Es wird nicht passieren. Aber sollte es passieren, dann wahrscheinlich so: Eines Tages, nach langjährigen Diskussionen und Beratungen, entschied die Knesset, aus Rücksicht auf die arabischen Bürger Israels und aus dem Willen heraus, die volle und gleichberechtige Staatsbürgerschaft voranzubringen, jegliche Bezugnahme auf die jüdische Komponente Israels fallenzulassen. „Wir sind alle Israelis, gleichberechtigte Bürger in unserer gemeinsamen Heimat“, verkündete der Knesset-Vorsitzende. „So wie es in Frankreich nur  Franzosen gibt, gibt es ab jetzt in Israel nur noch Israelis. Selbstverständlich wird jede Bevölkerungsgruppe eine gesonderte Identität entwickeln können, aber dies wird eine Privatsache sein ohne öffentliche Stellung.“ Man entschied, dass im Personalausweis unter Nationalität nur „Israelisch“ verzeichnet sein werde.

In der ersten Knesset-Sitzung nach dem feierlichen Beschluss forderte einer der arabischen Abgeordneten, das Bild Herzls von der Wand im Parlamentsgebäude zu nehmen. Er gab kund, er werde sich an den Obersten Gerichtshof wenden, da das Bild des zionistischen Gründervaters in dem allen gemeinsamen Abgeordnetenhaus die Gefühle der arabischen Bürger verletze und ihre Diskriminierung perpetuiere. „Es ist kein Platz in der Knesset für einen österreichisch-ungarischen Journalisten, der niemals im Land gelebt hat.“

Parallel dazu präsentierte ein anderer arabischer Abgeordneter einen Gesetzentwurf: die Auswechslung des Staatswappens, der Fahne und der Hymne. „Dies sind klare jüdische und zionistische Symbole, und für sie ist kein Platz mehr im Staat. Der siebenarmige Leuchter, die Menora, die im jüdischen Tempel stand oder nicht, den es gab oder nicht, kann keine für uns alle gleiche Staatsbürgerschaft zum Ausdruck bringen.“ Daneben wurde der Antrag eingebracht, den Namen der Knesset wegen seiner Herkunft von Beit Knesset (Synagoge) und Knesset Hagdola (die Große Versammlung) zu ändern, aber dies wurde einstweilen abgelehnt.

Im Vorfeld des Monats Tishri strahlte die Rundfunkanstalt einige Reportagen über die Feiertagsvorbereitungen aus, in denen betont wurde, dass sich „das Volk Israel (Am Israel) massenweise auf die Feiertage vorbereite“ und die „Massen des Hauses Israel (Beit Israel) an Sukkot die Strände der Türkei überschwemmen“. Eine der arabischen Menschenrechtsorganisationen wandte sich an den Obersten Gerichtshof und forderte, der Rundfunkanstalt den weiteren Gebrauch des Ausdrucks „Am Israel“ in diesem Zusammenhang zu untersagen. Der Ausdruck „Am Israel“ dürfe sich im öffentlichen Rundfunk nicht auf Feiertage der einen oder anderen Religionsgemeinschaft beziehen. Es gebe nur ein israelisches Volk und es umfasse alle – Juden, Muslime, Christen und andere. Ein Gremium von sechs Richtern soll nun darüber beraten.

Eine Gruppe des nördlichen Zweigs der Islamischen Bewegung wandte sich mit der Forderung an den Obersten Gerichtshof, den Namen „Oberrabbinat Israels“ aufzugeben. „Dies ist vielleicht das Oberrabbinat der Juden, aber nicht Israels.“ Man redet auch von der Möglichkeit, den Jüdischen Nationalfonds abzuschaffen und ihn in das Finanzministerium zu überführen.

Arabische Wortführer – unterstützt von einigen Juden von der radikalen Linken und auch einem Veteranen der Kanaaniter-Bewegung - schlugen in den Medien vor, im jüdischen Gebet nicht mehr den Ausdruck „Götter Israels“ zu verwenden, um nicht die arabischen Bürger zu verletzen: Wir wollen auf keinen Fall die Religionsfreiheit der jüdischen Religionsgemeinschaft beeinträchtigen, doch ist klar, dass der Gebrauch von „Göttern Israels“ im Kontext eines jüdischen Gebets dem Geist der Gesetze zuwiderläuft, die jüngst verabschiedet wurden.“ Auch der Gebrauch von „Land Israel“ in Bezug auf die jüdische Geschichte im Land wurde kritisiert.

