Freitag, 08.07.2011
 
 
Wer hilft den wirklichen Opfern?
 
Von Daniel Schatz

Der diesjährige „Freedom in the World“-Bericht des Forschungsinstituts „Freedom House“ zeigt bereits zum fünften Jahr in Folge einen alarmierenden Rückgang von Freiheit, Demokratie und Achtung der Menschenrechte weltweit. Lediglich 60% der existierenden 194 Länder und 14 Territorien können als Demokratien eingestuft werden, die die grundlegenden Freiheits- und Menschenrechte achten.

Während die universellen Menschenrechte in den Diktaturen in Nordkorea, dem Iran, Syrien, Libyen und China mit Füßen getreten werden, dominieren den außenpolitischen Diskurs in Europa vor allem zwei Themen: die israelische Blockade des von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifens und der von den USA geführte Krieg gegen den internationalen Terrorismus.

Die Gaza-Flottillen erhalten in Europa massive mediale Aufmerksamkeit – und dies, obwohl die Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen geöffnet ist und der Generalsekretär der Vereinten Nationen die Kampagne als „eine unnötige Provokation“ bezeichnet hat.

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DIG-Präsident Robbe äußert sich zu "Fly-in"



Israel-Tag auf der Landesgartenschau in Norderstedt

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1 € - 4.8668 NIS (0.260%)
1 CHF - 4.0014 NIS (-0.835%)
1 £ - 5.4220 NIS (-0.311%)
1 $ - 3.3980 NIS (-0.235%)

(Bank of Israel, 08.07.11)


Sonnig und schwül

Jerusalem: 20/32 °C
Tel Aviv: 24/30 °C
Haifa: 24/31°C
Be’er Sheva: 23/36 °C
Ein Gedi: 30/41 °C
Eilat: 29/42 °C



 
 


Wer hilft den wirklichen Opfern?
Von Daniel Schatz

Der diesjährige „Freedom in the World“-Bericht des Forschungsinstituts „Freedom House“ weist bereits zum fünften Jahr in Folge einen alarmierenden Rückgang von Freiheit, Demokratie und Achtung der Menschenrechte weltweit. Lediglich 60% der existierenden 194 Länder und 14 Territorien können als Demokratien eingestuft werden, die die grundlegenden Freiheits- und Menschenrechte achten.

Während die universellen Menschenrechte in den Diktaturen in Nordkorea, dem Iran, Syrien, Libyen und China mit Füßen getreten werden, dominieren den außenpolitischen Diskurs in Europa vor allem zwei Themen: die israelische Blockade des von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifens und der von den USA geführte Krieg gegen den internationalen Terrorismus.  

Die Gaza-Flottillen erhalten in Europa massive mediale Aufmerksamkeit – und dies, obwohl die Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen geöffnet ist und der Generalsekretär der Vereinten Nationen die Kampagne als „eine unnötige Provokation“ bezeichnet hat.

Es segeln keine Flottillen in Richtung Damaskus und Teheran, obwohl Amnesty International von 1.400 Toten während des syrischen Aufstands gegen das Assad-Regime berichtet, hinzu kommen noch Berichte von Vergewaltigung und der Folter von Kindern. In der Zwischenzeit hat die Islamische Republik Iran in diesem Jahr bereits 175 Menschen durch öffentliches Hängen oder Steinigung hingerichtet, einschließlich Frauen, Kinder und Homosexuelle.

Nur selten werden in der europäischen Debatte Rufe nach einem Boykott Chinas laut, obwohl das Regime in Bejing Tibet besetzt hält und für zwei Drittel der weltweiten Hinrichtungen verantwortlich ist. Niemand plant ein „Fly-in“ zum Atatürk International Airport, ungeachtet der illegalen Besetzung Nordzyperns durch die Türkei und der systematischen Verletzung von Menschenrechten in den Kurdengebieten.

Nur sehr wenige europäische Schriftsteller und Kulturschaffende verdammen das Castro-Regime, obwohl Kuba in diesem Jahr 18 Dissidenten ins Exil getrieben hat.

