Freitag, 11.03.2011
 
 
Nicht schuld an der Kreuzigung
 

Foto: Reuters
Von Dina Porat

In seinem neuen Buch schreibt Papst Benedikt XVI, man solle die Juden, die zur Zeit des Zweiten Tempels lebten, und auch die Generationen, die danach kamen, nicht der Verantwortung für die Kreuzigung Jesu für schuldig erklären. Nur eine Gruppe innerhalb der Elite der Tempelpriester habe auf seinen Tod hingewirkt. Der erste Teil der Jesus-Biographe aus der Feder des Papstes, der von seiner Geburt und Kindheit handelt, erschien 2007. Nun wurde der zweite Teil veröffentlicht, der von seinen reifen Jahren und seinem Tod handelt.


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(Bank of Israel, 11.03.11)


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Mehr Anwälte in Israel als je zuvor

Die Zahl der Einwohner pro Rechtsanwalt in Israel ist im vergangenen Jahrzehnt rasant zurückgegangen. Während es zur Jahrtausendwende noch 275 waren, mussten sich 2010 –statistisch betrachtet – nur 170 Israelis einen Anwalt teilen. Dies geht aus einer neuen Studie des Wirtschaftsinformationsunternehmens Dun & Bradstreet hervor.

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Nicht schuld an der Kreuzigung
Von Dina Porat

In seinem neuen Buch schreibt Papst Benedikt XVI, man solle die Juden, die zur Zeit des Zweiten Tempels lebten, und auch die Generationen, die danach kamen, nicht der Verantwortung für die Kreuzigung Jesu für schuldig erklären. Nur eine Gruppe innerhalb der Elite der Tempelpriester habe auf seinen Tod hingewirkt. Der erste Teil der Jesus-Biographe aus der Feder des Papstes, der von seiner Geburt und Kindheit handelt, erschien 2007. Nun wurde der zweite Teil veröffentlicht, der von seinen reifen Jahren und seinem Tod handelt.

Benedikt XVI ist Professor für Theologie und gilt als höchste Autorität auf seinem Gebiet. Er gilt als Vertrauter und treuer Nachfolger des vorherigen Papstes, Johannes Paul II, der in vielen Fragen eine konservative Linie vertreten und gelichzeitig viel für die Annäherung zwischen Juden und Christen getan hat.

Seine Feststellung, die Juden seien nicht schuld an der Kreuzigung, ist eine mutige Feststellung von weit reichender Bedeutung. Freilich wurde dies schon von den Teilnehmern des Zweiten Vatikanischen Konzils, das von 1962 bis 1965 stattfand,  ausgesprochen, was damals einer regelrechten theologischen Revolution gleichkam: Die Schuld an der Kreuzigung Jesu – eine brutale Strafe, die die Römer aus Furcht vor Rebellion noch Tausenden von Juden zuteil werden ließen -, war über 2000 Jahre hinweg so etwas wie ein Axiom, an dem nicht zu rütteln war, und die Schuldzuweisung brachte dem jüdischen Volk Verfolgung und Leid. Das Konzil konstatierte auch – in einer kurzen Erklärung namens Nostra Aetate (unsere Zeit) -, dass dem jüdischen Volk die Auserwähltheit nicht genommen worden sei, und verurteilte den Antisemitismus in jeder Hinsicht.

Nach dem Konzil hat sich der Vatikan um die Verbreitung seiner Beschlüsse bemüht, aber eine solche Revolution geht langsam vonstatten, und es erfordert jahrelange Anstrengung, bis sie wirklich akzeptiert wird. Nun, 45 Jahre später, hat der Papst der jungen Generation erneut die Unschuldsbestätigung übermittelt, auf Grundlage einer theologischen und textuellen Analyse, wofür er Experte ist.

Er analysiert die Evangelien – jene vier Bücher des neuen Testaments, die die Geschichte von Geburt, Leben und Tod Jeus erzählen -, die die Quelle der Beschuldigung waren.  Die in diesem Zusammenhang zentralen Worte – „Kreuzige ihn! Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ – sind von gläubigen Christen über Jahrhunderte hinweg immer wieder gelesen und gehört worden; sie waren untrennbarer Teil des mittelalterlichen Volkstheaters und wundervoller Musik, die von den größten Komponisten komponierten Passionen ließen sie in die Herzen eindringen. Obgleich klar ist, dass die Evangelien einige Jahrzehnte nach Jesu Tod geschrieben wurden und nicht annähernd als historische Quelle dienen können, sondern vielmehr vom Kampf des frühen Christentums gegen das Judentum, dem es entsprang, herrührte, erfordert es Stärke, gegen den verwurzelten Glauben auszuziehen.