Einer der jüdischen Aktivisten der radikalen Linken, der die öffentliche Kampagne unterstützte, die zu der Gesetzgebung geführt hat, wandte sich an einen der Köpfe der arabischen Organisationen und fragte ihn: „Nun haben wir getan, was ihr wolltet, und ihr seid immer noch nicht zufrieden. Wie sollen wir den Staat denn nennen, damit ihr euch wirklich gleichberechtigt fühlt?“ Der Leiter der arabischen Organisation antwortet ihm mit einem breiten Lächeln: „Was ist das Problem? Der wirkliche Name war und wird immer sein: Falastin.“

Shlomo Avineri ist Emeritus für Politische Wissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem.

(Haaretz, 08.09.10)

Die im Newsletter veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wieder.
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Baumaterial für Kläranlage in Gaza geliefert
Der Sprecher des Koordinators für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) teilt mit, dass am Montag die Einfuhr von 250 Tonnen Baumaterial für die Kläranlage in Sheikh Ajion im Gaza-Streifen koordiniert wurde. Dazu gehörten auch Rohre und Eisenwaren.


Foto: Reuters (Archiv)

Das Kläranlagenprojekt von Sheikh Ajin wird von der deutschen Bundesregierung und der KfW Bankengruppe finanziert und wurde im Mai von Israel, der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und dem deutschen Botschafter Harald Kindermann bewilligt. Es wird für die richtige Behandlung von Abwässern im zentralen Gaza-Streifen sorgen und den Abfluss ins Mittelmeer drastisch reduzieren.

In der vergangenen Woche wurden bereits 80 Tonnen Eisen für die Kläranlage im nördlichen Gaza-Streifen geliefert, die unter der Ägide der Weltbank gebaut wird.

Allein am Montag wurden am Übergang Kerem Shalom 180 Lastwagen mit Lebensmitteln und Treibstoff in den Gaza-Streifen transferiert. Trotz der verstärkten Raketen- und  Mörsergranatenangriffe palästinensischer Terroristen bleiben die Übergänge geöffnet.

(Außenministerium des Staates Israel, 13.09.10)
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Hagana feiert 90. Gründungsjubiläum
In der Militärbasis Gadna Joara wurde am Montagabend der 90. Jahrestag der Gründung der Hagana gefeiert, der paramilitärischen Vorläuferorganisation der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL). Die Festveranstaltung fand im Beisein des früheren Staatspräsidenten Yitzhak Navon und des stellvertretenden Verteidigungsministers Matan Vilnai statt.


Foto: IDF

Zwischen 1921 und 1948 wurden in der Hagana unzählige spätere Kommandanten der israelischen Armee ausgebildet, darunter sechs Generalstabschefs und 27 Generäle. Sie war die zentrale und größte Kampforganisation der jüdischen Gemeinschaft im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina.

Zu der Zeremonie erschienen insgesamt etwa 2000 Veteranen und Familienangehörige. Unter den Gästen war auch der berühmte Dichter Chaim Guri.

Vizeverteidigungsminister Matan Vilnai sagte in seiner Ansprache: „Es ist aufregend, hier zu sein, das Blitzen in den Augen der Leute zu sehen und zu wissen, dass dies die Generation ist, die uns den Staat Israel gebracht hat. Ohne eure Initiative, eure Entschlossenheit und eure Aufopferung bis hin zum Verlust des Lebens hätten wir keinen Staat Israel. Ihr ward die erste Generation von Juden, die Waffen trug, um den Staat Israel zu verteidigen und ihn dahin zu bringen, wo er heute steht.“

(Israelische Verteidigungsstreitkräfte, 13.09.10)
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Google erwirbt weiteres israelisches Startup
Der US-amerikanische Internetgigant Google hat sich zum Erwerb eines zweiten israelischen Startup-Unternehmens entschieden und kauft die Firma Quicksee. Der Preis wird auf mehrere Millionen Dollar geschätzt.

Die Firma Quicksee wurde 2007 von Gadi Royz, Rony Amira, Assaf Harel und Pavel Yosifovich gegründet. Ihre Software ermöglicht es Internetusern, einen einfachen Videoclip zu einem interaktiven umzugestalten. Die User können jeden Ort, an dem sie sind, mit einer Digitalkamera oder einem Mobiltelefon filmen, das Dokument in Google Maps hochladen und teilnehmen an dem dynamischen Mapping der Welt.

Wie Geschäftsführer Royz mitteilt, bessert die Technologie von Quicksee Googles Street View auf. Es gestattet Surfern, ohne GPS oder vergleichbare Medien virtuell ein Hotel, ein Büro oder irgendeinen anderen Ort zu betreten.

Google hat bereits im April des Jahres mit LabPixies ein israelisches Startup übernommen.



Firmeninformation: http://www.quiksee.com/ugcportal/Home.aspx

(Globes, 13.09.10)
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Wir vergessen dich nicht
Der israelische Soldat Gilad Shalit wurde vor 1542 Tagen von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen entführt. Er befindet sich noch immer in Geiselhaft.
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