Die Einseitigkeit des außenpolitischen Diskurses in Europa ist im Fall Nordkoreas besonders offensichtlich, laut Amnesty International eines der Regime, die weltweit die Menschenrechte am wenigsten achten. Ein kürzlich veröffentlichter UN-Bericht zeigte, dass 3,5 Millionen der 24 Millionen Einwohner in Folge der Politik des autoritären Regimes unter akuter Unterernährung leiden.

Pjöngjang hat im ganzen Land ein System von Strafgefangenenlagern errichtet, in denen 200.000 Dissidenten systematischer Folter und Hunger ausgesetzt sind. Zwangsarbeit garantiert, dass niemand von den Gefangengen körperlich fit genug ist zu fliehen. Fluchtversuche werden mit Folter und Hinrichtung bestraft.

Es gibt nur wenige europäische Kampagnen zur Unterstützung des nordkoreanischen Volkes. Dieses selektive Engagement kann mit der Tatsache erklärt werden, dass Länder wie Nordkorea nicht für ein großes Medienecho oder politische Debatten sorgen. Entscheidender aber ist aber, dass die Probleme nicht in den dominanten Diskurs der europäischen Außenpolitik passen, der im Namen einer verzerrten politischen Agenda bei moralischen Prinzipien unterschiedlich Maß anlegt.

Wäre die Gaza-Flottille durch altruistischen Humanismus motiviert, sähen wir auch mit Medizin und Hilfsgütern beladene Boote in Richtung Benghazi segeln. Schiffe mit oppositioneller Literatur und Laptops hätten für die demokratische Opposition in Havanna und Teheran Wunder bewirken können. Eine universelle Verpflichtung gegenüber den Menschenrechten hätte ein öffentliches europäisches Engagement gegen den massenhaften Hunger und die Folter in Nordkorea mit sich gebracht.

Wenn selbsternannte europäische Menschenrechts- und Friedensaktivisten in Irland, Schweden, Belgien, Norwegen, der Schweiz und Spanien zum nächsten Mal Erklärungen im Namen der Menschlichkeit abgeben und dabei die einzige Demokratie im Nahen Osten verurteilen, sollte man lieber genauer schauen, was dahinter steckt. Besonders, wenn diese Statements durch eine fragwürdige Verpflichtung für die Voranbringung von Demokratie und Menschenrechten in alle Länder der Erde motiviert sind.



Der Autor ist Politologe und Visiting Fellow am Europe Center der Stanford University.










(Ynet, 08.07.11)

Die im Newsletter veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wieder, sondern bieten einen Einblick in die politische Diskussion in Israel.
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DIG-Präsident Robbe äußert sich zu "Fly-in"
Zu dem von antiisraelischen Aktivisten für heute geplanten „Fly-in“ erklärte der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe:

„Die geplante Aktion ‚Willkommen in Palästina’ ist eine ebenso unsinnige wie vollkommen überflüssige Provokation. Leider bekommt man den Eindruck, dass es diesen Aktivisten nicht darum geht, anderen Menschen zu helfen, sondern in erster Linie darum, das Ansehen Israels mit allen Mitteln zu beschädigen. Diese Aktion ist ebenso zu verurteilen wie die geplante "Gaza-Flottille"."
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Internationales Festival für Puppentheater in Holon
Vom 21. bis 30. Juli findet in Holon zum 14. Mal das Internationale Festival für Puppentheater statt. In diesem Jahr wird das Festival erstmals ganze neun Tage dauern, anstelle der bisher üblichen fünf. Mit mehr als 75 Programmpunkten wird es aber garantiert nicht langweilig.

„Das Festival möchte die vielen Varianten des Puppentheaters als ernstzunehmende, aber auch zugängliche Kunst aufdecken“, so Ilan Savir, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des „Israel Puppet Center“,  Gastgeber des Festivals. Sein Ziel ist es, ein größeres Bewusstsein für die Vielfalt der Techniken des Puppentheaters und seiner Innovationen zu wecken, dabei aber auch nicht die traditionellen Wurzeln dieser Kunst außer Acht zu lassen.

„Modernes Puppentheater ist eine Mischung aus Schauspiel und Puppenspiel“, erklärt Savir, 48, der bereits im Alter von 12 Jahre mit dem Puppenspiel begonnen hat. Später unterrichtete er an der Schule des Zentrums, die jedes Jahr 120 Schüler in der Kunst des Puppenspiels, Puppenbaus und auch des pädagogischen und therapeutischen Einsatzes von Puppentheater ausbildet.