Die Worte des Papstes drehen ein weiteres Rad zurück: Am Vorabend seines Israel-Besuchs im Mai 2009 überschatteten dringliche Fragen die Reisevorbereitungen. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil entstand seit Beginn der siebziger Jahre eine Widerstandsbewegung gegen dessen Beschlüsse, und verschiedene Gruppierungen darunter akzeptieren noch immer nicht die Wegnahme der Schuld von den Juden. Zum Teil veröffentlichen sie antisemitische Schriften, wobei auch der Holocaust geleugnet wird. Die Mitglieder der Bewegung verließen die Kirche, und der gegenwärtige Papst bat die verlorenen Söhne, in ihren Schoß zurückzukehren, offensichtlich bevor er prüfte, was in ihren Schriften stand. Ein großer Sturm brach aus, und Benedikt XVI stellte eine Bedingung für ihre Rückkehr: dass sie sich von der Holocaust-Leugnung distanzierten.

Der englische Bischof Richard Williamson, eine zentrale Figur innerhalb der Gruppe, weigert sich, seine Behauptung zurückzunehmen, wonach man nie Beweise gefunden habe, dass der Holocaust stattfand. Zudem sind ein Teil der Widerständler Mitglieder der nach Pius X. benannten Vereinigung – jenes Papstes, der 1904 Theodor Herzl die  Anerkennung der zionistischen Bewegung und ihrer Bestrebungen verweigert hatte, mit der Begründung, die Juden hätten Jesus nicht als Messias anerkannt, und wegen der Sorge, die heiligen Stätten des Christentums würden in die Hände der Juden geraten. Die Worte des gegenwärtigen Papstes in seinem Buch, die die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils fortsetzen und bekräftigen, stellen auch eine Art von Angriff auf die Gruppierungen dar, die die Beschlüsse in ihren drei Komponenten nicht akzeptieren.

Die entscheidende Frage ist nun, ob die vom Papst auf Grundlage gründlicher Forschungen zu Leben und Tod Jesu verfasste Biographie eine Basis für die zukünftige praktische Politik des Vatikans darstellen kann: für das Vorgehen gegen Antisemitismus, Antizionismus und Holocaust-Leugnung sowie die Annullierung von Vorurteilen und Anschuldigungen, deren Zeit schon längst vorüber ist.

Dina Porat ist Professorin für jüdische Geschichte an der Universität Tel Aviv und leitet das dortige Stephen Roth Institute for the Study of Contemporary Antisemitism and Racism.

(Haaretz, 11.03.11)

Die im Newsletter veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wieder, sondern bieten einen Einblick in die politische Diskussion in Israel.
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Mehr Anwälte in Israel als je zuvor
Die Zahl der Einwohner pro Rechtsanwalt in Israel ist im vergangenen Jahrzehnt rasant zurückgegangen. Während es zur Jahrtausendwende noch 275 waren, mussten sich 2010 –statistisch betrachtet – nur 170 Israelis einen Anwalt teilen. Dies geht aus einer neuen Studie des Wirtschaftsinformationsunternehmens Dun & Bradstreet hervor.

Die Zahl der Anwälte pro Richter stieg im letzten Jahrzehnt um 44%.

Das jährliche Einkommen der Branche belief sich zuletzt auf umgerechnet mehr als 250 Millionen Euro. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines israelischen Anwalts betrug 2010 rund 56 000 Euro.

Eine geographische Analyse zeigt, dass 72% aller Anwälte in Tel Aviv und Zentralisrael tätig sind, während nur die Hälfte der Richter in der Region arbeitet.

Die größte israelische Anwaltskanzlei ist nach wie vor Herzog, Fox & Neeman; dahinter folgen Fischer, Behar, Chen, Well, Orion & Co. und Goldfarb, Levy, Eran, Meiri & Co.

(Yedioth Ahronot, 09.03.11)
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Handelsbeziehungen mit Indien und China sollen gestärkt werden
Der gemeinsame Ausschuss des Finanzministeriums und des Industrie- und Handelsministeriums zur Steigerung der Exporte nach Ostasien hat einen Plan zur Stärkung der Handelsbeziehungen Israels mit China und Indien vorgelegt. Zu diesem Zweck sollen umgerechnet rund 25 Millionen Euro aus dem Regierungshaushalt bereitgestellt werden.

Indien und China sind die beiden größten Exportziele Israels in Süd- und Ostasien. Im vergangenen Jahr war ein eindrucksvolles Wachstum im Exportvolumen zu verzeichnen; israelische Exporte nach China stiegen um 100%.

Bei der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und China belief sich das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern auf umgerechnet lediglich 35 Millionen Euro. 2001 waren es bereits über 700 Millionen, und dieses Jahr hat es bereits 5 Milliarden erreicht.

Das Handelsvolumen zwischen Israel und Indien belief sich im Jahr 2009 auf umgerechnet 2.1 Milliarden Euro, wovon rund 1.2 Milliarden auf den Export und 900 Millionen auf den Import entfielen.

Ein wesentlicher Aspekt des von dem Ausschuss unter Leitung von Chaim Shani, dem Generaldirektor des Finanzministeriums, entworfenen Plans ist die finanzielle Unterstützung israelischer Firmen, die die indischen und chinesischen Märkte für sich erschließen wollen.

(Außenministerium des Staates Israel, 10.03.11)
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Wir vergessen dich nicht
Der israelische Soldat Gilad Shalit wurde vor 1718 Tagen von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen entführt. Er befindet sich noch immer in Geiselhaft.
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