Zu dem Festival werden rund 10.000 Besucher erwartet.

Neben zahlreichen Premieren von Stücken für Kinder und Erwachsene werden auch ausländische Gastspiele das Programm bereichern – so etwa Gruppen aus Island und Taiwan.



Foto: MFA

Mehr Informationen zum Puppenfestival: www.bubot2011.co.il

(Außenministerium des Staates Israel, 07.07.11)

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Durchbruch in der Krebsforschung
Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem haben die molekulare Basis für Veränderungen in der DNS entdeckt – das primäre Krankheitsereignis, aus dem später Krebs entsteht.
 
Ein Team um Prof. Batsheva Kerem hat dabei jene DNS-Regionen ausgemacht, die für die Veränderungen am stärksten anfällig sind.

„Ein wichtiges Kennzeichen der meisten Krebserkrankungen beim Menschen ist die Akkumulation von Schäden an der DNS, die die Entwicklung von Krebs begünstigen“, so Kerem. „Die sogenannten Wächtergene können die Replikation der Zellen nicht mehr überwachen, so dass in der nächsten Zellgeneration weitere Schäden entstehen. Dies kommt besonders häufig in bestimmten Regionen der DNS vor.“

Bei seiner Forschung hat das Team nun eine neue Methode angewandt, die es ermöglicht, einzelne DNS-Moleküle zu studieren, um die Basis für die spezifische Sensibilität der angreifbaren Orte zu untersuchen. Diese Ergebnisse sind sehr wichtig, da sie neues Licht auf die DNS-Features werfen und neue Erkenntnisse über die Regulierung der DNS-Replikation in jenen Regionen liefern, die in der Entwicklung von Krebs zuerst brüchig werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass es nicht nur besonders sensible Regionen gibt sondern auch solche, die die DNS-Replikation verlangsamen oder sogar aufhalten.

(Jerusalem Post, 08.07.11)
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Events
Am nächsten Sonntag (17.07.) findet auf der Landesgartenschau in Norderstedt ein von „Chaverim - Freundschaft mit Israel“ organisierter Israel-Tag statt.

Viel Programm ist für diesen Tag geplant: Kinder erhalten Luftballons und kleine Überraschungen. Ein Tanzlehrer übt mit den Besucherinnen und Besuchern der Landesgartenschau israelische Tänze, es erklingt Klezmer- und israelische Musik in allen drei Parks der Landesgartenschau.

Im Bustan, dem biblischen Obst- und Weingarten auf der Landesgartenschau, gibt es Kostproben wie frische Datteln und Pitabrot mit israelischem Olivenöl und Saatah.

Außerdem können Baum-Urkunden für den Norderstedt-Wald im Wald der deutschen Länder in Israel erworben werden. Des Weiteren erwartet die Besucher eine Tombola mit vielen attraktiven Gewinnen, darunter ein Flug nach Israel, Hotel-Gutscheine und Theater-Abos in der „TriBühne“ in Norderstedt.

Auf der See-Promenade präsentieren sich israelische Institutionen und Unternehmen. Im "Haus der Gärtner" gibt es den ganzen Tag über Vorträge über Israel, seine Geschichte, Gegenwart und Zukunft.


Daniela und Ben Spector

Um 19 Uhr beginnt auf der Waldbühne im Feldpark das Konzert mit dem israelischen Duo Daniela und Ben Spector. Der Eintritt ist frei. Es wird darum gebeten, zehn Euro für einen Baum für den Norderstedt-Wald im Wald der deutschen Länder in der Negev-Wüste zu spenden.

Datum: Sonntag, 17. Juli 2011
Uhrzeit: 09.00 – 18.00 Uhr
            Konzert mit Daniela und Ben Spector: 19.00 Uhr
Ort: Landesgartenschau in Norderstedt

Mehr Informationen zum Bustan, dem biblischen Obst- und Weingarten, gibt es hier:
http://www.landesgartenschau-norderstedt.de/attraktionen/chaverim-bustan.html
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Wir vergessen dich nicht
Der israelische Soldat Gilad Shalit wurde vor 1839 Tagen von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen entführt. Er befindet sich noch immer in Geiselhaft.
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